Krisen-Kaufhauskonzern

Nach Insolvenz von Galeria – Maschmeyer fordert Ende von staatlichen Hilfen

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

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Galeria prüft Schließung von 33 Filialen

Videoclip • 01:06 Min • Ab 12


Nach der vierten Galeria-Insolvenz innerhalb von sechs Jahren fordert Investor Carsten Maschmeyer ein Ende staatlicher Hilfen für den Warenhauskonzern. Er kritisiert das Geschäftsmodell als überholt – während rund 12.000 Beschäftigte erneut um ihre Zukunft bangen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Investor Carsten Maschmeyer wütet nach der erneuten Galeria-Insolvenz gegen neue Staatshilfen für den Warenhauskonzern.

  • Galeria hat vor wenigen Tagen zum vierten Mal innerhalb von sechs Jahren Insolvenz beantragt.

  • Maschmeyer zufolge wären die Millionenhilfen besser in andere Bereiche geflossen.

Maschmeyer wütet gegen Galeria-Hilfen

Die erneute Insolvenz von Galeria löst eine Debatte über staatliche Unterstützung für angeschlagene Unternehmen aus. Investor Carsten Maschmeyer fordert jetzt ein klares Ende weiterer Hilfen aus Steuermitteln."Für mich steht fest: keinen einzigen Cent Steuergeld mehr für Galeria! Wer an dieses Konzept glaubt, soll sein eigenes Geld riskieren", sagte Maschmeyer t-online.

Nach seiner Rechnung seien insgesamt 680 Millionen Euro Steuergeld in Galeria Kaufhof geflossen. Davon sei nur ein Bruchteil zurückgekommen, mindestens 500 Millionen Euro seien verloren. Maschmeyer, auch bekannt als Investor in der TV-Sendung "Die Höhle der Löwen", argumentiert, das Geld hätte besser in Zukunftsprojekte investiert werden können.

Auch in den News:

Investor: Geld wäre besser in Schulen und Start-ups geflossen

Maschmeyer kritisiert: "Damit hätte man 250 Start-ups mit je zwei Millionen Euro an den Start bringen können. Oder ein Jahr lang rund 5.000 zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer bezahlen. Oder mehr als ein Dutzend neue Schulen bauen."

"Galeria hatte schon vor Corona ein Geschäftsmodell von gestern, und daran hat kein Eigentümerwechsel etwas geändert", schimpft Maschmeyer gegenüber t-online.

Er sieht darin ein strukturelles Problem für Deutschland: "Wir halten Altes viel zu lange künstlich am Leben." Geld, das in überholte Strukturen fließe, fehle dort, "wo die Jobs der Zukunft entstehen".

Galeria hat kürzlich beim Amtsgericht Düsseldorf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Nach Angaben des Unternehmens soll der Antrag den rechtlichen Rahmen schaffen, "um die aktuelle Situation zu ordnen, das Unternehmen zu stabilisieren und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Zukunft von Galeria zu schaffen".

Es ist bereits die vierte Insolvenz binnen sechs Jahren. Zuletzt hatte sich Galeria im Juni eine neue Kreditlinie bei einem auf Restrukturierungen spezialisierten US-Investor gesichert. Diese reicht offenbar nicht aus. Der Konzern kämpft mit Umsatzrückgängen.

Galeria verfügt derzeit noch über 83 Filialen in 70 Städten. Rund 12.000 Beschäftigte sind von der neuen Krise betroffen. Der Betrieb soll zunächst weiterlaufen. Unklar ist, ob und welche Standorte schließen müssen.



Verwendete Quellen:

t-online: "Maschmeyer wütet nach Galeria-Insolvenz"

Nachrichtenagentur Reuters

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