Wegen Fotos

Vor Supermarkt in Kiel: Maddie-Verdächtiger greift Polizei an

Veröffentlicht:

von Fabia Söllner

:newstime

Vermisst: Wo sind Frieda und Alfons?

Videoclip • 01:12 Min • Ab 12


Christian B., der Hauptverdächtige im Fall Madeleine McCann, soll in Kiel einen Polizisten angegriffen und Widerstand gegen Einsatzkräfte geleistet haben. Gegen den 49-Jährigen läuft inzwischen ein Strafverfahren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gegen Christian B. wird wegen des Verdachts des tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte ermittelt.

  • Bei dem Vorfall in Kiel wurde ein Polizist während einer Rangelei verletzt.

  • B. gilt seit 2020 als Hauptverdächtiger im Fall der verschwundenen Madeleine McCann.

Gegen Christian B., den Hauptverdächtigen im Fall der 2007 verschwundenen Madeleine McCann, wird erneut ermittelt. Diesmal geht es um den Vorwurf des tätlichen Angriffs und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Der Vorfall soll sich bereits Anfang Juni vor einem Supermarkt in Kiel ereignet haben.

Nach Angaben der Polizeidirektion Kiel kam es am 6. Juni während eines Einsatzes zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit Polizeibeamten. Dabei wurde ein Polizist verletzt. Die Ermittlungen dauern an, berichtet unter anderem die "Bild".

B. soll Beamte fotografiert haben

Nach Informationen von "Spiegel" soll B. zuvor Einsatzkräfte vor einem Supermarkt fotografiert haben. Als die Beamten sein Mobiltelefon sicherstellen wollten, habe er sich geweigert, das Gerät herauszugeben. In der Folge sei es zu einer Rangelei gekommen, bei der sich ein Polizist am Knie verletzte.

Die Kieler Polizei bestätigt den Vorfall, nennt jedoch keine weiteren Einzelheiten. Eine Sprecherin erklärte lediglich gegenüber der "Bild", dass Lichtbilder der beteiligten Beamten angefertigt worden seien und ein Ermittlungsverfahren wegen eines tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte eingeleitet wurde.

Anwalt kritisiert Vorgehen der Polizei

Der Verteidiger von B. bestätigte den Zwischenfall grundsätzlich, kritisierte jedoch das Vorgehen der Polizei. Nach seiner Darstellung habe sein Mandant die Beamten aus einer Entfernung von mehr als 40 Metern fotografiert. Die Sicherstellung des Handys sei deshalb nicht gerechtfertigt gewesen, erklärte er gegenüber der "Bild".

Ob sich der Vorwurf des tätlichen Angriffs bestätigt, ist derzeit Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Auch in den News:

B. ist wieder auf freiem Fuß

Christian B. war im September 2025 nach einer mehrjährigen Haftstrafe wegen Vergewaltigung aus dem Gefängnis entlassen worden. Seitdem lebt der 49-Jährige in einer städtischen Unterkunft in Kiel. Er trägt eine elektronische Fußfessel und wird aufgrund einer Gefährdungsbewertung engmaschig von den Behörden überwacht.

Es ist nicht der erste Polizeieinsatz rund um den Maddie-Verdächtigen B. in diesem Jahr. Bereits im April war er in Kiel in eine körperliche Auseinandersetzung verwickelt. Nach damaligen Erkenntnissen soll er ein Privatgrundstück betreten haben, woraufhin es zu einer Schlägerei mit dem mutmaßlichen Grundstückseigentümer kam. Beide Männer wurden verletzt. Die Polizei ermittelt in diesem Fall wegen des Verdachts der wechselseitigen Körperverletzung.


Zusammenhang mit dem Verschwinden von Maddie?

Christian B. gilt seit 2020 als Hauptverdächtiger im Fall der verschwundenen Madeleine McCann. Damals war öffentlich geworden, dass BKA und Staatsanwaltschaft Braunschweig in diesem Zusammenhang gegen B. ermitteln. Das seinerzeit dreijährige Mädchen war 2007 aus einem Ferienapartment ihrer Eltern im portugiesischen Praia da Luz verschwunden. B., ein mehrfach vorbestrafter Sexualstraftäter, lebte zu dieser Zeit in der Nähe. Ein mutmaßlich B. zugeordnetes Handy soll am Abend des Verschwindens in einer Funkzelle nahe dem Tatort eingeloggt gewesen sein.
Trotz zahlreicher Hinweise ist bis heute keine Anklage gegen B. im Fall Maddie erhoben worden. Es gilt die Unschuldsvermutung.


Verwendete Quellen:

Bild: "Maddie-Verdächtiger greift Polizisten an"

Nachrichtenagentur dpa

Mehr entdecken