Folgen des Iran-Kriegs
Wegen hoher Spritpreise: EVG fordert befristete Bahn-Rabatte
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von dpa:newstime
Spritpreise: Reiche lehnt Soforthilfe ab
Videoclip • 01:19 Min • Ab 12
EVG-Chef Martin Burkert bringt Rabatte für das Deutschlandticket und den Fernverkehr ins Spiel. Was das für Bahnkund:innen und die Finanzierung bedeuten könnte.
Das Wichtigste in Kürze:
Die Spritpreise steigen infolge des Iran-Kriegs weiter an.
EVG-Chef Martin Burkert schlägt nun Rabatte bei der Bahn vor, um Bürger:innen zu entlasten.
Offen wäre, wie das finanziert werden könnte.
Entlastung für die Bürger:innen mit Rabatten bei der Bahn? Das kann sich in der aktuellen Debatte über hohe Spritpreise zumindest der Vorsitzende der Eisenbahngewerkschaft EVG gut vorstellen.
"Anstatt sich von den Öl-Konzernen an der Nase herumführen zu lassen, muss die Politik neben einer Übergewinnsteuer das Staatsunternehmen Deutsche Bahn nutzen", sagte Martin Burkert der "Bild am Sonntag". "Ein befristeter Rabatt von 30 Prozent auf das Deutschlandticket und Preissenkungen im Fernverkehr von bis zu 50 Prozent wären eine schnelle und wirksame Entlastung."
Kommt neue Debatte über Finanzierung des Deutschlandtickets?
Das Deutschlandticket kostet derzeit 63 Euro im Monat, mit einem Rabatt von 30 Prozent würden die etwa 14 Millionen Ticketinhaber:innen also monatlich fast 20 Euro sparen. Das Deutschlandticket wird von Bund und Ländern sowie mit den Einnahmen aus dem Verkauf finanziert.
Sollten sich Bund und Länder entscheiden, einen Rabatt zu gewähren, dürfte erneut eine Debatte über die Finanzierung des Tickets entstehen. Zuletzt waren weder der Bund noch die Länder bereit, mehr Geld für das Ticket bereitzustellen – dadurch ist der Preis des Tickets seit seiner Einführung im Mai 2023 schrittweise um 14 Euro gestiegen. Bund und Länder geben pro Jahr jeweils 1,5 Milliarden Euro für das Deutschlandticket.
DB Fernverkehr steuert auf Sanierungsprogramm zu
Die Tickets im Fernverkehr der Bahn kosten je nach Buchungszeitpunkt und Verbindung sehr unterschiedlich, die genaue Ersparnis wäre bei einem Rabatt von 50 Prozent sehr unterschiedlich. Günstigere Tickets dürften aber die Nachfrage nach Bahnfahrten deutlich ankurbeln.
Offen wäre, wie ein solcher Fernverkehrs-Rabatt finanziert werden könnte. Die Bahn selbst dürfte abwinken: Der Konzern verzeichnete 2025 einen Verlust von rund 2,3 Milliarden Euro - rund 0,5 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. Die Fernverkehrssparte verzeichnete zwar einen operativen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 45 Millionen Euro, blieb damit aber hinter den Erwartungen zurück. Bahnchefin Evelyn Palla stellte für den Fernverkehr ein Sanierungsprogramm in Aussicht.
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