Stadt verlangt Eintritt für Ausblick

Aus für kostenlosen Zugang zur Elbphilharmonie-Plaza in Hamburg

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von Benedikt Rammer

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Feueralarm: Elbphilharmonie während Konzert geräumt

Videoclip • 54 Sek • Ab 12


Der Ausblick von der Elbphilharmonie war bislang gratis – damit soll bald Schluss sein. Künftig will Hamburg Eintritt für die Plaza verlangen. Für viele ist das ein Bruch mit einem alten Versprechen: Denn einst wurde der berühmte "Balkon der Stadt" als frei zugänglicher Ort für alle angekündigt.

Paukenschlag in Hamburg: Der Eintritt auf die Aussichtsplattform der Elbphilharmonie soll in wenigen Monaten nicht mehr kostenlos sein. Der allgemeine Eintritt soll fünf Euro kosten, ermäßigt drei Euro. Das geht aus den Ergebnissen der Haushaltsberatungen des rot-grünen Senats hervor. Die Erhebung des Eintritts sei unvermeidlich, hieß es nun.

Laut einem Sprecher der Kulturbehörde gegenüber dpa soll der Eintritt vom 5. Oktober an gezahlt werden müssen. Die Pläne sind Teil des Haushaltsentwurfs des Senats. Dieser geht im nächsten Schritt an die Hamburgische Bürgerschaft, wo er nach mehreren Beratungsrunden in Ausschüssen dann voraussichtlich im Dezember vom Parlament endgültig verabschiedet werden soll.

Mehr als 2,2 Millionen Besucher:innen genossen 2025 den Ausblick an der Elbphilharmonie

Die Plaza in 37 Metern Höhe auf der achten Etage wurde Ende 2016 eröffnet. Zuletzt hatte ein Behördensprecher immer wieder betont, dass ein Eintritt eigentlich von Anfang an geplant war. Bislang mussten Besucherinnen und Besucher sich zwar ein Ticket für die Plaza holen, das war aber kostenlos.

Die Aussichtsplattform ist eines der meistbesuchten Wahrzeichen der Stadt. Im vergangenen Jahr haben mehr als 2,2 Millionen Menschen die Plaza besucht und den kostenlosen Ausblick über Hafen und Stadt genossen. Täglich kommen bis zu 17.000 Menschen auf den Rundweg mit Weitblick. Die Plaza liegt genau zwischen der Ziegel- und der Glasfassade des imposanten Konzerthauses mit dem wellenförmigen Dach.

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Scholz 2016: "Plaza ist frei zugänglich für jedermann und jede Frau"

2016 hatte der damalige Bürgermeister und spätere Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in seiner Rede zur Eröffnung der Elbphilharmonie den Bürgern versprochen: "Jede Hamburgerin und jeder Hamburger kann ab heute hier herkommen und sagen: Das ist unser Balkon, der größte der Stadt." Und: "Die Plaza ist ein öffentlicher Ort, frei zugänglich für jedermann und jede Frau."

Ursprünglich sollte das Konzerthaus 2010 fertiggestellt werden, es wurde 2016/17. Zudem hatten sich die Kosten von anfangs geplanten 77 Millionen Euro zunächst auf gut 241 Millionen bei Vertragsvergabe erhöht und waren am Ende auf etwa 789 Millionen Euro gestiegen. Mittlerweile ist die Elbphilharmonie das Wahrzeichen Hamburgs, das es von Anfang an sein sollte.

Auch Köln kassiert ab Juli ab

Zuletzt hatte auch der Kölner Dom seine Strategie in Sachen freier Eintritt geändert. Von Juli an müssen Touristinnen und Touristen ein Eintrittsgeld von zwölf Euro für den Besuch des Innenraums bezahlen. Der Besuch von Gottesdiensten bleibt kostenfrei.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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