Spritpreise erklärt

Benzin und Diesel: So setzen sich die Preise zusammen

Veröffentlicht:

von Claudia Scheele

:newstime

Sprit: Welche Lösung bietet die Regierung?

Videoclip • 01:46 Min • Ab 12


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Steuern, Ölpreis, Wettbewerb: Viele Faktoren bestimmen den Spritpreis. Wie Benzin- und Dieselpreise entstehen und wo Autofahrer:innen sparen können.

Das Wichtigste in Kürze

  • In Deutschland machen Steuern und Abgaben je nach Sorte rund 43 bis 54 Prozent des Spritpreises aus – Benzin wird höher besteuert als Diesel.

  • Neben Steuern bestimmen Ölpreis, Dollar-Kurs und Wettbewerb zwischen den Tankstellen die Preise an der Zapfsäule.

  • Mit Preisvergleichs‑Apps wie ADAC Drive und einem Blick auf Spritpreise im Ausland können Autofahrer:innen ihre Tankkosten spürbar senken.

Wer an der Zapfsäule steht, merkt: Die Preise für Benzin und Diesel schwanken – manchmal sogar von einer Straßenecke zur nächsten. Dahinter steckt ein ganzer Mix aus Steuern, Rohstoffpreisen und Unternehmensgewinnen. In Deutschland macht der Staat dabei einen besonders großen Anteil aus.

Nach aktuellen Berechnungen lag Anfang April 2026 der Anteil von Steuern und Abgaben am Preis für Super E10 bei rund 54 Prozent, bei Diesel bei etwa 43 Prozent. Im Jahr 2025 waren es sogar im Schnitt 64 Prozent bei Benzin und 56 Prozent bei Diesel.


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Steuern treiben den Literpreis

Der größte Block sind fixe Abgaben. Dazu gehören die Energiesteuer (früher Mineralölsteuer), die jährlich steigende CO₂-Abgabe und die Mehrwertsteuer von 19 Prozent, die auf alles obendrauf gerechnet wird. Die Energiesteuer wirkt dabei besonders stark: Für Benzin fallen 65,45 Cent pro Liter an, für Diesel 47,04 Cent pro Liter. Erdgas und Autogas werden deutlich niedriger besteuert, Strom für E‑Autos mit nur 2,05 Cent pro Kilowattstunde.

Der Rest des Spritpreises sind die eigentlichen Produktkosten: Einkauf des Rohöls, Transport, Raffinerie, Lagerung und der Gewinn der Mineralölkonzerne und Tankstellen. Auch hier gibt es mehrere Preistreiber. Wichtig ist der Weltmarktpreis für Erdöl, der stark von Konjunktur, politischer Lage oder Krisen abhängt. Hinzu kommt der Dollar-Kurs. Rohöl wird fast ausschließlich in US‑Dollar gehandelt. Steigt der Dollar im Verhältnis zum Euro, wird Öl für Europa teurer – meist mit Verzögerung auch an der Zapfsäule.

Deutschland im EU-Vergleich oft teurer

Im Vergleich zu vielen EU‑Nachbarn sind Benzin und Diesel in Deutschland häufig teurer. Ein Grund sind die höheren Steuern und Umweltaufschläge, etwa der CO₂‑Preis. Einige Länder begrenzen Kraftstoffpreise sogar per Dekret oder setzen Deckelungen, um Verbraucher:innen zu entlasten.

Dennoch unterscheiden sich die Preise auch innerhalb eines Landes – je nach Region, Marke und Konkurrenz. Unternehmen wie Aral, Shell, TotalEnergies, Esso oder Jet beobachten einander genau und passen ihre Preise auch mehrmals am Tag an.

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So finden Autofahrer:innen günstigen Sprit

Ganz ohne Einfluss sind Autofahrer:innen nicht. Wer konsequent die günstigste Tankstelle ansteuert, stärkt den Wettbewerb. Der ADAC rät, Preise vor dem Tanken zu vergleichen. Vor Auslandsreisen empfiehlt der Club, sich über die Preisniveaus in anderen EU‑Ländern zu informieren. Oft lohnt es sich, kurz hinter der Grenze zu tanken – dort sind Steuern und Abgaben auf Kraftstoffe meist niedriger.


Verwendete Quellen:

ADAC: "Benzinpreis und Dieselpreis: So entstehen die Spritpreise aktuell"

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