Hormus-Krise

Heizölpreise schwanken kräftig: Was Verbraucher tun sollten

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

:newstime

Neue Eskalation zwischen USA und Iran

Videoclip • 02:49 Min • Ab 12


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Die Ölpreise sind nach einem starken Einbruch und einer Gegenbewegung wieder im Auf und Ab – von echter Entspannung kann trotz kurzzeitiger Preisrückgänge keine Rede sein. Was bedeutet das für Heizöl-Kund:innen in Deutschland?

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Ölpreise schwanken wegen der Blockade der Straße von Hormus weiter stark.

  • Heizöl ist derzeit zwar günstiger als zum jüngsten Rekordhoch, liegt im längerfristigen Vergleich aber weiterhin auf hohem Niveau.

  • Ein Preisvergleich und der Blick auf mögliche Zusatzkosten können Verbraucher:innen helfen, trotz unsicherer Lage ein besseres Angebot zu finden.

Nach einem zunächst ruhigen Handel sind die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten am Mittwoch (6. Mai) innerhalb weniger Stunden regelrecht abgestürzt. Innerhalb von rund drei Stunden gaben sie um mehr als zehn Prozent nach, nachdem Meldungen über eine mögliche baldige Einigung im Iran-Krieg die Runde machten. Kurz danach erholten sich die Notierungen wieder deutlich – das Hin und Her zeigt, wie nervös die Märkte derzeit sind.

Trotz dieser Schwankungen sind die Heizöl-Notierungen in Deutschland im Moment so niedrig wie seit Ausbruch des Iran-Kriegs nicht mehr., wie die "Berliner Morgenpost" berichtet. Für viele Hausbesitzer:innen mit Ölheizung stellt sich damit die Frage: jetzt zuschlagen und den Tank füllen oder lieber weiter abwarten?

Trump-Entscheidung sorgt für Öl-Kursrutsch

Von einer wirklichen Entspannung am Energiemarkt kann nach wie vor keine Rede sein. Die Blockade der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Routen für den Transport von Öl und Gas, hält an und sorgt weiter für Unsicherheit. Diese Engstelle ist für einen großen Teil der weltweiten Öltransporte entscheidend – jedes Risiko für Lieferausfälle schlägt direkt auf die Preise durch.

Für Verbraucher:innen bedeutet das: Die aktuelle Verschnaufpause bei den Heizölpreisen könnte schnell vorbei sein, wenn sich die Lage im Nahen Osten erneut zuspitzt oder Lieferwege weiter eingeschränkt werden. Gleichzeitig reagieren die Märkte stark auf politische Signale und eine mögliche Einigung bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran.

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Heizöl so teuer wie 2022 – aber mit Rücksetzern

Ein wichtiger Auslöser für den jüngsten Preisrückgang war eine überraschende Entscheidung in Washington. US-Präsident Donald Trump setzte die militärische Begleitung von Öl- und Gastankern durch die Meerenge von Hormus aus. In einem Kommentar für das Vergleichsportal "esyoil" schreibt Expertin Claudia Lohse dazu: "Die Ölpreise gaben gestern jedenfalls spürbar nach. Auslöser war die überraschende Entscheidung von US-Präsident Donald Trump: Er setzte die militärische Eskortierung von Öl- und Gastankern durch die Meerenge von Hormus aus und verwies auf Fortschritte in den Verhandlungen mit Teheran."


Expertin: Nur bei Bedarf Öltanks füllen

Für den deutschen Markt waren die vergangenen Wochen angespannt. Die durchschnittlichen Heizölpreise sind zeitweise stark gestiegen und lagen so hoch wie zuletzt im Herbst 2022. Vor dem Angriff auf den Iran befanden sich die Preise noch auf einem moderaten Niveau. Innerhalb nur einer Woche verteuerte sich Heizöl dann um mehr als 40 Cent pro Liter – ein Plus von über 40 Prozent.

Seit dem Rekordhoch haben sich die Preise etwas stabilisiert. Je nach Anbieter und Region gibt es derzeit spürbare Rücksetzer – das Niveau bleibt aber im historischen Vergleich hoch.

Auch in den News:

Frühling und Sommer bei Heizöl oft günstiger – aber keine Garantie

Für Verbraucher:innen, die jetzt vor einer Bestellung stehen, ist die Lage kompliziert. Lohse beschreibt die Situation auf dem deutschen Markt so: "Wer kurzfristig bestellen muss, kann sich bislang vor allem gegen weitere Aufschläge absichern oder auf kleinere Rückgänge spekulieren. Erst eine Öffnung der Meerenge von Hormus könnte spürbar stärkere Entlastung bringen."

Das bedeutet:

  • Wer den Tank fast leer hat, sollte nicht zu lange warten und zumindest einen Teilbedarf decken.

  • Wer noch ausreichend Reserven besitzt, kann die Entwicklung weiter beobachten – muss aber mit erneuten Ausschlägen nach oben rechnen, falls die Krise sich verschärft.

Vergleich lohnt sich – Preise und Zusatzkosten prüfen

Neben dem Zeitpunkt der Bestellung spielt der Anbieter eine große Rolle. Viele Hausbesitzer:innen bestellen seit Jahren bei ihrem Stammhändler, oft aus Nähe oder Gewohnheit. In Zeiten stark schwankender Energiepreise kann ein Vergleich aber bares Geld sparen.

Portale wie "esyoil" helfen dabei: Anhand von Postleitzahl und Bestellmenge zeigen sie die aktuell günstigsten Angebote verschiedener Lieferant:innen. Wichtig ist, nicht nur auf den reinen Literpreis zu achten. Zusatzkosten wie eine Kilometerpauschale für die Anfahrt oder Gebühren für Kleinstmengen können den Endpreis deutlich erhöhen. Wer seine Optionen genau prüft und mehrere Angebote vergleicht, kann die aktuelle Marktphase besser für sich nutzen.


Verwendete Quellen:

Berliner Morgenpost: "Heizölpreise heute (Donnerstag, 7. Mai): Das kostet aktuell ein Liter"

esyoil: "Zeichen für Deeskalation am Persischen Golf – Ölpreise geben nach"

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