Teurer Sprit
Start in die Sommerferien: Der richtige Reifendruck spart richtig Geld
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Hier machen die Deutschen am liebsten Urlaub
Videoclip • 01:48 Min • Ab 12
Wer regelmäßig den Reifendruck prüft und beim nächsten Reifenkauf auf die Energieeffizienzklasse achtet, kann spürbar Sprit und Geld sparen. Die Zusammenhänge sind einfacher als viele denken.
Das Wichtigste in Kürze
Schon 0,4 bar zu wenig Reifendruck erhöhen den Spritverbrauch um bis zu 0,3 Liter auf 100 Kilometer.
Auch mit Reifen der Effizienzklasse G lassen sich gegenüber Klasse A bei 25.000 Kilometern im Jahr bis zu 165 Liter Kraftstoff sparen.
Dieser Reifen-Trick kann zudem beim Spritsparen helfen.
Angesichts historisch hoher Preise für Benzin und Diesel ist Sprit sparen angesagt – und zwei der wirkungsvollsten Maßnahmen kosten kaum Zeit und wenig bis kein Geld. Die erste: den Reifendruck regelmäßig kontrollieren. Die zweite: beim Reifenkauf auf den Rollwiderstand achten. Beide Faktoren hängen direkt mit dem Kraftstoffverbrauch zusammen – und damit mit den Kosten, die jede Fahrt verursacht.
Zu wenig Druck kostet Geld und Sicherheit
Schon ein Druckverlust von 0,4 bar gegenüber dem Sollwert kann den Kraftstoffverbrauch um bis zu 0,3 Liter auf 100 Kilometer erhöhen, wie der ADAC mitteilt. Dazu kommt erhöhter Reifenverschleiß. Sicherheitsprobleme kommen noch früher: Bereits 0,5 bar zu wenig können den Bremsweg verlängern und die Kurvenlage verschlechtern. Im Extremfall – bei sehr hohem Tempo – kann ein zu weicher Reifen sogar platzen.
Reifen verlieren auch ohne Fahren stetig Luft – laut ADAC etwa 0,1 bis 0,2 bar in drei Monaten. Deshalb empfiehlt der Autoclub, den Druck als Vielfahrer:in alle zwei Wochen zu prüfen, ansonsten mindestens einmal im Monat. Wichtig dabei: Der Check sollte möglichst vor der Fahrt erfolgen, wenn der Reifen noch kalt ist – also nicht nach einer langen Autobahnfahrt.
Den richtigen Solldruck findet man an verschiedenen Stellen:
Am Aufkleber an der B-Säule bei geöffneter Fahrertür
Im Handschuhfach
Auf der Innenseite des Tankdeckels
In den Reifendrucktabellen der Hersteller im Internet
Dabei können die Werte für Vorder- und Hinterachse unterschiedlich sein – und auch die Beladung des Fahrzeugs spielt eine Rolle.
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Etwas mehr Druck kann noch mehr sparen
Hersteller geben aus Komfortgründen oft einen Mindestdruck an. Wer diesen um 0,2 bar erhöht, würde laut ADAC beim Fahrkomfort kaum einen Unterschied spüren, könnte aber den Spritverbrauch weiter senken. Zu viel Druck ist jedoch ebenfalls problematisch: Er mindert den Fahrkomfort und kann zu ungleichmäßigem Reifenabrieb führen.
Einige Fahrzeuge bieten deshalb bereits zwei Druckangaben: einen höheren "Eco"-Fülldruck und einen niedrigeren "Komfort"-Druck. Gibt ein Hersteller explizit einen Eco-Druck an, sollte dieser laut ADAC nicht überschritten werden.
Rollwiderstand: Bis zu 165 Liter Mehrverbrauch pro Jahr
Neben dem Luftdruck hat auch die Wahl des Reifens erheblichen Einfluss auf den Verbrauch. Beim modernen Pkw entfallen laut dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) zwischen 20 und 30 Prozent des gesamten Kraftstoffverbrauchs auf die Reifen. Der Rollwiderstand – also die Kraft, die beim Abrollen überwunden werden muss – ist dabei der entscheidende Faktor.
Auf dem EU-Reifenlabel sind Reifen in Energieeffizienzklassen von A bis G eingeteilt. Der Unterschied zwischen der besten Klasse A und der schlechtesten Klasse G kann laut VCD bei einem Referenzfahrzeug rund 10 Prozent des Kraftstoffverbrauchs ausmachen – das entspricht 0,66 Litern auf 100 Kilometern.
Bei einer angenommenen Jahresfahrleistung von 25.000 Kilometern verbraucht ein Fahrzeug mit Reifen der Klasse G gegenüber Klasse A bis zu 165 Liter mehr Kraftstoff. Bei einem Kraftstoffpreis von 1,60 Euro pro Liter entspricht das 264 Euro zusätzlichen Tankkosten pro Jahr. Dabei gilt laut VCD: Die Ersparnis durch geringere Kraftstoffkosten übersteigt die möglichen Mehrkosten für rollwiderstandsärmere Reifen deutlich.
Verwendete Quellen:
Verkehrsclub Deutschland: "Reifen entscheiden über Kraftstoffverbrauch"
Nachrichtenagentur dpa
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