Kühlwasser benötigt
Rumänien sprengt Donau-Felsen – Kernkraftwerk drohte Abschaltung
Aktualisiert:
von Christopher Schmitt:newstime
Klimawandel facht Brände an (31. Juli)
Videoclip • 01:44 Min • Ab 12
Die Donau ist in Rumänien dramatisch niedriger als sonst. Für ein bedeutendes Kernkraftwerk braucht es Kühlwasser. Das ist die Idee hinter der Felsensprengung.
Mit schwerem Gerät kämpft Rumänien gegen die Folgen der verheerenden Dürre: Um das Kernkraftwerk Cernavoda vor der kompletten Abschaltung zu retten, hat die Armee einen massiven Felsen im Flussbett der Donau gesprengt. Die spektakuläre Aktion soll mehr Kühlwasser zum Kraftwerk leiten, das ein Fünftel des rumänischen Strombedarfs deckt.
Bei Izvoarele, rund 50 Kilometer flussaufwärts von Cernavoda, sprengten Soldaten den durch die extreme Trockenheit freigelegten Felsen. Die Trümmer werden nun mit Lastkähnen an eine strategische Stelle in einem Donau-Arm transportiert und dort versenkt, um den Wasserstand anzuheben. Verteidigungsminister Radu Miruta bezeichnete die Operation als Erfolg und betonte, dass die Armee 30 Jahre lang erfolglos versucht habe, dieses Hindernis zu beseitigen.
Die Lage ist kritisch: Die Donau führt derzeit nur ein Drittel der Wassermenge, die normalerweise in dieser Jahreszeit gemessen wird – Tendenz weiter sinkend. Bereits vergangene Woche musste einer der beiden Reaktoren in Cernavoda wegen Kühlwassermangels heruntergefahren werden. Sollte die Fluss-Umleitung scheitern, droht spätestens an diesem Donnerstag (6. August) die vollständige Abschaltung des Kraftwerks, warnte der Minister.
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Mit Bums gegen Niedrigwasser: In der Donau in Rumänien werden Felsen gesprengt, um die Wasserzufuhr zu einem Kernkraftwerk zu sichern.
Bild: Andreea Alexandru/AP/dpa
Autobauer müssen Produktion unterbrechen
Die Energiekrise trifft die rumänische Wirtschaft mit voller Wucht: Die Autobauer Dacia und Ford unterbrechen ihre Produktion bis zum 19. August, wie Ministerpräsident Ilie Bolojan nach einem Krisentreffen mit Industrievertreter:innen mitteilte. Weitere Unternehmen wollen diesem Beispiel folgen. Dacia in Mioveni ist Rumäniens größter Autobauer und Exporteur, Ford betreibt in Craiova ein bedeutendes Werk für Fahrzeuge, Motoren und Batterien.
Die Regierung plant eine Verordnung, die es ermöglichen soll, den Stromkonsum von Großverbrauchern notfalls zwangsweise einzuschränken. Neben dem AKW-Problem produzieren auch die Wasserkraftwerke wegen der Dürre deutlich weniger Strom als üblich, erklärte Bolojan. Immerhin zeigen erste Sparappelle an die Bevölkerung Wirkung – der landesweite Verbrauch ist bereits zurückgegangen.
Das Kernkraftwerk Cernavoda mit seinen beiden kanadischen CANDU-Reaktoren, die 1996 und 2007 ans Netz gingen, produziert jährlich etwa zehn Millionen Megawattstunden Strom.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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