Jahrestag des Massakers
Israel gedenkt Hamas-Opfern des 7. Oktober – Hamas-Geisel trauert um Familie: "Es tut mir Leid"
Veröffentlicht:
von Christopher Schmitt:newstime
Der 7. Oktober 2023: Eine Chronologie
Videoclip • 02:59 Min • Ab 12
Vor drei Jahren mordeten und vergewaltigten palästinensische Terrorgruppen in Israel. Im jüdischen Staat wird des Massakers gedacht, während Demonstrationen Aufklärung fordern. Unterdessen sichert Kanzler Merz dem jüdischen Staat Unterstützung zu.
Das Wichtigste in Kürze
Am 7. Oktober jährt sich der Überfall von palästinensischen Terroristen auf Israel zum dritten Mal – eine ehemalige Hamas-Geisel gedenkt ihrer ermordeten Familie.
In Israel werden Rufe nach einer unabhängigen Untersuchung laut – inmitten einer Wahlkampfphase.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) betonte, dass Deutschland weiter für Israels Sicherheit und Existenzrecht eintreten wird.
Am dritten Jahrestag des Massakers vom 7. Oktober 2023 steht Israel still. Der Tag steht im Zeichen des Gedenkens an die rund 1.200 Todesopfer des durch die Hamas sowie anderer extremistischer Palästinenserorganisationen verübten Terroranschlags sowie die über 250 nach Gaza verschleppten Geiseln.
Zu diesen Geiseln zählte auch die deutsch-israelische Familie Bibas, deren Geschichte international große Anteilnahme auslöste. Vater Yarden kam im Rahmen eines Waffenstillstandsabkommens 2025 zurück nach Israel, seine Familie wurde von der Hamas ermordet. Dies ergab eine Obduktion der übergebenen Leichen. Am Mittwochmorgen (7. Oktober) erinnerte Yarden Bibas auf Social Media mit einem Foto und emotionalen Worten an seine Frau Shiri sowie die zum Zeitpunkt der Entführung vier Jahre beziehungsweise neun Monaten alten Söhne Ariel und Kfir. "Shiri, Ariel und Kfir. Es tut mir leid. Es tut mir leid, dass ihr dort oben seid und ich hier", schreibt er. "Ich liebe euch mehr als alles andere auf der Welt. Immer. Für immer."
Externer Inhalt
Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie Facebook, Instagram oder Youtube.
Aktiviere bitte Personalisierte Anzeigen und Inhalte sowie Anbieter außerhalb des CMP Standards, um diese Inhalte anzuzeigen.
Terror-Gedenken in Zeiten des Wahlkampfs in Israel
Das Drama um die Bibas-Familie steht stellvertretend für die Trauer in Israel und die auch nach drei Jahren nicht verheilten Wunden. Um 6:29 Uhr Ortszeit entzündete Israels Präsident Izchak Herzog in seiner Residenz in Jerusalem eine Kerze, um an die Toten und Verletzten zu erinnern. Um diese Zeit begann am 7. Oktober 2023 der blutige Überfall.
In mehreren israelischen Städten wurde auf Demonstrationen eine staatliche Untersuchungskommission zu dem Tag eingefordert, um mögliche Verfehlungen aufzudecken. In drei Wochen wird in Israel ein neues Parlament gewählt und das Jubiläum des Schreckens fällt in die heiße Wahlkampf-Phase. Erst kürzlich wurde berichtet, Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe Warnungen vor einer Attacke ignoriert.
Merz: "Deutschland steht fest an der Seite Israels"
Auch in Deutschland wird am Jahrestag des 7. Oktobers an das Massaker erinnert. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) unterstreicht die Unterstützung der Bundesrepublik für Israel. "Deutschland steht fest an der Seite Israels. Unsere israelischen Freunde können auf unseren Einsatz zählen, damit sich ein solches Verbrechen niemals wiederholt", erklärte der Kanzler. Man stehe "für die Sicherheit und Existenz Israels ein". Dies sei eine Lehre aus der Schoah sowie Teil deutscher Identität.
Auch der Antisemitismus in Deutschland wurde thematisiert. "In Deutschland erleben wir heute einen zunehmenden Antisemitismus, der viel zu oft unwidersprochen bleibt. Die Bundesregierung wird alles in ihrer Macht Stehende tun, um Antisemitismus in all seinen neuen und alten Formen konsequent zu bekämpfen." Ohne Angst müssten Jüdinnen und Juden in Deutschland leben können. "Und wir treten denjenigen entgegen, die das Existenzrecht Israels relativieren oder gar infrage stellen. Nicht nur am 7. Oktober, sondern jeden Tag", so Merz.
Am Jahrestag des Hamas-Terrors seien die Gedanken bei den Opfern und ihren Hinterbliebenen, den Überlebenden und den ehemaligen Geiseln. "Und wir hoffen, dass der tiefe Schmerz und die Wunden, die dieser Tag, die diese monströsen, barbarischen Taten geschlagen haben, heilen können."
Größter Massenmord an Juden seit dem Holocaust
Außerdem richtete der Kanzler einen Blick in die Zukunft im Nahen Osten und betonte ein deutsches Bekenntnis zur Zweistaatenlösung. Laut Merz müsse es nun darum gehen, ein Fundament für eine neue Ordnung zu legen. Sowohl Israelis als auch Palästinenser und ihre Nachbarn sollen darin in Frieden und Sicherheit leben können. "Unserer Überzeugung nach ist dieses Ziel am besten durch die Gründung eines palästinensischen Staates an der Seite Israels zu erreichen."
Auf Instagram erinnerte auch Außenminister Johann Wadephul (CDU) an den "größten Massenmord an Juden seit dem Holocaust". "Dieser Tag war der Anfang eines schier endlosen Martyriums hunderter Geiseln und ihrer Familien", schrieb der CDU-Mann. Wadephul sei sich zugleich schmerzhaft bewusst, dass es einen "entsetzlichen Anstieg von Antisemitismus" in Deutschland gebe.
Am Mittwochnachmittag debattiert auch der Bundestag über den Schutz von jüdischem Leben in Deutschland. Als Symbol der Anteilnahme wird das Brandenburger Tor in Berlin in der Landesflagge Israels angestrahlt.
Terroranschlag löste Gaza-Krieg aus
Mit dem 7. Oktober begann der Gaza-Krieg, welcher laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde über 74.000 Palästinenser:innen das Leben kostete. Zwischen Zivilist:innen und Kämpfern wird nicht unterschieden. Der Gazastreifen wurde großflächig zerstört, Israel werden Kriegsverbrechen vorgeworfen.
Verwendete Quellen:
Instagram: Yarden Bibas
Times of Israel: "Yarden Bibas in heartbreaking message to murdered family: 'Sorry that you are up there and I am here'"
Nachrichtenagentur dpa
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Gemeinde Oberding
Puma bei München unterwegs? Aufregung nach möglicher Sichtung

Zukunft ungewiss?
Tiefpunkt für Merz: Mehrheit hält Kanzlerschaft für gescheitert

Gesetzentwurf
Plastiksteuer-Warnung: Wird der Supermarkteinkauf teurer?

Vermisstensuche erfolgreich
Nach 20 Stunden in der Isar: Vermisste 95-Jährige lebend geborgen

Krisen-Kaufhauskonzern
Neue Galeria-Insolvenz: Maschmeyer fordert Ende von Staatshilfen

Crashtest
Stiftung Warentest und ADAC: Zwei Kindersitze fallen durch




