Verteidigungsbündnis

Türkei will Verteidigungsbündnis nach NATO-Vorbild ausbauen

Veröffentlicht:

von Damian Rausch

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Videoclip • 01:19 Min • Ab 12


Die Türkei will den neuen Verteidigungspakt mit Pakistan und Saudi-Arabien ausbauen. Weitere Staaten zeigen laut Außenminister Fidan bereits Interesse. Bei Beistand und militärischer Zusammenarbeit orientiert sich das Bündnis teilweise an der Nato.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Türkei will den neuen Verteidigungspakt mit Pakistan und Saudi-Arabien um weitere Staaten erweitern und sieht langfristig auch Ägypten als möglichen Partner.

  • Bei Beistand, Kommandostrukturen und gemeinsamer militärischer Zusammenarbeit soll sich das Bündnis in Teilen am Vorbild der Nato orientieren.

  • Im Angriffsfall sind je nach Bedrohung unter anderem Geheimdiensthilfe, Logistik, Munition und die Unterstützung durch militärische Einheiten vorgesehen.

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Die Türkei will das neu gegründete Verteidigungsbündnis mit Pakistan und Saudi-Arabien für weitere Staaten öffnen. Außenminister Hakan Fidan erklärte laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur, Präsident Recep Tayyip Erdogan strebe ausdrücklich eine Erweiterung des Paktes an. Gegenüber der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu sagte Fidan: "Unter der Vision unseres Präsidenten sollten wir uns nicht auf drei Länder beschränken. Wir sollten wachsen und, falls nötig, alle Länder unter diesen Schirm holen."

Nach Angaben des Außenministers gibt es bereits Interesse weiterer Staaten. Auch einen späteren Beitritt Ägyptens hält Fidan für möglich, sofern zuvor "einige technische Hürden" beseitigt würden. Zwar unterhalte die Türkei derzeit gute Beziehungen zu nahezu allen Staaten der Region. Ohne feste institutionelle Strukturen könnten sich solche Beziehungen jedoch schnell wieder verändern.

Fidan bezeichnete das Abkommen deshalb als "historischen" Schritt hin zu mehr dauerhafter Stabilität. Die Staaten der Region müssten aus seiner Sicht eigene Strukturen schaffen, um Sicherheit, wirtschaftliche Entwicklung und Wohlstand langfristig abzusichern. Zugleich wandte er sich gegen die Einflussnahme von Mächten außerhalb der Region: "Externe Großmächte, die in die Region kommen, lösen die Probleme nicht. Sie machen sie nur noch schlimmer, und die Kosten werden sehr hoch."

Pakistan, Saudi-Arabien und die Türkei hatten den sogenannten "Mekka-Verteidigungspakt" am Freitag in der saudi-arabischen Stadt Mekka geschlossen. Das Abkommen sieht gegenseitigen Beistand vor: Ein bewaffneter Angriff auf eines der drei Länder soll künftig als Angriff auf alle Bündnispartner gelten. Die Gründung fällt in eine Phase wachsender Spannungen am Golf. Einzelheiten dazu, wie die gegenseitige Unterstützung im Ernstfall konkret aussehen soll, wurden bislang nicht öffentlich gemacht.


Von Geheimdiensthilfe bis Rüstungskooperation

Fidan sieht bei dem neuen Verteidigungsbündnis deutliche Parallelen zur NATO. Nach seinen Angaben orientiert sich der "Mekka-Verteidigungspakt" unter anderem an Artikel 5 des Nordatlantikvertrags. Dieser sieht vor, dass sich die Nato-Mitglieder im Falle eines Angriffs gegenseitig beistehen und damit zugleich mögliche Angreifer abschrecken.

Welche Hilfe geleistet wird, soll von der jeweiligen Bedrohung abhängen. Die drei Bündnispartner könnten demnach unterschiedliche Formen der Unterstützung anfordern. Das Spektrum reiche von Geheimdienstinformationen und logistischer Hilfe über die Bereitstellung von Munition bis zum Einsatz militärischer Einheiten.

Auch die geplanten Kommandostrukturen sollen sich laut Fidan teilweise am Vorbild der Nato orientieren. Ein zentrales Ziel sei es, die unterschiedlich aufgebauten Streitkräfte der Mitgliedstaaten in die Lage zu versetzen, im Ernstfall effektiv zusammenzuarbeiten. Dafür seien unter anderem gemeinsame Soldatenausbildungen und Militärmanöver vorgesehen. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit im Rüstungsbereich eine wichtige Rolle innerhalb des Bündnisses spielen.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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