Wohnungspolitik
Wichtige Unterstützung fällt weg – Bundesregierung plant deutliche Einsparungen beim Wohngeld
Aktualisiert:
von Nadine von Parseval:newstime
Wohngeld-Kürzungen: Wen es besonders hart treffen könnte
Videoclip • 01:08 Min • Ab 12
Die Bundesregierung plant deutliche Einsparungen beim Wohngeld. Bundesbauministerin Verena Hubertz verteidigt die Kürzungen, der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen warnt vor sozialen Folgen. Besonders Rentner:innen und Haushalte mit geringem Einkommen könnten betroffen sein.
Das Wichtigste in Kürze
Der Wohnungsverband Nord lehnt die geplanten Wohngeld-Kürzungen ab.
Tausende Haushalte im Norden könnten von den Änderungen betroffen sein.
Ein Drittel der bisherigen Empfänger:innen könnte den Anspruch verlieren.
Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen hat die geplanten Kürzungen beim Wohngeld scharf kritisiert. Verbandsdirektor Andreas Breitner warnte davor, dass die Einsparungen viele Menschen finanziell zusätzlich belasten und soziale Probleme verschärfen könnten.
Nach den Plänen der Bundesregierung sollen die Ausgaben für das Wohngeld deutlich sinken. Breitner kritisierte, dass ausgerechnet bei Menschen mit geringen Einkommen gespart werden solle. Gerade für Rentner:innen sei das Wohngeld oft eine wichtige Unterstützung, um die Wohnkosten tragen zu können.
Tausende Haushalte im Norden betroffen
Nach Angaben des Statistikamts Nord beziehen derzeit rund 26.000 Haushalte in Hamburg Wohngeld. In Schleswig-Holstein sind es etwa 45.000, in Mecklenburg-Vorpommern rund 46.000 Haushalte. Besonders hoch ist der Anteil der Empfänger:innen im Nordosten Deutschlands.
Der Wohnungsverband verweist darauf, dass das Wohngeld nicht nur die Miete, sondern auch steigende Nebenkosten berücksichtigt. Die Ausweitung des Kreises der Berechtigten Anfang 2023 sei daher ein wichtiger Schritt gewesen, um Menschen mit niedrigem Einkommen zu entlasten.
Auch in den News:
Regierung plant deutliche Einsparungen
Die Bundesregierung will die Ausgaben für das Wohngeld von derzeit rund fünf Milliarden Euro auf etwa drei Milliarden Euro senken. Bundesbauministerin Verena Hubertz hatte angekündigt, dass künftig ein Drittel der bisherigen Wohngeldhaushalte keinen Anspruch mehr haben werde.
Breitner kritisierte die Sparpläne als falsches Signal. Statt bei sozialen Leistungen zu kürzen, sollten aus seiner Sicht andere Einsparmöglichkeiten genutzt werden – etwa durch weniger Bürokratie und schnellere Genehmigungsverfahren im Wohnungsbau.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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