Wohnungspolitik

Wohngeld: Neue Regeln ab 2027 – Ministerin warnt vor Job- und Wohnungsverlust

Veröffentlicht:

von Jacqueline Bittl

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Wohngeld-Kürzungen: Wen es besonders hart treffen könnte (18. Juni)

Videoclip • 01:08 Min • Ab 12


Ab 2027 soll das Wohngeld sinken. Baden-Württembergs Bauministerin Theresa Schopper warnt vor drastischen Folgen für Haushalte mit geringem Einkommen und vor einer Kostenlawine für die Kommunen.

Bauministerin Theresa Schopper (Grüne) bezeichnete die von der Bundesregierung angestoßene Neuregelung des Wohngelds als höchst unsozial. "Die geplanten Kürzungen schlagen bei den Ärmsten der Gesellschaft voll durch.", so die Grünen-Politikerin. Viele Betroffene müssten schon jetzt mehr als die Hälfte ihres Einkommens für die Miete aufwenden. Falle die staatliche Unterstützung weg, drohe im schlimmsten Fall nicht nur der Verlust der Wohnung, sondern sogar der Verlust des Arbeitsplatzes.

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Wohngeld-Kürzungen bringen Einsparungen beim Bund, aber Mehraufwand für die Kommunen

Die Änderungen sollen zum 1. Januar 2027 greifen. Laufende Wohngeldbescheide bleiben zunächst unberührt, die Kürzungen kommen also schrittweise – immer dann, wenn ein neuer Bescheid ausgestellt wird. Da in der Regel alle zwölf Monate ein neuer Antrag nötig ist, ist letztlich jeder Wohngeldhaushalt betroffen.

Drei Stellschrauben sollen dabei zum Einsatz kommen:

  • Aussetzung der Dynamisierung (Anpassung des Wohngelds an Inflation und Mietentwicklung)

  • Halbierung der Heizkostenkomponente

  • Veränderung der Wohngeldformel (Damit deutlich weniger Haushalte überhaupt noch Wohngeld erhalten)

Wer bislang am oberen Rand der Einkommensgrenze nur kleinere Beträge von 50 bis 60 Euro monatlich bekommt, geht künftig ganz leer aus.

Allein in Baden-Württemberg bezogen Ende 2024 fast 114.000 Haushalte Wohngeld – entsprechend groß dürfte der Kreis der Betroffenen im Südwesten ausfallen. Wer künftig kein Wohngeld mehr erhält, habe in vielen Fällen Anspruch auf Grundsicherung – mit der Folge, dass die Kosten dort in die Höhe schnellen. Das bedeutet höhere Ausgaben im Sozialetat des Bundes, aber auch für die Kommunen, die sich an den Unterkunftskosten beteiligen. Aus Sicht Schoppers verschiebe sich das Problem also lediglich. Unter dem Strich ergeben sich dennoch Einsparungen: Rund 1,16 Milliarden Euro 2027, ab 2028 dann jährlich etwa 1,5 Milliarden Euro.

Laut Schopper komme auf die Städte und Gemeinden ein erheblicher zusätzlicher Verwaltungsaufwand zu, da die Leistungskürzungen zahlreiche Rückfragen zu bestehenden Bewilligungen und künftigen Ansprüchen nach sich ziehen. "Der Bund macht sich beim Wohngeld selber einen schlanken Fuß.", so die Ministerin weiter.

Die geplanten Einsparungen beim Wohngeld haben auch von anderer Seite bereits Kritik hervorgerufen. Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen warnte im Juni vor sozialen Folgen, des Weiteren zeigte sich, dass die Sparmaßnahmen vor allem Familien mit Kindern schaden werden.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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