Wal gibt weiter Rätsel auf
Timmy-Hammer: Ist er gar nicht tot?
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Wal Timmy: Weibchen gibt Rätsel auf
Videoclip • 29 Sek • Ab 12
Der Fall des Buckelwals Timmy nimmt eine neue, überraschende Wendung: Eine DNA-Analyse soll belegen, dass der tote Wal, der wochenlang auf der dänischen Insel Anholt lag, gar nicht Timmy ist. Doch viele Indizien sprechen auch gegen dieses Ergebnis.
Das Wichtigste in Kürze
Eine DNA-Analyse soll laut "Bild" belegen, dass der tote Buckelwal auf der dänischen Insel Anholt nicht Timmy ist.
Starke Indizien wie der gefundene Tracker, Positionsdaten und ein Fotovergleich der Schwanzflosse sprechen jedoch dafür.
Eine Pressekonferenz in Hamburg könnte mehr Klarheit bringen.
Es ist eine Nachricht, die den dramatischen Fall des Buckelwals Timmy erneut auf den Kopf stellt: Nach "Bild"-Informationen hat eine DNA-Analyse ergeben, dass der tote Wal, der auf der dänischen Insel Anholt angeschwemmt wurde, nicht Timmy ist. Das Ergebnis soll am heutigen Mittwoch (22. Juli) auf einer Pressekonferenz zu Timmy in Hamburg offiziell verkündet werden.
Verfolge die Pressekonferenz ab 14 Uhr LIVE und KOSTENLOS auf Joyn – hier klicken!
Für die DNA-Analyse waren zwei Proben entnommen worden: Die erste stammte aus dem Bolzen, den der amerikanische Wal-Experte Jeff Forster für die Befestigung eines Trackers durch Timmys Finne gebohrt hatte. Die zweite wurde von Mitgliedern der Wal-Initiative am Kadaver auf Anholt entnommen. Beide Proben wurden an ein Labor geschickt und miteinander verglichen. Das Ergebnis: Die DNA-Proben stimmen nicht überein.
So eindeutig das DNA-Ergebnis klingt, so viele Fragen wirft es auf. Denn für die Probenentnahme gab es keine unabhängigen Zeugen. Weder das Umweltministerin von Till Backhaus in Mecklenburg-Vorpommern mit noch das Meeresmuseum Stralsund hatten eigenes DNA-Material gesammelt. Auch der Versand der Proben ans Labor wurde nicht unabhängig überwacht – und wie die Proben gelagert wurden, ist ebenfalls unklar. Durch falsche Lagerung könnte das Material verfälscht worden sein.
Dem gegenüber steht laut "Bild"-Informationen, dass die Qualität der Datenanalyse bei 99 Prozent liegen soll.
Auch in den News:
Gleichzeitig gibt es eine Reihe gewichtiger Indizien, die dafür sprechen, dass der Kadaver auf Anholt doch Timmy war. Bei dem toten Tier wurde der Wal-Tracker gefunden. Die Positionsdaten auf dem Gerät legen nahe, dass Timmy auf Anholt tot angeschwemmt wurde – Experten des Umweltministeriums prüften die Angaben und kamen zum Ergebnis, sie seien korrekt.
Hinzu kommen Verletzungen am Kadaver, die mit denen übereinstimmen, die Timmy auf Poel aufwies – darunter tiefe Wunden an der Schwanzflosse, die bei der Freilassung entstanden sein könnten, wie "Bild" weiter berichtet.
Wal-Forscher und Biologe Fabian Ritter bestätigte nach einem Fotovergleich der Schwanzflosse: "Es handelt sich um dasselbe Individuum. Man erkennt ganz klar den individuellen Kantenverlauf am hinteren Ende der Fluke."
Ungereimtheiten von Anfang an
Der Fall Timmy war von Anfang an von Ungereimtheiten begleitet. Bis heute ist unklar, wer den Befehl für die als chaotisch beschriebene Freilassung des Wals gab. Kurz nach der Freilassung funktionierte der Tracker aus rätselhaften Gründen nicht einwandfrei – es kam angeblich nur "Datenmatsch" an. Lange blieb geheim, um welches Gerät es sich handelte.
Auf Anholt häuften sich weitere Widersprüche: Der gestrandete Wal war weiblich – Timmy hatte bis dahin als Bulle gegolten. Zudem wurde der Tracker nicht sofort gefunden. Erst im zweiten Anlauf fand ein dänischer Taucher das Ortungsgerät.
Ist Timmy noch am Leben?
Eine eindeutige Antwort auf die Frage, ob Timmy noch lebt, kann das DNA-Ergebnis nicht liefern – zu viele Unklarheiten bleiben bestehen. Die Pressekonferenz in Hamburg kann heute hoffentlich mehr Klarheit bringen.
Timmy war im Frühjahr in die deutsche Ostsee geschwommen und unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit immer wieder gestrandet. Eine private Initiative brachte den Buckelwal in einer aufwendigen Aktion in einem Transportkahn in die Nordsee und setzte ihn dort frei. Fachleute kritisierten das als Tierquälerei.
Verwendete Quellen:
Bild: "Ist Timmy noch am Leben?"
Nachrichtenagentur dpa
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Bei Ludwigslust
Tierischer Zwischenfall auf der A14: Schaf löst Vollsperrung aus

Überflutete Straßen
Unwetter an der Adria: Riesige Hagelkörner und Tornado in beliebter Urlaubsregion

Noch rentabel?
33 Galeria-Filialen könnten schließen: Ist ein Standort in deiner Stadt bedroht?

Neun Tote
Zehn Jahre nach OEZ-Terror: Eltern eines Opfer erheben schweren Vorwurf

Vorhersage
Wetter in Bayern: Viel Sonne und milde Temperaturen

Rezepte aus Bayern
Rezept von Bayerns bester Junior-Köchin: Cappelletti mit Schmelzzwiebel-Füllung





