Brand in der Schweiz
Feuerkatastrophe in Crans-Montana: Bengalisches Feuerwerk soll Auslöser sein
Aktualisiert:
von dpa:newstime
Trauer nach Brand in Schweizer Skiort
Videoclip • 02:18 Min • Ab 12
Nach dem tödlichen Brand in einer Schweizer Bar kursieren Videoaufnahmen im Netz. Zeigen sie wirklich, wie es zu dem Feuer kam? Das sagt die Polizei.
Während die Ermittler:innen nach der Ursache für das verheerende Feuer im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana suchen, werfen Aufnahmen in sozialen Medien Fragen auf.
Die nicht verifizierten Videoaufnahmen und Fotos sollen zeigen, wie Menschen in der Silvesternacht in dem betroffenen Lokal Champagnerflaschen in ihren Händen halten, in denen Wunderkerzen stecken. Funken sprühen Richtung der dem Anschein nach mit Paneelen besetzten Decke und scheinen diese in Brand zu setzen.
Auch Augenzeug:innen berichteten über Sprühkerzen. Der 19-jährige Nathan, der sich nach eigenen Angaben rechtzeitig aus der Bar retten konnte, erzählte der Schweizer Zeitung "Blick": "Eine Frau saß auf den Schultern einer anderen Dame. Sie hatte zwei Flaschen mit Wunderkerzen." Sie habe die Sprühkerzen so hoch geschwenkt, dass sie die Decke berührt hätten. Diese habe plötzlich Feuer gefangen, zitierte die Zeitung den jungen Schweizer.
Polizei: Bengalisches Feuerwerk Ursache
Nach Ermittlungen der Polizei soll das Feuer tatsächlich auf ähnliche Weise entstanden sein. Lediglich Wunderkerzen seien nicht der Übeltäter: "Wir gehen derzeit davon aus, dass das Feuer von bengalischem Feuerwerk ausgegangen ist, das in Champagnerflaschen steckte und das zu nah an die Decke kam", sagte die Generalstaatsanwältin im Kanton Wallis, Beatrice Pilloud.
Zu dem Ergebnis kämen die Ermittler:innen nach der Auswertung von Videos, der Vernehmung mehrerer Zeug:innen sowie der Sicherung erster Spuren. Bei den Zeug:innenaussagen handele es sich um die französischen Betreiber:innen der Bar und Gäste der Bar, die entkommen konnten. "Es wird geprüft, ob eine strafrechtliche Verfolgung wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet wird", sagte die Generalstaatsanwältin. Das wäre der Fall, wenn es eine Verantwortung noch lebender Personen gebe.
Auch in den News:
Identifizierung der Toten kann noch Tage dauern
In der Silvesternacht waren bei dem Brand in einer Bar mit Hunderten zumeist jungen Feierenden 40 Menschen ums Leben gekommen, 119 weitere wurden verletzt. Rund 80 von ihnen sollen sich Berichten zufolge im kritischen Zustand befinden. Die Ermittler:innen gehen nach eigenen Angaben von einem Unglück und nicht von einem Anschlag aus. Die Identifizierung der Toten könne noch Tage dauern, sagte der Polizeisprecher der Deutschen Presse Agentur (dpa).
Die Kantonsregierung des Wallis sprach in einer Mitteilung zunächst von einem "Flashover" in der Bar - ein Brandphänomen, das eine Brandschutzsachverständige in der ARD mit einer Feuerwalze verglich.
Die meisten Schwerletzten sind zwischen 16 und 26 Jahren alt. Die Feuerkatastrophe gilt als einer der schlimmsten Unfälle in der Geschichte der Schweiz.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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