Russland
US-Geheimdienste warnen: Putin könnte bald die NATO angreifen
Veröffentlicht:
von Max Strumberger:newstime
Insider: Putin will Ukraine-Krieg ausweiten
Videoclip • 01:10 Min • Ab 12
Wladimir Putin könnte nach Einschätzung amerikanischer Geheimdienste die NATO testen. Nun werden Szenarien öffentlich, die bis zu einem kleinen Landangriff reichen.
Das Wichtigste in Kürze
Die NATO könnte in den nächsten Jahren einer neuen Bewährungsprobe aus Moskau ausgesetzt sein.
US-Geheimdienstberichte halten einen begrenzten Angriff auf ein Bündnisland für möglich
Sie nennen einen Zeitraum vom kommenden Herbst bis 2029.
US-Geheimdienstberichte warnen davor, dass Russland die Entschlossenheit der NATO in den kommenden Jahren mit einem begrenzten Angriff auf ein Bündnisland testen könnte. Die möglichen Szenarien reichen von Cyberattacken und Sabotage bis zu einem kleinräumigen Vorstoß an der NATO-Ostflanke. Das berichten das "Wall Street Journal" und CNN unter Berufung auf US-Beamte und mit den Einschätzungen vertraute Quellen.
Die USA seien lange davon ausgegangen, dass Präsident Wladimir Putin während des Krieges gegen die Ukraine keinen NATO-Staat provozieren werde. Diese Bewertung habe sich jedoch Anfang des Jahres verändert. Hintergrund seien der ausbleibende große Erfolg in der Ukraine und der wachsende innenpolitische Druck auf Putin, einen Sieg vorzuweisen. US-Vertreter fürchten, dass der Kreml in einer zunehmend schwierigen Lage riskanter handeln könnte.
NATO an der Suwalki-Lücke verwundbar
Als mögliche Ziele gelten nach CNN vor allem Polen und die baltischen Staaten – hierbei im Speziellen die Suwałki-Lücke, der rund 65 Kilometer breite Grenzstreifen zwischen Polen und Litauen. Die Geheimdienstberichte nennen auch den Einsatz nicht gekennzeichneter bewaffneter Gruppen zur Besetzung kleiner Gebiete – ein Vorgehen, das Russland bereits 2014 auf der Krim angewandt hatte. Der Zeitraum für mögliche Angriffe wird demnach vom kommenden Herbst bis zum Jahr 2029 angegeben. Die Wahrscheinlichkeit eines offenen Landvorstoßes gilt zwar als gering, könnte den Einschätzungen zufolge aber steigen.
Westliche Regierungen registrieren demnach bereits Anzeichen für russische Sondierungsaktionen. Dazu zählen Marschflugkörper, die in Polen einschlugen, sowie Drohnen, die in den rumänischen Luftraum eindrangen. Litauen warnte zudem vor möglichen Angriffen auf kritische Infrastruktur im Baltikum mit in der Ukraine hergestellten Drohnen, die von Russland beschlagnahmt worden sein könnten. Moskau könnte damit die Reaktionsfähigkeit des Bündnisses testen und versuchen, die USA von ihren europäischen Partnern zu trennen.
Auch in den News:
Angriff würde NATO-Bündnisfall auslösen
Ein Angriff auf NATO-Gebiet würde grundsätzlich den Bündnisfall nach Artikel 5 auslösen. Gleichzeitig verweisen US-Beamte auf Engpässe bei wichtigen Waffensystemen und Munitionsarten, darunter Raketen und Patriot-Flugabwehrmunition. Die Bestände seien durch die Unterstützung der Ukraine und weitere sicherheitspolitische Belastungen geschrumpft. Das Pentagon und das Weiße Haus widersprachen jedoch der Darstellung, die USA verfügten nicht über ausreichend Munition.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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