Aber neue Überprüfungen geplant

Jedes Jahr zum TÜV: EU überdenkt Pläne für ältere Autos

Aktualisiert:

von Joachim Vonderthann

:newstime

Millionen Autos könnten durch TÜV fallen

Videoclip • 01:14 Min • Ab 12


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Die geplante jährliche Hauptuntersuchung für ältere Autos in der EU ist vorerst vom Tisch. Statt kürzerer Intervalle sollen vor allem moderne Assistenzsysteme sowie Elektro- und Hybridfahrzeuge künftig strenger geprüft werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die EU wollte ältere Autos jedes Jahr zur Hauptuntersuchung schicken.

  • Doch der Verkehrsausschuss des Europaparlaments kassiert die Pläne jetzt.

  • Stattdessen kommen andere Änderungen auch auf Autofahrer:innen in Deutschland zu.

Die jährliche Hauptuntersuchung für ältere Fahrzeuge wird vorerst nicht kommen. Der Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments hat einen Vorschlag der EU-Kommission abgelehnt, nach dem Pkw und leichte Nutzfahrzeuge ab einem Alter von zehn Jahren jedes Jahr zur HU hätten müssen, wie t-online berichtet. Bereits Ende 2025 hatten sich auch die EU-Mitgliedstaaten gegen eine generelle Verkürzung der Prüfintervalle ausgesprochen.

Der CDU-Europaabgeordnete Jens Gieseke begrüßte die Entscheidung. Sie sei "eine Entlastung für Verbraucher sowie kleine und mittlere Unternehmen", zitiert ihn  "Auto Motor und Sport".  Auch der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) äußerte sich zustimmend zum Aus für die jährliche Prüfung. Eine generelle Verkürzung der Intervalle sei fachlich nicht ausreichend begründet, erklärte der Verband. Zudem könnten die Mitgliedstaaten schon heute strengere nationale Vorgaben einführen, wenn sie dies für notwendig halten.


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HU-Regeln für ältere Autos bleiben vorerst

In Deutschland gilt damit weiterhin: Fahrzeuge müssen in der Regel alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung, unabhängig vom Fahrzeugalter. Für Neuwagen steht die erste HU nach 36 Monaten an. Wer die Frist versäumt und sich nicht rechtzeitig eine neue TÜV-Plakette holt, riskiert bei einer Verkehrskontrolle ein Bußgeld. In vielen anderen EU-Staaten gelten bereits heute strengere Regeln, ältere Autos müssen dort häufig jährlich zur Inspektion.

Ganz abgeschlossen ist die Debatte um die Hauptuntersuchung damit aber nicht. Der Verkehrsausschuss des EU-Parlaments spricht sich für mehrere neue Prüfpunkte aus, die auch Autofahrer:innen in Deutschland betreffen würden. Die jetzt beschlossene Position des Ausschusses ist jedoch noch nicht endgültig. Es folgen Verhandlungen zwischen dem Europäischen Parlament und den EU-Mitgliedstaaten. Erst anschließend kommen die endgültigen Regeln zur Abstimmung ins Parlament.

Mehr Kontrollen für Assistenzsysteme und E-Autos

Im Zentrum der geplanten Änderungen stehen moderne Sicherheitstechnik und neue Antriebsarten. Künftig sollen Assistenzsysteme wie Notbremsassistenten sowie Airbags stärker kontrolliert werden. Nach Ansicht der Abgeordneten besteht vor allem bei Fahrzeugen mit umfangreicher Sensorik und Software zusätzlicher Prüfbedarf. Hintergrund ist, dass immer mehr sicherheitsrelevante Funktionen elektronisch gesteuert werden und Softwarefehler direkte Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit haben können.

Auch Elektro- und Hybridfahrzeuge sollen bei der HU genauer untersucht werden. Begründet wird das mit dem wachsenden Anteil elektrifizierter Fahrzeuge in Europa.

Auch in den News:

Rückrufe könnten über HU-Plakette entscheiden

Eine weitere mögliche Neuerung betrifft verpflichtende Rückrufe bei Fahrzeugen. Künftig könnte im Rahmen der HU geprüft werden, ob sicherheitsrelevante Rückrufaktionen tatsächlich durchgeführt wurden. Wurde ein verpflichtender Rückruf nicht erledigt, könnte das Fahrzeug die HU nicht bestehen und bekäme keine Plakette.

Für Deutschland wäre das ein deutlicher Einschnitt: Das Kraftfahrt-Bundesamt dokumentiert dem Bericht zufolge bereits heute Rückrufe, doch bisher haben diese in vielen Fällen keine direkten Folgen für die Hauptuntersuchung. Mit den neuen Regeln könnte sich das ändern – mit spürbaren Konsequenzen für Halter:innen, die Rückruftermine aufschieben oder übersehen.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

t-online: "Jährliche HU für ältere Autos ist vom Tisch"

Auto Motor und Sport: "Das kommt auf deutsche Autofahrer zu"

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