Ab 2090

Pläne der Rentenkommission durchgesickert: Rente bald erst mit 70?

Veröffentlicht:

von Max Strumberger

:newstime

Milliardenkosten: Rentnerzahl auf Rekordhoch

Videoclip • 01:09 Min • Ab 12


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Die Rentenkommission schlägt laut einem Bericht einen historischen Umbau der Altersvorsorge vor. Besonders Jüngere müssten sich auf tiefgreifende Änderungen einstellen. Diese Änderungen sind geplant.

Das Wichtigste in Kürze

  • Deutschlands Rentensystem soll grundlegend umgebaut werden.

  • Dazu sind jetzt Pläne der Bundesregierung durchgesickert.

  • Einem Bericht zufolge plant die Rentenkommission längere Lebensarbeitszeiten, neue Beitragszahler und eine Kapitalrente.

Die geplante Rentenreform könnte das deutsche Alterssicherungssystem grundlegend verändern: Nach Informationen der "Bild"-Zeitung, die sich auf Kreise der Rentenkommission beruft, soll das Renteneintrittsalter künftig an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden. Ab 2032 würde dieser Mechanismus greifen, in den 2090er-Jahren könnte dann die Rente mit 70 Realität werden. Vorgestellt werden sollen die Vorschläge am Dienstag im Kanzleramt.

Dabei ist nach dem Bericht ein langsamer Anstieg vorgesehen. Erst ab 2042 würde die Altersgrenze demnach alle zehn Jahre um ein halbes Jahr steigen. Die volle Wirkung träfe also vor allem jene Generation, die heute noch jung ist. Gleichzeitig soll die Möglichkeit zur Frühverrentung nach 45 Beitragsjahren wegfallen. Erleichterungen beim vorzeitigen Renteneintritt soll es nur noch für Menschen geben, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können.


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Kapitalrente ein zentraler Baustein

Zentraler Baustein des Reformpakets ist zudem eine neue Kapitalrente. Künftig soll ein Teil der Rentenbeiträge am Aktienmarkt angelegt werden, zunächst in Höhe von einem Prozent des Bruttolohns, später mit zwei Prozent. Nach den Plänen der Kommission soll so das künftige Rentenniveau auf 50 Prozent steigen. Eine verpflichtende Betriebsrente ist dagegen vorerst nicht vorgesehen, weil sie als deutlich bürokratischer gilt.

Zusätzlich will die Kommission den Nachhaltigkeitsfaktor wieder einführen. Er koppelt die Rentenanpassung stärker an die Entwicklung der Zahl der Beitragszahler und soll künftige Beitragssprünge bremsen. Das hätte allerdings auch zur Folge, dass die jährlichen Rentensteigerungen geringer ausfallen. Das entstehende Minus soll nach den Vorstellungen der Experten durch die neue Kapitalsäule ausgeglichen werden, sodass das Gesamtniveau aus gesetzlicher Rente und Kapitalrente bis 2050 auf 50 Prozent steigen könnte.

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Mehr Einzahler – aber keine Beamten

Auch beim Kreis der Einzahler sind weitreichende Änderungen geplant. Künftig sollen neben Arbeitnehmern auch Abgeordnete, Selbstständige und Vorstandsvorsitzende in die Rentenkasse einzahlen, Beamte blieben zunächst außen vor. Zudem sollen rentenfreie Minijobs weitgehend abgeschafft werden; nur Schüler dürften demnach noch bis 603 Euro monatlich beitragsfrei hinzuverdienen. Die Reformkommission übergibt ihren Bericht am Dienstag an die Bundesregierung, anschließend wollen Kanzler Friedrich Merz und Sozialministerin Bärbel Bas Stellung nehmen.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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