Cold Case
Vor 25 Jahren verschwand Peggy Knobloch – bis heute geht die Suche nach dem Täter weiter
Veröffentlicht:
von Michael ReimersDie neunjährige Peggy Knobloch verschwand am 7. Mai 2001.
Bild: Polizei
Der Fall Peggy: Bis heute ist unklar, wer für den Tod des Kindes verantwortlich ist. Über einen bundesweit bekannten Cold Case, der vor 25 Jahren seinen Anfang nahm und bis heute bewegt.
Das Wichtigste in Kürze
2001 verschwand die neunjährige Peggy aus Bayern, bis heute weiß man nicht, was genau mit dem Mädchen geschehen ist.
2016 wurde Peggys Leiche in Thüringen gefunden: Es gab zahlreiche Verdächtige, ein:e Täter:in wurde bis heute nicht gefunden.
Aktuell gebe es laut der Staatsanwaltschaft Bayreuth keine neuen Erkenntnisse, man habe bereits alles Mögliche versucht.
Suchtrupps, Bundeswehr-Tornados, ein tränenreicher Appell der Mutter – alles vergeblich. Vor 25 Jahren, am 7. Mai 2001, verschwand im kleinen Ort Lichtenberg ganz im Norden Bayerns das Mädchen Peggy Knobloch. Jahrelang wusste man nichts über ihren Verbleib. Bis 2016 ihre Leiche gefunden wurde. Was genau mit dem neunjährigen Kind geschehen ist - das weiß man bis heute nicht.
Der Fall Peggy zählt zu den bekanntesten Cold Cases der Republik. Zahlreiche True-Crime-Formate haben sich schon am Schicksal des Mädchens abgearbeitet: Gab es Unregelmäßigkeiten bei den Ermittlungen? Gibt es eine bis dato unentdeckte Spur? Wie und wann und vor allem durch wen kam Peggy zu Tode?
Auch in den News:
"Es wurde alles bereits unternommen"
Die Akten in dem an Irrungen und Wirrungen reichen Fall sind geschlossen. "Derzeit gibt es keinerlei weitere Ermittlungsansätze", teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Bayreuth mit. Es sei derzeit auch nicht denkbar, dass durch etwaige neue Untersuchungsmöglichkeiten frische Erkenntnisse gewonnen werden könnten. "Es wurde alles bereits unternommen."
Das Mädchen verschwand im Mai 2001 auf dem Heimweg nach der Schule im oberfränkischen Lichtenberg (Landkreis Hof) spurlos. Zahlreiche Suchaktionen blieben erfolglos, zahlreiche Ermittlungsansätze liefen ins Leere. Auch eine Pressekonferenz, die Peggys Mutter in Tränen aufgelöst wenige Tage nach dem Verschwinden ihrer Tochter gab, brachte keine Ergebnisse.
Dann aber präsentierten die Ermittler:innen einen Tatverdächtigen – einen jungen, geistig eingeschränkten Mann aus Lichtenberg. Er wurde verurteilt, kam aber Jahre später nach einem Wiederaufnahmeverfahren frei.
Immer wieder werden Altfälle doch noch geklärt
2016 wurde Peggys Leiche gefunden. Ein Pilzsammler entdeckte die sterblichen Überreste in einem Waldstück in Thüringen. Kurzzeitig geriet ein weiterer Mann ins Visier von Polizei und Staatsanwaltschaft, doch auch hier ließ sich der Verdacht nicht erhärten. Ein Versuch von Peggys Mutter, von dem Mann Schmerzensgeld zu bekommen, scheiterte vor Gericht.
Dass bei Cold Cases – also lange ungelösten Kriminalfällen – die Akten doch wieder geöffnet werden, kommt immer wieder vor. So beginnt just am 7. Mai, 25 Jahre nach Peggys Verschwinden, in Aschaffenburg ein Mordprozess in einem vier Jahrzehnte alten Fall: Ein Mann steht vor Gericht, weil er 1984 eine 19-Jährige erdrosselt haben soll.
In Schwaben und Mittelfranken haben Ermittler:innen den Mord an einem zwölfjährigen Mädchen nahe Fürth vor etwa 50 Jahren wieder aufgerollt, weil sie einen Zusammenhang mit einem ähnlichen Fall im Allgäu vermuten.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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