Mysteriöses Fischsterben
Tote Fische an der Ostsee: Das steckt dahinter
Veröffentlicht:
von Benedikt Rammer:newstime
Nach Timmy: Nächstes Wal-Drama in der Ostsee
Videoclip • 01:13 Min • Ab 12
An den Stränden von Timmendorfer Strand und Scharbeutz werden derzeit zahlreiche tote Plattfische angespült. Fachleute vermuten einen starken Sauerstoffmangel in den küstennahen Gewässern der Lübecker Bucht.
Das Wichtigste in Kürze
An den Stränden von Timmendorfer Strand und Scharbeutz werden zahlreiche tote Schollen und Flundern angespült.
Als mögliche Ursache gilt sauerstoffarmes Tiefenwasser, das durch ungünstige Winde in Küstennähe gedrückt wurde.
Die genaue Zahl der toten Fische und die endgültige Ursache des Massensterbens sind bislang noch nicht bekannt.
An den Stränden von Timmendorfer Strand und Scharbeutz bietet sich derzeit ein ungewöhnliches und besorgniserregendes Bild. Zahlreiche tote Plattfische, vor allem Schollen und Flundern, werden an die Küste der Lübecker Bucht gespült.
Bei Urlauber:innen und Einheimischen sorgt das Fischsterben für Bestürzung. Ein Urlauber berichtete, dass sich die toten Fische möglicherweise über eine große Strecke entlang des Strandes verteilen. "Wenn sich das den ganzen Strand entlangzieht, vielleicht sogar rüber bis nach Scharbeutz, dann reden wir hier nicht über Hunderte, sondern über Zehntausende toter Schollen", sagte er.
Sauerstoffmangel als mögliche Ursache
Nach ersten Einschätzungen könnte ein gravierender Sauerstoffmangel in den küstennahen Gewässern für das Fischsterben verantwortlich sein. In tieferen Schichten der Ostsee können sich sogenannte Todeszonen bilden. In diesen Bereichen ist der Sauerstoffgehalt des Wassers so niedrig, dass Fische und andere Lebewesen dort kaum oder gar nicht überleben können.
Solche sauerstoffarmen Bereiche entstehen unter anderem, wenn sich das Wasser in tieferen Schichten nur noch schlecht mit sauerstoffreicherem Wasser vermischt. Treffen anschließend ungünstige Windverhältnisse auf die Region, kann das sauerstoffarme Tiefenwasser in flachere Küstenbereiche gedrückt werden.
Fische erreichen flache Küstenabschnitte
Für die Plattfische kann diese Verlagerung des Wassers lebensbedrohlich sein. Werden sie in einen Bereich mit kaum noch Sauerstoff gedrängt, können sie verenden und anschließend an die Strände gespült werden.
Ob der vermutete Sauerstoffmangel tatsächlich die alleinige Ursache ist, muss noch genauer untersucht werden. Auch die genaue Zahl der toten Tiere ist bislang nicht bekannt. Die Beobachtungen vor Ort deuten jedoch auf ein größeres Ausmaß hin.
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Möwen profitieren vom Naturereignis
Während der Anblick bei vielen Menschen Entsetzen auslöst, finden Möwen an den Stränden derzeit besonders leicht Nahrung. Die toten Fische sind für die Vögel ohne großen Aufwand erreichbar.
Für Spaziergänger:innen und Urlauber:innen gilt dennoch: Tote Tiere sollten nicht angefasst oder eingesammelt werden. Wer ungewöhnlich viele tote Fische entdeckt, kann die Beobachtung den zuständigen Behörden oder der örtlichen Verwaltung melden. So können Fachleute das Ausmaß erfassen und die Ursache des Fischsterbens weiter untersuchen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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