Neuer Regierungschef

Selenskyj krempelt ukrainische Regierung um – dieser Posten ist vakant

Veröffentlicht:

von Marie-Finn Bruker

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Bulgarien schlägt in der Ukraine-Politik einen neuen Kurs ein (15. Juli)

Videoclip • 01:08 Min • Ab 12


Präsident Wolodymyr Selenskyj vollzieht einen drastischen Umbau seiner Führungsriege: Künftig soll der Chef des Energieriesen Naftogaz die Regierung leiten. Doch der brisanteste Wechsel steht noch bevor.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die ukrainische Regierungsspitze ist im Wandel: Präsident Wolodymyr Selenskyj ernennt den Leiter des staatlichen Energiekonzerns, Serhij Korezkyj, zum neuen Regierungschef.

  • Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hatte nach nur sechs Monaten im Amt seinen Abschied angekündigt – dahinter steckt womöglich ein Konflikt mit Armeechef Olexander Syrskyj.

  • Während im Parlament in Kiew um die Zukunft des Landes diskutiert wird, gehen die massiven russischen Angriffe auf die Ukraine weiter.

Während russische Raketen auf ukrainische Städte niedergehen, krempelt Wolodymyr Selenskyj die politische Führung in der Ukraine um. Nach der Entlassung des kompletten Ministerkabinetts nominierte der Präsident am Mittwoch (15. Juli) Serhij Korezkyj als neuen Regierungschef. Das Parlament in Kiew war sich weitgehend einig: Eine große Mehrheit von 289 Abgeordneten stimmte für die Ernennung Korezkyjs. Er ist der mittlerweile dritte Regierungschef seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine.

Auch in den News:

Der bisherige Leiter des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz soll das Land durch den kommenden Winter führen. Selenskyj begründete die Wahl Korezkyjs mit dessen Expertise: Angesichts der bevorstehenden Wintermonate und der zu erwartenden Probleme bei der Energieversorgung durch etwa massive russische Angriffe sei er besonders geeignet für das Amt.


Fedorow verabschiedet sich – nach nur sechs Monaten

Noch brisanter als die Änderungen an der Regierungsspitze ist jedoch der Personalwechsel im Verteidigungsministerium. Mychajlo Fedorow, der erst im Januar das Amt übernommen hatte, veröffentlichte am Mittwoch eine Abschiedsbotschaft. "Es war eine große Ehre, dem ukrainischen Volk auf dem Posten des Verteidigungsministers zu dienen", schrieb der 35-Jährige bei Telegram. Damit endet seine Amtszeit nach nur etwa sechs Monaten.

Hinter dem überraschenden Aus steckt offenbar ein Konflikt: Medienberichten zufolge lag Fedorow im Clinch mit Armeechef Olexander Syrskyj. Dem jungen Minister, der zuvor das Digitalministerium geleitet und als Protegé Selenskyjs galt, wurden eigene Ambitionen auf das Präsidentenamt nachgesagt. Zudem habe er die Probleme mit der Zwangsmobilisierung von Wehrpflichtigen nicht lösen können – ein hochsensibles Thema, das erst vor einer Woche zu gewaltsamen Ausschreitungen führte, als im westukrainischen Lwiw rund 200 Menschen ein Rekrutierungskommando angriffen.

Am Donnerstagmorgen (16. Juli) demonstrierten in zahlreichen ukrainischen Städten hunderte Menschen gegen die Entlassung Fedorows. Vor allem unter jungen Ukrainer:innen gilt er als Reformer und Kämpfer gegen die im Staatsapparat verbreitete Korruption.

Als Nachfolger ist Innenminister Ihor Klymenko im Gespräch. Der Posten des Verteidigungsministers gilt seit Kriegsbeginn als Schleudersitz: Fedorow wäre bereits der vierte Amtsinhaber seit dem russischen Überfall im Februar 2022.

Korruptionsskandal um Botschafterin in den USA

Als zusätzlicher Auslöser für die umfassende Kabinettsumbildung gilt nach unbestätigten Medienberichten das Ausscheiden der ukrainischen Botschafterin in den USA, Olha Stefanischyna. Gegen die Diplomatin, die den Posten in Washington erst im August 2025 angetreten hatte, laufen angeblich Korruptionsermittlungen wegen eines Immobilienkaufs während ihrer Zeit als Ministerin für EU- und NATO-Integration im ersten Kriegsjahr. An ihrer Stelle soll die bisherige Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko nach Washington wechseln.


Tote und Verletzte nach russischen Angriffen

Währenddessen gehen die Angriffe Russlands weiter. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe waren in der Nacht zum Donnerstag mindestens acht ballistische Raketen auf Kiew und die Umgebung der Dreimillionenstadt abgefeuert worden. Auch in der Industriestadt Saporischschja gab es russische Angriffe mit drei Toten und mehreren Verletzten. Die russische Munition ist auch aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit besonders schwer abzufangen. Zuletzt hatten mehrere europäische Staaten ein neues Abwehrsystem zur Unterstützung der Ukraine angekündigt.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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