Epstein-Akten
Joscha Bach: Wie Epstein einem deutschen KI-Forscher zur Karriere verhalf
Veröffentlicht:
von Jana Wejkumtaff
Neue Epstein-Akten bringen immer mehr Details ans Licht
Videoclip • 03:00 Min • Ab 12
Recherchen mehrerer Medien zeigen, dass Bach über Jahre tief in die Welt Epsteins eintauchte und von Geldzahlungen profitierte. Das sagt der Forscher zu den Vorwürfen.
Das Wichtigste in Kürze
Der deutsche KI-Forscher Joscha Bach soll nach Recherchen des ZDF, des "Spiegels" und des "Standards" sowohl beruflich als auch privat von engem Kontakt mit Jeffrey Epstein profitiert haben.
In den kürzlich veröffentlichten Epstein-Akten finden sich E-Mails, Chatverläufe und Kontoauszüge, die unter anderem Geldzahlungen und einen Aufenthalt auf Epsteins Insel belegen sollen.
Bach leugnet die Vorwürfe teilweise: Er habe zwar von Epstein profitiert, will von den schwerwiegenden Anschuldigungen aber nichts gewusst haben.
Er soll Jeffrey Epsteins "Mann für Künstliche Intelligenz" gewesen sein: der deutsche KI-Experte Joscha Bach. Das legen die kürzlich veröffentlichten Akten des US-Justizministeriums im Fall des verurteilten Sexualstraftäters Epstein dar. Das ZDF, der "Spiegel" und der "Standard" haben E-Mails, Chatverläufe und Kontoauszüge ausgewertet, die die Verbindungen des deutschen Wissenschaftlers zu Epstein offenlegen.
Demnach vermittelte Epstein dem Wissenschaftler nicht nur wichtige Kontakte, sondern ließ ihm verteilt über sechs Jahre lang bis kurz vor seiner Festnahme 2019 mehr als eine Million Dollar zukommen.
Zahlungen, Wohnungen, Urlaube und Flüge
Wie "zdfheute" berichtet, habe Joscha Bach mit Epsteins Hilfe in den USA eine Existenz aufgebaut. Er soll durch die Kontakte und die finanzielle Unterstützung Epsteins in der Lage gewesen sein, eine Stelle am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) anzunehmen.
Bach sei laut Akten von Epstein abhängig gewesen und habe ihn immer wieder um hohe Geldzahlungen gebeten. Auch die Privatinsel Epsteins, Little St. James, habe Bach 2015 per Helikopter besucht. Eine Assistentin des Milliardärs habe für Bachs Familie Flüge gebucht. Wochen vor Epsteins Festnahme wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch wurde Bach den Recherchen zufolge in dessen Stadthaus in New York empfangen.
Bach leugnet Vorteile nicht
Dass Joscha Bach von dem Kontakt mit Epstein Vorteile gezogen hat, leugnet der Wissenschaftler nicht. Dem ZDF gegenüber bestätigte er, dass Epstein seinen "Aufenthalt als Wissenschaftler in den USA maßgeblich ermöglicht" habe. Epstein habe seine Forschung nicht beeinflusst, aber Bach habe auf seine Einladung hin "an Treffen mit Wissenschaftlern, Intellektuellen und Politikern" teilgenommen.
Dass Epstein ihn gefördert hat, gab Bach im November 2025 zu, stellte das Verhältnis aber offenbar als weniger innig dar, als die neu veröffentlichten Akten es vermuten lassen.
Bach will "keinerlei Kenntnis" gehabt haben
Bach gibt an, Epsteins Förderangebot angenommen zu haben, weil er davon ausging, dass "Epstein sich nach der Verbüßung seiner Haftstrafe keiner weiteren Vergehen schuldig gemacht" habe.
Bei einem Besuch der Privatinsel, auf der Epstein den Missbrauch junger Frauen organisiert haben soll, will Bach "keinerlei Anzeichen für illegale oder fragwürdige Aktivitäten, bei dieser oder irgendeiner anderen Gelegenheit" gesehen haben. Eine Mail einer Freundin, die an Epstein und Bach gerichtet war, erwähnte nach ZDF-Recherchen explizit "High-Profile-Inselorgien".
Der Forscher teilt mit: "Ich wurde niemals Zeuge oder hatte irgendeine Kenntnis von ungesetzlichen Handlungen Jeffrey Epsteins nach seiner Verurteilung (2008), und hätte jeglichen Kontakt sofort abgebrochen, wenn das der Fall gewesen wäre." Von den schwerwiegenden Anschuldigungen gegen Epstein habe er "keinerlei Kenntnis" gehabt und sei "zutiefst schockiert".
Auch in den News:
Wohl bereits Konsequenzen für Karriere
Die Recherchen zeigen, dass die Veröffentlichung der Epstein-Akten die Karriere des KI-Forschers wohl bereits beeinflusst hat. Sein geplanter Vortrag beim Treffen des "Chaos Computer Clubs" war aus unbekannten Gründen im Dezember nicht mehr Teil des Programms. In einer Wissenschaftsinitiative der Universität Bamberg, die ihn als unbezahlten "Associate Researcher" führte, wird er nicht mehr genannt.
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