Übung mitten in der Stadt

Hamburg übt den Ernstfall: "Red Storm Charlie" gestartet

Veröffentlicht:

von Andrea Ege

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Bundeswehr-Manöver mitten in Hamburg

Videoclip • 33 Sek • Ab 12


Drohnen am Hafen, Militärfahrzeuge in der Stadt: In Hamburg ist die dreitägige Bundeswehrübung "Red Storm Charlie" gestartet. Zum Auftakt probten Bundeswehr und Polizei die Abwehr eines Drohnenangriffs.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mehr als 1.700 Menschen nehmen teil, darunter rund 500 Soldat:innen.

  • Geplant ist ein Konvoi mit bis zu 70 Militärfahrzeugen durch die Stadt.

  • Für Samstag ist eine Demonstration gegen die Übung angekündigt.

Die Bundeswehr hat ihre dreitägige zivil-militärische Übung «Red Storm Charlie» begonnen.

Bild: Marcus Brandt/dpa


Die dreitägige Militärübung in Hamburg unter dem Namen "Red Storm Charlie" hat begonnen. Zum Auftakt imitierten die Einsatzkräfte der Bundeswehr und Polizei auf dem Terminalgelände O’Swaldkai des Hafenlogistikunternehmens HHLA die Abwehr zweier feindlicher Drohnen. Zum Szenario gehörte auch, die Drohnen zu entschärfen und ihre Piloten unschädlich zu machen.

Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) sprach von einem erfolgreichen Start der Übung und betonte die Wichtigkeit des Zusammenspiels zwischen militärischen und zivilen Stellen im Ernstfall. Geprobt worden sei ein Drohnenangriff auf einen Militärkonvoi, den Bundeswehr und Polizei gemeinsam abwehren mussten.


"Red Storm Charlie": Ernstfall an der Nato-Ostgrenze

Weiter betonte Grote, dass Drohnenangriffe auf den Hamburger Hafen die Sicherheitsbehörden schon länger beschäftigten, da dieses Gebiet zur kritischen Infrastruktur zähle. Eine der eingesetzten Übungsdrohnen sei ein Nachbau einer mit Sprengsatz versehenen Drohne gewesen, wie sie am Flughafen Leipzig entdeckt worden war.

Das übergeordnete Szenario der Übung geht von einem eskalierenden Konflikt im östlichen Nato-Bündnisgebiet aus. In einem solchen Fall und zur Abschreckung würden militärische Kräfte vorsorglich verlegt werden, erklärte der Kommandeur des Landeskommandos Hamburg, Kapitän zur See Kurt Leonards.

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Konvoi mit bis zu 70 Militärfahrzeugen geplant

An der Übung "Red Storm Charlie" nehmen mehr als 1.700 Menschen teil, darunter rund 500 Soldat:innen. Nach Angaben von Leonards sind damit mehr zivile als militärische Teilnehmer:innen beteiligt. Schon im Frieden müsse die Gesamtverteidigung vorbereitet werden, betonte er weiter.

Im Mittelpunkt der Übung stünden Kommunikation, Koordination und gemeinsames Handeln bei komplexen Lagen. Dazu zählen ein Chemieunfall, Sabotage an einem Zug mit militärischen Gütern, viele verletzte Soldat:innen und ein Ersatzkrankenhaus in einer Tiefgarage. Außerdem soll ein Konvoi mit bis zu 70 Militärfahrzeugen durch Hamburg fahren.


Operationsplan Deutschland als Grundlage

Die Grundlage der Übung ist der Operationsplan Deutschland. Er beschreibt nach Angaben der Bundeswehr, wie militärische Maßnahmen zur Landes- und Bündnisverteidigung mit ziviler Unterstützung abgestimmt werden sollen. Zuständigkeiten und Abläufe sollen dafür im Voraus festgelegt sein.

Nach "Red Storm Alpha" 2024 und "Red Storm Bravo" 2025 ist es die dritte Übung dieser Reihe. Neben Bundeswehr, Polizei, Feuerwehr und dem Technischem Hilfswerk beteiligen sich Landesbehörden, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf sowie Unternehmen, darunter Airbus, HHLA, die Hafenverwaltung HPA und Lebensmittelhandelsketten an der Probe für den Ernstfall. Unabhängig davon wollen rund 250 Unternehmen bei der Aktion "Red Storm Business" der Handelskammer prüfen, wie sie bei einem längeren Stromausfall handlungsfähig bleiben.

Gegendemonstrationen angekündigt

Das Bündnis "Kein Nato Hafen" hat für Samstag zu einer Demonstration gegen "Red Storm Charlie" aufgerufen. Der Protestzug soll um 14 Uhr am Jungfernstieg starten und durch die Innenstadt zu den Landungsbrücken führen. Das Bündnis "Rheinmetall Entwaffnen" kündigte dezentrale Aktionen an, um die Übung zu stören.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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