Mobilität
Verdi-Warnstreik: Weiterer Stillstand im bayerischen Nahverkehr?
Aktualisiert:
von Laura Gebertshammer17:30 SAT.1 Bayern
Warnstreiks in Bayern: Verdi kündigt bereits nächsten Stillstand an
Videoclip • 01:39 Min • Ab 12
Pendlerinnen und Pendler haben den ersten Warnstreik von Verdi bei Bussen, Straßen- und U-Bahnen am Montag deutlich zu spüren bekommen. Es soll nicht der letzte gewesen sein.
Weiterer Stillstand
Nach dem ersten Warnstreik am Montag müssen Fahrgäste in Bayern mit weiterem Stillstand bei Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen rechnen. Bis zur nächsten Verhandlungsrunde im Tarifstreit mit den Verkehrsunternehmen am 13. Februar sei "mit weiteren Warnstreiks zu rechnen", sagte der stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiter, Sinan Öztürk. "Wann und wie lange geben wir mit angemessener Vorlaufzeit bekannt."
Damit verfolgt die Gewerkschaft in verschiedenen Bundesländern nach dem gemeinsamen Streiktag offenbar unterschiedliche Linien. In Baden-Württemberg sagte Verdi-Verhandlungsführer Jan Bleckert: "Wir sind aktuell nicht in der Planung, dass wir weitere Streiktage durchführen werden." Die Option weiterer Warnstreiks stehe und falle mit den Verhandlungen.
Bayernweit Warnstreik und ausgedünnte Fahrpläne
In München waren U-Bahnen außer Betrieb, außerdem mit Ausnahme der Tramlinie 20 auch alle Straßenbahnen. Allerdings hielt die Verkehrsgesellschaft MVG den Busverkehr auf sämtlichen Linien aufrecht, wenn auch teilweise mit stark ausgedünntem Fahrplan.
In Nürnberg standen U-Bahnen und Straßenbahnen ebenfalls still, das kommunale Verkehrsunternehmen VAG hielt einen Notfahrplan mit 16 Buslinien aufrecht. In Augsburg waren von den rund 140 Bussen und Straßenbahnen, die morgens normalerweise ausrücken, nur 8 Straßenbahnen und 7 Busse unterwegs. "Die Stimmung ist sehr gut, Aufbruchstimmung", sagte ein Verdi-Sprecher in München am Morgen.
Auch in Augsburg, Regensburg, Bamberg, Passau, Landshut und Schweinfurt mussten Fahrgäste von Bussen und Straßenbahnen mit vielen Ausfällen rechnen, ebenso in Bayreuth, Schwabach und Ingolstadt. Unter den größeren bayerischen Städten vom Warnstreik ausgenommen war unter anderem Würzburg.
Verdi synchronisiert bayerische Verhandlungen mit übrigen Bundesländern
Den bislang letzten Tarifabschluss im bayerischen ÖPNV gab es 2023. Dieser "Tarifvertrag Nahverkehr" (TV-N) war schon 2024 ausgelaufen. Verdi hatte sich damals jedoch entschieden, den bayerischen Tarif nicht separat neu zu verhandeln, sondern abzuwarten, bis auch in den übrigen Bundesländern wieder Verhandlungen anstehen.
Den Arbeitgebern ist die Forderung zu hoch
Für die laufende Tarifrunde fordert die Gewerkschaft 668,75 Euro mehr Gehalt, eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit und eine Verlängerung der Mindestruhezeit auf elf Stunden. Die bayerischen Städte weisen das als zu teuer zurück. Nach Berechnungen des Kommunalen Arbeitgeberverbands Bayern entsprächen 668,75 € mehr im Schnitt aller Tarifgruppen einer Gehaltserhöhung um knapp 17 Prozent.
Die Finanzlage vieler Kommunen ist wegen der stark gestiegenen Kosten ohnehin schlecht, im öffentlichen Nahverkehr sind die Defizite der kommunalen Verkehrsgesellschaften in den vergangenen Jahren gestiegen.
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Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
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