Handelsverband warnt
Minijob-Abschaffung? Pläne der Rentenkommission seien ein "gefährlicher Irrweg"
Veröffentlicht:
von Marie-Finn Bruker:newstime
Kritik an Plänen der Renten-Kommission
Videoclip • 39 Sek • Ab 12
Die Rentenkommission will am Dienstag ihre Vorschläge zur Rentenreform einreichen. Gerüchten zufolge sei unter anderem geplant, die Sonderstellung von Minijobs abzuschaffen – der Handelsverband Deutschland (HDE) schlägt Alarm.
Diese ersten Details zur Rentenreform sorgen für Aufregung: Laut Insider-Berichten will die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission die Sonderstellungen für Minijobs abschaffen. Dieses Vorhaben sei ein "gefährlicher Irrweg", so Stefan Genth, Geschäftsführer des Handelsverband Deutschland (HDE).
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Es gehe um die Beschäftigung von aktuell rund 800.000 in Minijobs tätigen Menschen, so der HDE. Viele darunter sind Rener:innen oder Studierende – für sie würde mit der Regelung ein "wichtiges Standbein ihrer Alltagsfinanzierung" wegfallen, so Genth. "Es kann und darf nicht das Ziel sein, den Arbeitnehmern und den Handelsunternehmen in diesen ohnehin wirtschaftlich schwierigen Zeiten das Leben noch schwerer zu machen", betont der HDE-Chef.
Viele der Minijobber:innen könnten gar nicht in Vollzeit arbeiten, etwa wegen fehlender Möglichkeiten zur Kinderbetreuung. Doch auch auf Unternehmensseite warnt Genth, es werde der Branche "die Möglichkeit genommen, Spitzenzeiten abzufedern" und vernichte hunderttausende Jobs im Einzelhandel.
In der Regel erwerben Minijobber:innen keine oder nur sehr geringe Rentenansprüche. Aktuell ist eine solche Beschäftigung mit bis zu 603 Euro im Monat frei von Steuern und Sozialabgaben. Stattdessen zahlen Arbeitgebende eine pauschale Abgabe.
Nach rund 150 Stunden Beratungszeit wird die Rentenkommission ihre Vorschläge am Dienstag (23. Juni) offiziell an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) übergeben. Darunter offenbar die Idee, die Sonderstellung von Minijobs abzuschaffen – ausgenommen seien lediglich Schüler:innen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur Reuters
Nachrichtenagentur dpa
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