Verkehrspräsident

Bericht: ADAC-Funktionär Dieter Hillebrand tritt nach Kündigungswelle zurück

Aktualisiert:

von Christopher Schmitt

Beim ADAC sind laut "Bild"-Informationen zehntausende Mitglieder ausgetreten. (Symbolbild)

Bild: IMAGO/Hanno Bode


Mit einem Interview sorgte Dieter Hillebrand beim ADAC für Aufsehen. Nun ist der Verkehrspräsident einem Medienbericht zufolge zurückgetreten.

Nach Äußerungen zum Verbrenner-Aus und dem Befürworten höherer Spritpreise musste der ADAC zahlreiche Kündigungen hinnehmen, nun hat der Verkehrspräsident des Automobilvereins offenbar Konsequenzen gezogen: Gerhard Hillebrand ist einem "Bild"-Bericht zufolge zurückgetreten.

In den vergangenen vier Wochen sollen laut "Bild"-Recherchen 60.000 Autofahrer:innen ihre Mitgliedschaft beim ADAC gekündigt haben. Demgegenüber stehen allerdings auch 100.000 Neu-Anmeldungen – und somit ein Mitglieder-Zuwachs.

Kritik gab es auch innerhalb des ADACs. Die Zahl der Kündigungen zeige, dass viele Mitglieder den Eindruck hätten, "der ADAC habe seine Rolle als Anwalt der Autofahrer" verlassen, so eine Sprecherin gegenüber "Bild". Dies treffe den Automobilverein und werde sehr ernst genommen. Der ADAC-Technikpräsident Karsten Schulze soll kommissarisch Hillebrands Bereich verantworten.

Spritpreis-Debatte um klimafreundlichen Umstieg

Einen Tag vor Heiligabend hatte Hillebrand der "Neuen Osnabrücker Zeitung" ein Interview gegeben, in dem er sich für höhere Spritpreise ausgesprochen hatte, um Autofahrer:innen von einem Umstieg von Diesel und Benziner auf klimaschonende Alternativen zu überzeugen. "Der ADAC hält die CO₂-Bepreisung für ein richtiges Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen", so der Verkehrspräsident. Die Leute bräuchten den Anreiz.

Nachdem das ursprünglich geplante Verbrenner-Aus von der EU gestoppt wurde, erklärte Hillebrand, dass er davor nur warnen könne. "Europa muss an ehrgeizigen CO₂-Minderungszielen festhalten, wir müssen die Erderwärmung begrenzen."

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