Tierärztin informierte
DNA-Rätsel um Buckelwal Timmy: Pressekonferenz wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet
Aktualisiert:
von Deborah Rebel:newstime
Neuer Buckelwal in der Ostsee gesichtet (23. Juni)
Videoclip • 58 Sek • Ab 12
Ein chinesisches Labor, widersprüchliche DNA-Proben und eine einsame Tierärztin vor der Presse: Die Pressekonferenz zum Fall des Buckelwals Timmy entwickelte sich zu einem wissenschaftlichen Krimi, der die Identität des toten Meeressäugers in Frage stellt.
Wochenlang hielt Timmys Schicksal Deutschland in Atem, bis er schlussendlich tot aufgefunden wurde. Dass es sich bei dem Kadaver tatsächlich um den Buckelwal handelte, bezweifelten allerdings manche. Am Mittwoch (22. Juli) stellte die Tierärztin Kirsten Tönnies in einer Pressekonferenz nun die DNA-Analyse von Buckelwal Timmy vor.
Die Kleintierärztin Kirsten Tönnies, Mitglied der Transport-Initiative, präsentierte bei der Pressekonferenz in Hamburg durchaus spannende Ergebnisse: Ein chinesisches Labor habe zwei Gewebeproben des Wals untersucht. Die Abweichungen seien dabei so groß gewesen, dass die DNA nicht von derselben Tierart stammen könne, erklärte Tönnies. Den Namen des Labors wollte sie nicht nennen.
Die eine Probe sei dem Wal auf der Barge entnommen worden, die andere stamme vom Kadaver vor der dänischen Insel Anholt. Doch die Schlussfolgerung, es könnte sich um zwei verschiedene Tiere handeln, stieß auf Widerspruch – selbst aus den eigenen Reihen.
Tierärztin Kirsten Tönnies spricht während einer Pressekonferenz im Hamburg-Haus Eimsbüttel zum in der Ostsee gestrandeten Buckelwal Timmy.
Bild: Marcus Brandt/dpa
Kritik von Mitstreiterin
Die Tierärztin Anne Herrschaft, ebenfalls Mitglied der Initiative, widersprach der Vermutung. "Auch wenn es traurig ist, es ist leider unser Wal", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie habe das Tier zweieinhalb Wochen jeden Tag gesehen und könne es an seinen Merkmalen eindeutig identifizieren. Zudem sei sie auf Anholt dabei gewesen, als Taucher den Tracker von der Rückenflosse abnahmen.
Auch die Senderdaten sprechen eine klare Sprache: Der Tracker zeigte, dass der Wal nach dem Aussetzen wieder Richtung Ostsee schwamm. Kurz vor Anholt erlosch das Signal – ein typisches Zeichen dafür, dass das Tier auf den Meeresgrund sank.
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Wissenschaftliche Erklärung für DNA-Abweichungen
Die Ursache für die widersprüchlichen Laborergebnisse könnte unsachgemäße Probenbehandlung sein. Eine der Proben war in Formalin eingelegt – eine wässrige Lösung von Formaldehyd. Solche Fixiermittel führen bei Raumtemperatur zu einem Abbau von DNA, wie unter anderem eine Studie im Fachjournal "Pathology, Research and Practice" zeigte.
Hinzu kommt: Die Proben wurden Tönnies zufolge erst spät gekühlt. Für einen DNA-Abgleich ist jedoch entscheidend, dass Gewebe schnellstmöglich gekühlt, eingefroren oder konserviert wird. Wärme, Feuchtigkeit und Kontamination beschleunigen den Verlust an verwertbarer DNA.
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Geldgeber distanzierten sich schon vorab
Die Geldgeber der Initiative, Karin Walter-Mommert und Walter Gunz, hatten sich schon im Vorfeld von der Pressekonferenz distanziert. Allein Tönnies saß dort, niemand anderes von der Initiative oder aus dem Labor, kein Experte etwa des Meeresmuseums und niemand aus dem Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns. Auch mit Tierärztin Herrschaft habe sie keinen Austausch mehr, sagte Tönnies.
Hintergrund: Der tragische Verlauf
Der Buckelwal war am 3. März im Hafen von Wismar gesichtet worden und strandete mehrfach an der deutschen Ostseeküste. Ab dem 31. März lag das schwer geschwächte Tier vor der Insel Poel, bis die Initiative am 28. April mit ihm Richtung Nordsee startete. Am 2. Mai wurde er etwa 70 Kilometer von Skagen entfernt im Skagerrak ausgesetzt.
Knapp zwei Wochen später, am 14. Mai, wurde das Buckelwal-Weibchen tot vor Anholt angespült.
Die umstrittene Rettungsaktion hatte bereits im Vorfeld massive Kritik von Expert:innen ausgelöst, die vor den Risiken eines solchen Transports gewarnt hatten.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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