Krisengeprägtes Weltbild
Gen Z ist zunehmend desillusioniert
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
Gen Z stressanfälliger als ältere Arbeitnehmer
Videoclip • 01:16 Min • Ab 12
Der zwischen 1997 und 2012 geborenen Generation wird nachgesagt, nicht genügend Interesse an ihren Mitmenschen zu zeigen. Dieses sogenannte "Gen Z Stare"-Phänomen verstärkt sich aus Sicht von Psycholog:innen durch die vielen Krisen aktuell. Die Enttäuschung führe zu Ablehnung.
Das Wichtigste in Kürze
Psycholog:innen warnen vor einem neuen Gen-Z-Phänomen.
Demnach traut die Gen Z dem Aufstieg nicht mehr.
Krisen, hohe Kosten und unsichere Jobs haben das Vertrauen der jungen Generation erschüttert.
Der starre Blick vieler junger Menschen, der "Gen Z Stare" oder auch Gen-Z-Sta, galt bisher als Ausdruck sozialer Unsicherheit. Nun deuten Psycholog;innen das Phänomen grundsätzlicher, meldet der "Focus" unter Berufung auf einen Bericht des US-Wirtschaftsmagazins "Fortune". Demnach könnte sich hinter dem abweisenden Blick der Gen Z eine gefestigte Erwartung verbergen, dass wirtschaftliche Versprechen ohnehin nicht gelten. Aus der Enttäuschung werde zunehmend demonstrative Distanz.
Wie es weiter heißt, prägten Krisen in ihrer Kindheit das Weltbild der Gen Z, etwa die Finanz- und Immobilienkrise ab 2008. Zudem erlebt die Generation der zwischen 1992 und 2012 Geborenen einen schwierigen Berufseinstieg. Hohe Wohn-, Auto- und Lebenshaltungskosten verstärken den Eindruck, dass sich Leistung kaum noch auszahlt. All diese negativen Erfahrungen bergen dem Bericht zufolge die Gefahr, dass sich die jungen Leute zurückziehen: Aus der berechtigter Kritik könne eine Abwehrhaltung entstehen, die neue Chancen vorschnell verhindere.
Auch in den News:
Gen Z nicht nicht nur enttäuscht, sondern "wütend"
"Wohin ich auch blicke – auf das Gesundheitswesen, den Arbeitsmarkt oder den Wohnungsmarkt: Diejenigen, die uns diese 'Chancen' bieten, handeln ausbeuterisch und treiben ein ohnehin kaputtes System immer weiter in die Tiefe", zitiert der Beitrag die 24-jährige Kaelyn. "Wir waren vom Arbeitsleben desillusioniert, bevor wir überhaupt in den Arbeitsmarkt eingetreten sind." Die Gen Z sei deshalb nicht nur enttäuscht, sondern vor allem "wütend".
Dieser negative Trend bei jungen Beschäftigten habe bereits um 2010 begonnen, konstatieren die Ökonomen David Blanchflower und Alex Bryson. Ihre internationalen Untersuchungen liefern dafür einen psychologischen Kontext: Demnach ist die traditionelle U-Kurve der Lebenszufriedenheit teilweise verschwunden. Nicht mehr Menschen mittleren Alters, sondern junge Erwachsene sind aktuell besonders häufig unzufrieden.
Verwendete Quellen:
focus.de: "Phänomen 'Gen-Z-Stare': Gen Z traut dem Aufstieg nicht mehr und ist 'desillusioniert'"
fortune.com: "Gen Z was 'jaded about employment before we ever entered the workforce'—now psychologists say the stare has hardened into something worse"
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