Mehr Einzahler

Rentenreform im Anmarsch – was sich jetzt für Millionen Versicherte ändern könnte

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von Emre Bölükbasi

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Kritik an Plänen der Renten-Kommission

Videoclip • 39 Sek • Ab 12


Die Rentenkommission legt umfassende Vorschläge vor: Beschäftigte müssen demnach künftig länger arbeiten und mehr einzahlen. Was konkret geplant ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Rentenreform naht – und sie hat es in sich.

  • Die Kommission fordert: Die Rente mit 63 soll weg.

  • Millionen Versicherte sollen länger arbeiten und tiefer in die Tasche greifen.

Nach fünfeinhalb Monaten Beratung präsentiert die Rentenkommission am Dienstag (23. Juni) ihre Empfehlungen für die größte Rentenreform seit Jahren. Die Vorschläge sollen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) überreicht werden.

Die Rentenkommission stellt ihre Ergebnisse vor: Schau dir die Pressekonferenz am Dienstag ab 9 Uhr LIVE auf Joyn an!


Die 30 Vorschläge zielen darauf ab, das System angesichts der alternden Gesellschaft zukunftsfest zu machen – mit spürbaren Folgen für alle Generationen. Teile der Reform waren bereits am Wochenende durchgesickert. Eine Übersicht über die geplanten Änderungen.

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Schrittweise Anhebung bis 68 Jahre

Das Renteneintrittsalter soll sich künftig an der steigenden Lebenserwartung orientieren. Nach den Berechnungen würden Beschäftigte 2041 erst mit 67,5 Jahren regulär in Rente gehen können, 2051 mit 68 Jahren. Die Altersgrenze würde damit ab 2042 alle zehn Jahre um ein halbes Jahr steigen.

Auch der vorzeitige Ruhestand wird erschwert: Wer nach 35 Berufsjahren mit Abschlägen in Rente gehen will, soll dies künftig erst ab 64 statt wie bisher ab 63 Jahren können. Die beliebte abschlagsfreie "Rente mit 63" nach 45 Beitragsjahren soll komplett wegfallen – allerdings mit Übergangsregelungen für rentennahe Jahrgänge.

Neue Kapitalsäule und steigende Beiträge

Als Kernstück der Reform ist eine verpflichtende Kapitalrente geplant. Zunächst sollen 0,5 Prozent des Bruttolohns am Aktienmarkt angelegt werden, später zwei Prozent – je zur Hälfte von Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber:innen finanziert. Diese Zusatzrente nach schwedischem Vorbild soll von einem Staatsfonds verwaltet werden und ab 2040 höhere Gesamtrenten ermöglichen.

Der reguläre Rentenbeitrag wird ebenfalls steigen: Bereits 2028 soll er von derzeit 18,6 auf 19,9 Prozent klettern. Die Beiträge zur Kapitalsäule kämen zusätzlich hinzu. Langfristig soll das Rentenniveau durch beide Säulen zusammen bei 50 Prozent liegen.


Mehr Einzahler für die Rentenkasse

Um die Finanzierung zu stärken, sollen künftig auch Politiker:innen wie Bundestagsabgeordnete sowie Selbstständige in die gesetzliche Rente einzahlen. Eine vollständige Einbeziehung der Beamt:innen ist vorerst nicht vorgesehen, deren Pensionsniveau soll aber abgeschmolzen werden.

Zudem empfiehlt die Kommission, beitragsfreie Minijobs nur noch für Schüler:innen zuzulassen – ein Anreiz, die Arbeitszeit zu erhöhen.

Gemischte Reaktionen

Die Vorschläge stoßen auf geteiltes Echo. Während der Sachverständigenrat die Empfehlungen lobt, kritisieren Gewerkschaften und Linke die Pläne scharf. IG-Metall-Chefin Christiane Benner warnte, die Abschaffung der Rente nach 45 Jahren werde in den Betrieben auf "heftige Ablehnung" treffen. Verdi-Chef Frank Werneke bemängelte, die Vorschläge gingen "an der Lebenswirklichkeit arbeitender Menschen vorbei".

DIW-Präsident Marcel Fratzscher hält die Reform für "zu vorsichtig" und fordert Nachbesserungen, insbesondere bei der Bekämpfung von Altersarmut.

Die Bundesregierung will die Empfehlungen nun prüfen und bis zur Sommerpause ein Reformpaket vorlegen.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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