21 Produkte im Test
Bis zu sechs Pestizide: Knäckebrot enttäuscht bei Öko-Test
Aktualisiert:
von Claudia Scheele:newstime
Öko-Test und Stiftung Warentest im Vergleich
Videoclip • 01:35 Min • Ab 12
Knäckebrot gilt als leichter Vollkorn-Snack. Öko-Test fand jedoch in allen 21 geprüften Produkten Acrylamid – bei vielen zudem Pestizidrückstände.
Das Wichtigste in Kürze
Öko-Test fand in allen 21 geprüften Knäckebroten Acrylamid, fünf Produkte erhielten dennoch die Bestnote "sehr gut".
Rund ein Drittel der Produkte fiel wegen hoher Acrylamidwerte oder Pestizidrückständen mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch.
Besonders kritisch sieht Öko-Test Mehrfachrückstände verschiedener Pestizide, deren mögliche Wechselwirkungen noch nicht ausreichend erforscht sind.
Knäckebrot hat meist eine kurze Zutatenliste: Mehl, Wasser, Salz – manchmal Hefe. Als Vollkornvariante liefert es außerdem Ballaststoffe. Doch eine Untersuchung von Öko-Test zeigt, dass die knusprigen Scheiben auch unerwünschte Stoffe enthalten können.
Für den Test wurden 21 Roggenvollkorn-Knäckebrote untersucht, darunter neun Bio-Produkte. Das Labor prüfte unter anderem auf Acrylamid, Pestizidrückstände und Schimmelpilzgifte. Nur fünf Produkte erhielten laut Öko-Test die Note "sehr gut". Rund ein Drittel der getesteten Knäckebrote fiel mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch.
Acrylamid in allen getesteten Produkten
Acrylamid wurde in allen 21 Knäckebroten nachgewiesen – von geringen Spuren bis zu stark erhöhten Mengen. In einem Produkt überschritt der gemessene Wert sogar den EU-Richtwert. Ein Verkaufsverbot folgt daraus nicht automatisch, Hersteller müssen bei solchen Überschreitungen aber ihre Maßnahmen zur Verringerung des Stoffs überprüfen.
Acrylamid entsteht, wenn kohlenhydratreiche Lebensmittel stark erhitzt werden. Beim Knäckebrot passiert das durch das kurze, heiße Backen, das den Wassergehalt senkt und für die typische Knusprigkeit sorgt. Der Stoff gilt laut Öko-Test als wahrscheinlich krebserregend. Anders als bei Pommes oder Toast können Verbraucher:innen beim Knäckebrot selbst kaum Einfluss auf die Entstehung nehmen.
Mehrfachrückstände von Pestiziden
Ein weiteres Problem sind Pestizidrückstände, besonders in konventionell hergestellten Produkten. Öko-Test kritisiert teils Spuren von bis zu sechs verschiedenen Spritzmitteln in einem Knäckebrot. Darunter waren laut Bericht auch Glyphosat und das Fungizid Tebuconazol.
Die einzelnen gemessenen Mengen stellen laut Öko-Test nicht automatisch eine akute Gesundheitsgefahr dar. Kritisch sei aber, dass über mögliche Wechselwirkungen mehrerer Pestizide noch zu wenig bekannt ist. Solche Kombinationen werden wissenschaftlich unter anderem als möglicher Risikofaktor für Parkinson diskutiert. Auch in einzelnen Bio-Produkten fanden sich Spuren, meist aber nur in sehr geringen Mengen.
Auch in den News:
Schimmelpilzgifte kaum ein Thema
Getreide kann bei bestimmten Wetterbedingungen schon auf dem Feld mit Schimmelpilzgiften belastet werden. Im aktuellen Test spielte das laut Öko-Test allerdings kaum eine Rolle. Nur einmal beanstandete das Magazin erhöhte Werte von T-2-/HT-2-Toxinen, die bei langfristiger Aufnahme als starke Zellgifte gelten.
Verwendete Quellen:
Öko-Test: "Knäckebrot im Test: Krebsverdächtiges Acrylamid als großes Problem"
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Krisen-Kaufhauskonzern
Neue Galeria-Insolvenz: Maschmeyer fordert Ende von Staatshilfen

Sparen beim Einkaufen
No-Name-Produkte vom Discounter: Diese Marken stecken dahinter

RKI-Empfehlung
Grippeimpfung im Herbst: Für wen sie jetzt besonders wichtig ist

Bundeskanzler der BRD
Friedrich Merz' Privatvermögen – Mittelschicht und Millionär?

Beliebte Mahlzeit
Porridge bei Öko-Test – Markenprodukt enttäuscht

Hier bettet es sich gut
Nach fünf Wäschen platt: Diese Kopfkissen enttäuschen im Test






