Bei Treffen mit Rutte

Verweigerter Beistand im Iran-Krieg: Trump wirft NATO Versagen vor

Veröffentlicht:

von Max Strumberger

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Rutte: Trump ist "enttäuscht" über NATO

Videoclip • 01:03 Min • Ab 12


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Trump legt im Streit mit der NATO nach: Nach einem Treffen mit Mark Rutte wirft er den Bündnispartnern vor, im Iran-Konflikt versagt zu haben. Gleichzeitig spricht der US-Präsident erneut von Grönland.

Das Wichtigste in Kürze

  • US-Präsident Donald Trump verschärft nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte erneut seine Kritik am Bündnis.

  • Angesichts des Iran-Konflikts wirft er den Partnern Versagen und mangelnde Solidarität vor.

  • Dabei stellt Trump sogar die zukünftige Rolle der USA in der NATO infrage.

US-Präsident Donald Trump hat nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte seine scharfe Kritik am Militärbündnis bekräftigt. "Sie wurden auf die Probe gestellt und haben versagt", zitierte eine Sprecherin des Weißen Hauses am Mittwoch den Präsidenten mit Blick auf die Rolle der Allianz im Iran-Krieg. Rutte bezeichnete das Gespräch nach dem Treffen als sehr offen und ehrlich. Er könne die Enttäuschung Trumps über viele NATO-Verbündete nachvollziehen, sagte er dem Sender CNN.

Hintergrund der Spannungen ist der mangelnde Beistand einiger Bündnispartner für den US-Militäreinsatz gegen den Iran. Mehrere NATO-Staaten hatten sich demnach geweigert, US-Militärflugzeugen die Nutzung ihres Luftraums zu gestatten oder Seestreitkräfte zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus zu entsenden. Eine Sprecherin des Weißen Hauses warf den NATO-Staaten zudem vor, sie hätten "dem amerikanischen Volk den Rücken gekehrt", das für ihre Verteidigung bezahle.

Trump hatte die NATO in den vergangenen Wochen wiederholt als "Papiertiger" bezeichnet und mit einem Austritt der USA aus dem Bündnis gedroht. Obwohl Trump am Dienstag einen zweiwöchigen Waffenstillstand bei den Angriffen auf den Iran angekündigt hatte, belasten die diplomatischen Folgen des Konflikts die Beziehungen weiter. Der Streit verschärft bereits bestehende transatlantische Spannungen über die Ukraine und die Höhe der Militärausgaben. Eine frühere NATO-Sprecherin bezeichnete die Lage als "gefährlichen Punkt für die transatlantische Allianz".


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Trump spricht erneut von Grönland

Gleichzeitig hat Trump seinen Anspruch auf Grönland untermauert. Die Verbündeten sollten sich an Grönland erinnern, das er als "großes, schlecht verwaltetes Stück Eis" bezeichnete. Die Arktisinsel, die sich Trump noch Anfang des Jahres für die USA einverleiben wollte, gehört zum Gebiet des NATO-Partners Dänemark. Anfang des Jahres hatte Trump offen mit einer Übernahme der strategisch bedeutenden Arktisinsel Grönland geliebäugelt – notfalls auch gewaltsam. Davon sah er nach einem Sturm der Entrüstung unter den europäischen NATO-Partnern schließlich wieder ab. Er beharrte jedoch auf Verhandlungen zu dem Thema. Zudem startete die NATO einen neuen Einsatz, der die militärische Präsenz in der Arktis verstärken soll.

Auch in den News:

Der Streit um Grönland

Dänemark und auch die Regierung des weitgehend autonomen Grönlands lehnen eine Übernahme durch die USA strikt ab. Unter anderem die Regierung in Kopenhagen hatte zudem gewarnt, dass eine US-Annexion Grönlands das Ende des westlichen Verteidigungsbündnisses bedeuten würde. Trump hatte sein Vorgehen mit der Behauptung begründet, dass Grönland sonst nicht vor Russland und China sicher sei. Grönland ist zu vier Fünfteln mit Eis bedeckt und sechsmal so groß wie Deutschland, hat aber nur knapp 57.000 Einwohner.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Nachrichtenagentur Reuters

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