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Waldsiedlung Zehlendorf in Berlin wird Unesco-Welterbe: Bewohner befürchten Mieterhöhung

Veröffentlicht:

von Fabia Söllner

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Bauhaus-Siedlung bald UNESCO-Welterbe?

Videoclip • 01:22 Min • Ab 12


Die Waldsiedlung Zehlendorf erhält den Unesco-Welterbe-Status. Die Auszeichnung weckt aber auch Sorgen vor möglichen Veränderungen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Waldsiedlung Zehlendorf gehört jetzt zum Unesco-Welterbe.

  • Die Siedlung ist für ihre farbenfrohe Architektur und ihr modernes Wohnkonzept bekannt.

  • Einige Anwohner:innen sorgen sich wegen möglicher Mietsteigerungen und strengerer Denkmalschutzauflagen.

Die Waldsiedlung Zehlendorf im Südwesten Berlins ist nun Teil des Unesco-Welterbes. Das entschied das Unesco-Komitee auf seiner Sitzung im südkoreanischen Busan. Damit wird ein weiterer bedeutender Ort der deutschen Architekturgeschichte international gewürdigt.

Es handelt sich jedoch nicht um einen neuen Welterbe-Eintrag, sondern um eine Erweiterung der bereits seit 2008 anerkannten Welterbestätte "Siedlungen der Berliner Moderne". Zu dieser gehören jetzt insgesamt sieben Siedlungen, darunter auch die Hufeisensiedlung in Neukölln und die Weiße Stadt in Reinickendorf.

Nach den Worten der deutschen Unesco-Botschafterin Kerstin Pürschel bereichert die Waldsiedlung das bestehende Welterbe durch ihre besondere Kombination aus moderner Architektur, natürlicher Waldlandschaft und städtischer Infrastruktur.

Wohnkonzepte für die Zukunft

Nach Ansicht von Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, sind die Siedlungen der Berliner Moderne bis heute ein Vorbild für bezahlbaren, gesunden und hochwertigen Wohnraum.

Mit der Aufnahme der Waldsiedlung Zehlendorf werde deutlich, dass die damaligen Wohnkonzepte auch nach rund 100 Jahren noch aktuell sind. Die Siedlung entstand zwischen 1926 und 1932 nach Entwürfen von Bruno Taut, Hugo Häring und Otto Rudolf Salvisberg. Ihr moderner Bauhausstil stieß damals bei konservativen Kreisen auf starke Kritik.

"Licht, Luft und Sonne" ist Programm

Heute gilt die Waldsiedlung als Meilenstein der Architektur. Nach dem Motto "Licht, Luft und Sonne" standen Gesundheit, Lebensqualität und bezahlbarer Wohnraum im Mittelpunkt.

Die von Bruno Taut entworfene Siedlung verbindet moderne Bauweise mit viel Grün und ist die größte der Berliner Moderne. Eine weitere Besonderheit ist die Ladenstraße am U-Bahnhof Onkel Toms Hütte – das damals weltweit erste Einkaufszentrum, das direkt an einen Bahnhof angebunden war.

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Daher kommt der Spitzname "Papageiensiedlung"

Die auffälligen Fassaden in Gelb, Blau, Grün und Bordeauxrot sowie die farbig gestalteten Fenster und Eingangstüren brachten der Waldsiedlung den Spitznamen "Papageiensiedlung" ein. Im Laufe der Jahre lebten dort auch bekannte Persönlichkeiten wie der Schauspieler Theo Lingen und der SPD-Politiker sowie Widerstandskämpfer Julius Leber.

Die Aufnahme in die Unesco-Welterbeliste wird von vielen Bewohner:innen als besondere Auszeichnung angesehen. Gleichzeitig äußern einige Anwohner:innen Bedenken, dass der neue Status steigende Mieten und strengere Denkmalschutzauflagen nach sich ziehen könnte.

Die Entscheidung wurde vom Unesco-Welterbekomitee während seiner Tagung im südkoreanischen Busan getroffen. Deutschland zählt damit insgesamt 55 Welterbestätten, während weltweit zahlreiche Kultur- und Naturstätten weiterhin durch Kriege, Naturkatastrophen und die Folgen des Klimawandels bedroht sind.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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