Vermutlich Militär-Tests
China: Satellitenbilder zeigen Nachbau von US-Zerstörer
Veröffentlicht:
von Andrea Ege:newstime
Deutsche Rüstungsexporte auf Rekordhoch
Videoclip • 32 Sek • Ab 12
Satellitenbilder aus China sorgen für internationale Aufmerksamkeit. In der Wüste ist eine Attrappe eines US-Zerstörers entdeckt worden. Expert:innen vermuten, dass sie militärischen Tests dienen.
Das Wichtigste in Kürze
China baut seit Jahren ähnliche Modelle westlicher Kriegsschiffe.
Frühere Attrappen zeigten auch Flugzeugträger.
Einschlagsspuren deuten auf Raketentests hin.
Satellitenbilder aus China sorgen für internationales Aufsehen. In der Taklamakan-Wüste wurde laut der Nachrichtenagentur Bloomberg ein Bauwerk entdeckt, das einem Lenkwaffenzerstörer der Arleigh-Burke-Klasse ähnelt.
Laut Analyst:innen befindet sich die Nachbildung auf einem abgelegenen Raketentestgelände bei Ruoqiang in der nordwestchinesischen Region Xinjiang. Weiter hieß es, dass das Objekt auf Aufnahmen seit mindestens Juni 2026 zu erkennen sei. Zuerst identifizierte Joseph Wu, Mitgründer der Taiwan Defense Studies Initiative, die Struktur.
Keine Stellungnahme von Ministerien
Weder das chinesische Verteidigungsministerium noch das US-Verteidigungsministerium reagierten zunächst auf entsprechende Anfragen der Nachrichtenagentur, wie die "Frankfurter Rundschau" berichtet. Das neu entdeckte Modell reiht sich in mehrere Nachbauten amerikanischer Kriegsschiffe ein, die China seit 2021 in der Wüste errichtet hat. Frühere Satellitenbilder zeigten bereits die Umrisse eines Flugzeugträgers sowie zweier Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse. Darüber hatte auch das US Naval Institute berichtet.
Beide Schiffstypen werden von der Siebten US-Flotte eingesetzt. Diese patroulliert im westlichen Pazifik und rund um Taiwan. Auf weiteren Aufnahmen waren Trümmer von Raketeneinschlägen rund um eine der Attrappen zu sehen. Analyst:innen ordnen dem Bericht zufolge das Gelände deshalb Tests ballistischer Anti-Schiff-Raketen zu.
Zweck der Anlage bleibt unklar
Der genaue Zweck der Nachbauten ist bislang nicht bekannt. Unklar ist auch, ob die Modelle Materialien enthalten, die echten Schiffsrümpfen entsprechen. Fachleute sehen sie jedoch im Zusammenhang mit Chinas Bestrebungen, gegnerische Schiffe mit unterschiedlichen Waffensystemen treffen zu können.
China hat zudem Teile der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh auf Militärgeländen nachgebaut. In Zhurihe, dem größten Truppenübungsplatz des Landes, stehen Attrappen des Präsidentenbüros, des Justizorgans Judicial Yuan und des Außenministeriums. Bereits 2015 zeigte der Staatssender CCTV Soldat:innen bei Schießübungen auf ein entsprechendes Gebäude.
Auch in den News:
Weitere Anlagen in der Inneren Mongolei
Ein weiteres Gelände in der Inneren Mongolei bildet wichtige Straßen Taipehs nach. China betrachtet das demokratisch regierte Taiwan als Teil des eigenen Staatsgebiets und schließt eine militärische Einnahme nicht aus.
Auswertungen des europäischen Satellitensystems Copernicus Sentinel-2 ergeben auch, dass die Arbeiten an der neuen Schiffsattrappe im Oktober 2025 begonnen haben. Zuvor hatte es an dieser Stelle keine vergleichbaren Modelle gegeben, erklärte das US-Unternehmen Vantor, das die Bilder bereitstellte.
Auch USA nutzen ähnliche Methoden
Bei einer Militärparade im August 2025 präsentierte China zudem neue Anti-Schiff-Raketen. Analysen staatlicher und privater Unternehmen deuten laut Bloomberg darauf hin, dass die Produktion im Jahr 2025 so stark zunahm wie seit dem Amtsantritt von Präsident Xi Jinping im Jahr 2013 nicht mehr. Auch andere Staaten greifen auf vergleichbare Nachbildungen zurück. So haben die USA chinesische Luftabwehrsysteme für eigene Waffentests nachgebaut.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur Bloomberg
Frankfurter Rundschau: "Satellitenbilder sorgen für Aufsehen: China baut US-Zerstörer nach"
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