Neue Regeln
Neobroker im EU-Visier: Was das Aus für billige Trades für Anleger bedeutet
Aktualisiert:
von Michael Reimers:newstime
Immer die höchsten Zinsen? Wie das System Trade Republic funktioniert
Videoclip • 11:00 Min • Ab 12
Ein Euro pro Trade – dieses Versprechen hat Millionen Anleger:innen angezogen. Doch ab Juli 2026 greift die EU in das Geschäftsmodell der Neobroker:innen ein. Müssen Investor:innen jetzt mit höheren Kosten rechnen?
Das Wichtigste in Kürze
Billige Trades haben Neobroker:innen groß gemacht.
Doch ein EU‑Beschluss stellt dieses Erfolgsmodell infrage.
Ab Juli 2026 müssen sich Anleger:innen auf Veränderungen einstellen.
Was jahrelang als Revolution für Kleinanleger:innen galt, steht vor einem Einschnitt. Extrem günstige Wertpapierkäufe, wie sie Neobroker:innen populär gemacht haben, könnten bald Geschichte sein. Ein EU‑Beschluss stellt das bisherige Preismodell infrage – und verunsichert laut "Focus Online" viele Anleger:innen.
Ab Juli 2026 greift die Europäische Union in den Markt ein und untersagt ein zentrales Provisionsmodell vieler Neobroker:innen. Künftig dürfen Broker:innen kein Geld mehr dafür erhalten, dass sie Kauf‑ und Verkaufsaufträge ihrer Kund:innen an bestimmte Handelsplätze weiterleiten.
Warum greift die EU ein?
Im Mittelpunkt steht das sogenannte Payment for Order Flow (PFOF) – ein Provisionsmodell, das vor allem Neobroker:innen nutzen.
So funktioniert PFOF:
Du kaufst oder verkaufst Aktien oder ETFs über deinen Broker.
Der Broker leitet den Auftrag an einen Handelsplatz weiter.
Dafür erhält er eine Rückvergütung vom Handelsplatz.
Deine Order bleibt günstig – oft bei einem Euro oder sogar kostenlos.
Die EU sieht in dem Modell ein Problem. Broker:innen erhalten Geld für die Weiterleitung von Aufträgen. Dadurch könnten andere Interessen wichtiger werden als der beste Preis für Anleger:innen, so die Befürchtung. Deshalb verbietet die EU diese Praxis künftig.
Drohen jetzt deutlich höhere Gebühren?
Viele Anleger:innen zeigten sich im Netz besorgt.
Die häufigsten Befürchtungen:
Ordergebühren steigen auf fünf bis zehn Euro.
Kleine Investitionen lohnen sich kaum noch.
Besonders junge Anleger:innen verlieren den günstigen Zugang zur Börse.
Wie "finanztip.de" bereits im März berichtete, sind drastische Preissprünge eher unwahrscheinlich. Der Ratgeberdienst verweist darauf, dass Neobroker:innen zwar eine wichtige Einnahmequelle verlieren würden, ihre Geschäftsmodelle aber nicht zwangsläufig vollständig auf höhere Gebühren umstellen müssten.
Wie es für Anleger:innen weitergeht
Laut "finanztip.de" sind nach den neuen EU-Regeln drei Szenarien denkbar.
Leicht höhere Gebühren: zum Beispiel zwei oder drei Euro statt bisher einem Euro pro Order
Neue Tarifmodelle: kostenlose Sparpläne nur für bestimmte ETFs , kostenpflichtige Premium‑Optionen
Kaum Veränderungen: Broker:innen finden andere Wege, sich zu finanzieren
Zur Einordnung: Selbst zwei Euro mehr pro Kauf würden bei einem monatlichen ETF‑Sparplan rund 24 Euro im Jahr ausmachen, rechnet "finanztip.de" vor und gibt Entwarnung.
Auch in den News:
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
finanztip.de: Neues Gesetz ab 1. Juli – wird Dein Depotanbieter jetzt teurer?
Focus Online: EU greift Neobroker an – 1-Euro-Trades stehen vor dem Aus
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