Handydaten vorgestellt
Angeklagte im Fall Fabian: Internet-Suche, ob Wildschweine tote Menschen fressen
Aktualisiert:
von Christopher Schmitt:newstime
Falschaussage: Ermittlungen gegen Fabians Vater (13. Mai)
Videoclip • 01:14 Min • Ab 12
Am zehnten Prozesstag im Fall Fabian wurden die Handy-Daten der Angeklagten ausgewertet. Chats und Google-Suchen bringen sie weiter in Bedrängnis.
Es ist bereits der zehnte Verhandlungstag im Mordprozess zum Fall des getöteten Fabian aus Güstrow – und der Tag, an dem die Auswertungsergebnisse des Handys der Angeklagten vorgestellt wurden. Am Morgen nach Fabians Tod soll die 30-Jährige gegoogelt haben, ob Wildschweine tote Menschen fressen. Dies berichtet "Bild" aus dem Gerichtssaal. Außerdem soll die Angeklagte zuvor in der Suchmaschine nach "Polizei" sowie "Polizei news" gesucht haben.
Der zuständige Polizeibeamte und Digitalforensiker am Landgericht Rostock berichtete von einer intensiven Handy-Nutzung. Die 30-jährige Angeklagte soll unter anderem 1.100 Sprachnachrichten verschickt, über 3.100 Mal Messengerdienste genutzt sowie 207 Mal telefoniert haben – innerhalb von lediglich viereinhalb Tagen.
Auch in den News:
Chat-Info über Wasser- und Brandleichen
Zudem schrieb die Angeklagte am 13. Oktober, nur einen Tag, bevor Fabians Leichnam gefunden wurde, demnach mit einer Bekannten. Diese sagte am Dienstag (9. Juni) vor dem Landgericht Rostock aus, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Thema des Chats war eine Suchaktion der Polizei am Inselsee. Dort hatten Spürhunde eine Fährte aufgenommen. Von Seiten der Angeklagten wurde darauf hingewiesen, dass Wasserleichen keine DNA-Spuren aufwiesen – und Brandleichen nur wenige.
Der Richter merkte daraufhin an, die Angabe zur Brandleiche sei aus dem Nichts gekommen. Von Seiten des Digitalforensikers der Polizei hieß es, das Wort sei damals erstmals von ihr eingeführt worden.
Zudem wurde festgestellt, dass sich das Auto der Angeklagten am 10. Oktober in Güstrow vor der Wohnung in Güstrow aufhielt, in der Fabian lebte. Eine Kameraaufnahme auf dem Mobiltelefon führte zu dieser Erkenntnis.
Verwendete Quellen:
Bild: "Gina H. fragte Google, ob Wildschweine tote Menschen fressen"
Nachrichtenagentur dpa
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