Feuertragödie

Brand in Crans-Montana: Untersuchungshaft für Barbetreiber beantragt

Veröffentlicht:

von Michael Reimers

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Crans-Montana: Bar-Betreiber in U-Haft

Videoclip • 01:43 Min • Ab 12


Nach der Tragödie in Crans-Montana gerät das Betreiber-Ehepaar in den Fokus der Ermittlungen. Nun wurde U-Haft für den Mann beantragt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach der Trauerfeier für die 40 Todesopfer von Crans-Montana rückt nun die strafrechtliche Aufarbeitung in den Fokus.

  • Die Staatsanwaltschaft beantragt U-Haft für den Barbetreiber wegen Fluchtgefahr.

  • Auch Behörden geraten unter Druck, weil Brandschutzkontrollen jahrelang ausblieben.

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis hat Untersuchungshaft für den Barbetreiber der "Le Constellation" in Crans-Montana beantragt, in der bei einem verheerenden Brand in der Silvesternacht 40 Menschen ums Leben kamen. Als Begründung für den Antrag wird Fluchtgefahr angegeben.

"Aufgrund seiner Aussagen, seines bisherigen Lebenslaufes sowie seiner persönlichen Situation in der Schweiz und im Ausland erachtete die Staatsanwaltschaft die Fluchtgefahr als konkret", teilte die Behörde mit. Diese Einschätzung gilt jedoch nicht für die Ehefrau des Barbetreibers.

Bei dem verheerenden Inferno kamen 40 überwiegend junge Menschen ums Leben, fast 120 wurden zum Teil schwer verletzt. Nach Erkenntnissen der Ermittler:innen hatte eine funkensprühende Partyfontäne die Schaumstoffverkleidung der Decke der Bar in Brand gesetzt.

Die meisten Todesopfer waren Teenager und junge Erwachsene, die jüngsten erst 14 Jahre alt. Unter den Toten sind auch neun junge Schweizer Fußballer aus Regionalvereinen, wie der Schweizer Fußball-Verband (SFV) am nationalen Trauertag bekannt gab.

Ermittlungen gegen das Betreiber-Ehepaar und Behörden

Gegen das Betreiber-Ehepaar wurden Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung und der fahrlässigen Verursachung einer Feuersbrunst eingeleitet. Auch die Behörden stehen im Fokus der Untersuchungen, da die Brandschutzmaßnahmen des Lokals vorschriftswidrig jahrelang nicht von den zuständigen Stellen geprüft worden waren.

Jessica Moretti, die Ehefrau des Barbetreibers, äußerte sich nach einer Befragung bei der Staatsanwaltschaft in Sion unter Tränen: "Das ist eine unvorstellbare Tragödie. Niemals, wirklich niemals im Leben hätten wir uns das vorstellen können. Das ist in unserer Einrichtung passiert, und ich möchte mich entschuldigen." Sie betonte, dass ihre Gedanken bei den Opfern und den Betroffenen seien.

Forderungen des Bundespräsidenten und Reaktionen der Politik

Bei einer Trauerfeier für die Brandopfer forderte der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin eine lückenlose Aufklärung des Geschehens. Verfehlungen müssten "ohne Verzögerung und ohne Nachsicht" aufgedeckt werden. Der Regierungschef des Kantons Wallis, Mathias Reynard, bat bei der Trauerfeier die Angehörigen um Entschuldigung.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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