Spannungen im Nahen Osten

Von USA sanktionierter Tanker durchquert Straße von Hormus

Veröffentlicht:

von Claudia Scheele

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US-Seeblockade von Hormus gestartet

Videoclip • 24 Sek • Ab 12


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Trotz US-Blockade ist ein von Washington sanktionierter chinesischer Tanker offenbar unbehelligt durch die Straße von Hormus gefahren. Der Fall zeigt, wie schwer sich Sanktionen auf See durchsetzen lassen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Inmitten einer von den USA ausgerufenen Teilblockade der Straße von Hormus ist der sanktionierte Tanker Rich Starry offenbar unbehelligt durch die Meerenge gefahren.

  • Das Schiff steht im Verdacht, an iranischen Öltransporten beteiligt zu sein und nutzt eine falsche Flagge, wie sie für Schattenflotten typisch ist.

  • Der Vorfall zeigt die Grenzen der US-Maßnahmen und verschärft die Debatte über Rechtmäßigkeit und Wirksamkeit der Seeblockade.

Ein eigentlich sanktionierter chinesischer Tanker hat nach Angaben von Schifffahrtsexpert:innen die von den USA teilweise blockierte Straße von Hormus passiert. Das Schiff mit dem Namen Rich Starry sei am frühen Morgen durch die Meerenge gefahren und habe sie wieder verlassen, berichtet die Fachseite Lloyd’s List. Die Plattform Marine Traffic verortete den Öl- und Chemikalientanker anschließend im Golf von Oman. Ob der Frachter tatsächlich iranisches Öl an Bord hat, ist bislang unklar.

Die Besonderheit: Die Rich Starry fährt laut Lloyd’s List unter falscher Flagge, derzeit unter der Flagge Malawis. Zuvor war das knapp 190 Meter lange Schiff als Full Star registriert und steht seit 2023 auf der Sanktionsliste des US-Finanzministeriums, weil es beim Transport und Verkauf von iranischen Öl- und Chemieprodukten beteiligt gewesen sein soll. Verbindungen bestehen demnach zur Reederei Shanghai Xuanrun Shipping Company in China.


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Schattenflotte gegen Blockade

Tanker, die unter falscher Flagge fahren, gehören häufig zu einer sogenannten Schattenflotte. Diese Schiffe versuchen, westliche Sanktionen etwa gegen Russland oder den Iran zu umgehen. Sie nutzen gefälschte Registrierungen, schalten ihre AIS-Transponder ab oder manipulieren Positionsdaten. Für Behörden wird so schwer nachvollziehbar, woher die Ladung stammt und wohin sie transportiert wird.

Genau solche Routen will die US-Regierung eigentlich unterbinden. Washington hatte Anfang der Woche eine teilweise Blockade der Straße von Hormus angekündigt. Demnach sollen Schiffe aufgehalten werden, die einen iranischen Hafen als Start- oder Zielpunkt haben. Handelsverkehr ohne Iran-Bezug solle hingegen weiter durchgelassen werden. Nach Angaben eines US-Regierungsbeamten ist die Blockade inzwischen in Kraft.

Militärischer Druck und rechtliche Grauzone

Die Straße von Hormus zwischen Iran und Oman gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölhandel. Nach Beginn des Iran-Kriegs hatte Teheran selbst mit Drohungen und Angriffen auf Tanker den Durchgang faktisch erschwert und damit die Energiepreise nach oben getrieben. Nun versuchen die USA, den Spieß umzudrehen: Präsident Donald Trump will verhindern, dass der Iran Transitgebühren kassiert und durch Ölexporte Einnahmen erzielt. Gleichzeitig soll der Druck erhöht werden, Teheran zurück an den Verhandlungstisch zu bringen.

Laut Wall Street Journal stehen dafür mehr als 15 US-Kriegsschiffe bereit, darunter ein Flugzeugträger, mehrere Lenkwaffenzerstörer und ein amphibisches Angriffsschiff. Expert:innen gehen davon aus, dass die Schiffe vor allem außerhalb der engen Meeresstraße operieren, um das Risiko einer direkten Konfrontation mit dem Iran zu verringern.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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