Medizin der Zukunft

KI und Robotik verändern die Krebsmedizin in Dresden

Veröffentlicht:

von Nadine von Parseval

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Warum die Medizin Frauen noch benachteiligt

Videoclip • 01:51 Min • Ab 12


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Künstliche Intelligenz hilft bei Diagnosen, Operationsplanung und Therapieentscheidungen. In Dresden treiben Forschung und Klinik die Entwicklung moderner Medizintechnik voran.

Das Wichtigste in Kürze

  • Künstliche Intelligenz und Robotik unterstützen bereits heute Diagnose und Therapie in der Krebsmedizin.

  • Dresdner Forscher:innen entwickeln intelligente Assistenzsysteme für präzisere Operationen.

  • KI soll Behandlungen individueller machen, die ärztliche Verantwortung bleibt jedoch zentral.

Künstliche Intelligenz und Robotik gewinnen im Gesundheitswesen zunehmend an Bedeutung. Nach Einschätzung der Dresdner Medizinerin und Forscherin Esther Troost werden digitale Technologien künftig noch stärker in Diagnostik, Therapie und Forschung eingebunden. "Neue Wege von der Diagnose zur Therapie stehen im Mittelpunkt einer medizinischen Zukunft, die wir gerade auch in Dresden aktiv und verantwortungsbewusst mitgestalten wollen", sagte die Dekanin der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Dresden. Bereits heute spiele KI eine wichtige Rolle in der Medizin – mit wachsender Bedeutung für die kommenden Jahre.

KI und Robotik unterstützen Ärzte im Klinikalltag

Am Universitätsklinikum Dresden kommen entsprechende Anwendungen bereits zum Einsatz. Dazu gehören KI-gestützte Verfahren in der Diagnostik ebenso wie robotische Systeme im Operationssaal. Ein Beispiel dafür ist die Arbeit von Informatikerin Stefanie Speidel, die seit 2017 die Professur für Translationale Chirurgische Onkologie innehat. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf intelligenten Assistenzsystemen, die Robotik und künstliche Intelligenz miteinander verbinden und chirurgische Eingriffe unterstützen sollen.

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Forschung für präzisere Krebsoperationen

Auch junge Wissenschaftler:innen treiben die Entwicklung voran. So erhielt die Ärztin und Forscherin Fiona Kolbinger jüngst den mit 210.000 Euro dotierten Jung-Karriere-Förderpreis 2026 für ihre Forschung zur KI-gestützten Krebschirurgie. "Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Frage, wie sich Operationen bei Krebserkrankungen im Bauchraum präziser planen und individuelle Risiken besser abschätzen lassen. Dazu nutzt sie KI-Modelle, um Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge besser zu verstehen."

Digitales Gesundheitszentrum bündelt Kompetenzen

Ein weiterer Baustein der Dresdner Forschungslandschaft ist das Else Kröner Fresenius Zentrum für Digitale Gesundheit (EKFZ), das seit 2019 aufgebaut wird. Dort beschäftigen sich Wissenschaftler mit digitalen und medizinischen Technologien, die unmittelbar in der Patientenversorgung eingesetzt werden können. Ziel ist es, die Möglichkeiten der Digitalisierung konsequent zu nutzen und sowohl die medizinische Forschung als auch die klinische Praxis weiterzuentwickeln.

Das Zentrum deckt zahlreiche Bereiche der Künstlichen Intelligenz ab. Neben einer Professur für Klinische Künstliche Intelligenz gibt es dort seit 2022 auch eine Professur für Medical Device Regulatory Science. Laut Troost ist diese in Deutschland bislang einzigartig. Sie beschäftigt sich unter anderem mit regulatorischen Anforderungen für Software als Medizinprodukt und für KI-Anwendungen, damit gesetzliche Rahmenbedingungen mit dem technologischen Fortschritt Schritt halten.

KI hilft bei Forschung und Therapieentwicklung

Große Erwartungen verbinden Forscher:innen zudem mit dem Einsatz von KI in der medizinischen Forschung. Moderne Algorithmen können umfangreiche Datensätze aus Genomforschung, Bildgebung oder klinischen Studien auswerten und dadurch neue Erkenntnisse schneller zugänglich machen. Das soll helfen, Krankheitsmechanismen besser zu verstehen und innovative Therapieansätze zu entwickeln. In Dresden liegt der Fokus dabei insbesondere auf Krebs-, Stoffwechsel-, neurologischen und psychischen Erkrankungen.

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Individuellere Behandlungen durch große Datenmengen

Auch bei der Auswahl individueller Behandlungsstrategien wird KI künftig eine immer wichtigere Rolle spielen. Sie kann große Datenmengen analysieren und Ärzt:innen bei klinischen Entscheidungen unterstützen. Dennoch bleibt für Troost klar: "Gleichzeitig bleiben Verantwortung, ethische Bewertung und die Kommunikation mit den Patientinnen und Patienten eindeutig ärztliche Kernaufgaben."

Am EKFZ untersucht ein Forschungsteam zudem, wie digitale Technologien und generative KI die Interaktion zwischen medizinischem Personal und Patienten beeinflussen. Dabei geht es unter anderem um Auswirkungen auf das Wohlbefinden sowie auf therapeutische Prozesse.

Für die medizinische Ausbildung ergeben sich daraus neue Anforderungen. Künftige Ärzt:innen müssten lernen, KI-Systeme kompetent einzusetzen und deren Möglichkeiten ebenso wie ihre Grenzen kritisch zu bewerten, betonte Troost.


Verwendete Quellen:

dpa

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