Deutschlandweite Einschränkungen
Verdi-Streik ab Sonntag beendet - Einigung nicht in Sicht
Aktualisiert:
von dpa:newstime
Verdi-Streik: Wenige haben Verständnis
Videoclip • 01:50 Min • Ab 12
Seit zwei Tagen sind zahlreiche Regionen in Deutschland von einem Warnstreik im Nahverkehr betroffen. Am Sonntag sollen die Busse und Bahnen wieder fahren, eine Einigung von Gewerkschaft und Arbeitgeber ist jedoch nicht in Sicht.
Das Wichtigste in Kürze
Verdi hat am Freitagmorgen einen Warnstreik begonnen, in zahlreichen Städten war der Nahverkehr nur eingeschränkt nutzbar.
Am Sonntag soll der Nahverkehr wieder rollen.
Bei den Tarifverhandlungen konnte bis jetzt keine Einigung erzielt werden.
In weiten Teilen Deutschlands haben die Bürger:innen auch am Samstag im Nahverkehr ohne Bus und Bahn auskommen müssen. Die Gewerkschaft Verdi setzte ihren zweitägigen Warnstreik fort. In den meisten Städten und Landkreisen sollen Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen am Sonntagmorgen wieder rollen.
Die koordinierte Warnstreik-Aktion begann am Freitagmorgen und brachte den Nahverkehr in den meisten Bundesländern fast vollständig zum Erliegen. Der Arbeitskampf wird überwiegend bis in die Nacht auf Sonntag dauern. Die Bundesländer Niedersachsen und Baden-Württemberg waren nicht am Warnstreik beteiligt.
Allein in Nordrhein-Westfalen beteiligten nach Schätzung von Verdi mehr als 7.000 Beschäftigte an den Arbeitsniederlegungen. 30 kommunale Verkehrsunternehmen wurden bestreikt, unter anderem in Bonn, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Bochum, Münster und Bielefeld.
Streik für bessere Arbeitsbedingungen
In der Bundeshauptstadt Berlin standen Trams, U-Bahnen sowie die meisten Busse den zweiten Tag in Folge still. Der S- und Regionalbahn-Verkehr lief normal. In Hamburg war der öffentliche Nahverkehr stark eingeschränkt. Die U-Bahn fuhr nicht, und nur ein Teil der Buslinien verkehrte regelmäßig, die anderen unregelmäßig oder in einem Notbetrieb.
In den Tarifverhandlungen, die in allen 16 Bundesländern meist mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden geführt werden, fordert Verdi vor allem deutlich bessere Arbeitsbedingungen - etwa durch kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt.
Die großangelegte Warnstreik-Aktion im Nahverkehr ist die zweite im laufenden Tarifkonflikt. Schon am 2. Februar legte Verdi auf diesem Weg den Nahverkehr bundesweit fast vollständig lahm.
Verdi: Gespräche gehen zu langsam voran
Die Arbeitgeber:innen kritisieren diese Strategie immer wieder. "Verdi folgt mit diesem Streik einer bundesweiten Dramaturgie, ohne die Berliner Realität anzuerkennen", teilten etwa die Berliner Verkehrsbetriebe mit, das größte Nahverkehrsunternehmen in Deutschland.
Verdi wiederum kritisiert, dass die Gespräche zu langsam vorangehen. "Offenbar verstehen die Arbeitgeber immer noch nicht, dass es auf Dauer keine funktionierende ÖPNV-Daseinsvorsorge mehr geben kann, wenn wir jetzt nicht entscheidend die Arbeitsbedingungen verbessern", sagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle zum Warnstreik-Aufruf. "Die Kolleginnen und Kollegen brauchen dringend Entlastung – und die Arbeitgeber brauchen ein klares Signal, dass wir entschlossen sind, für unsere Forderungen zu kämpfen."
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Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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