Geplatzter Deal mit FC Bayern

"Königlichen Handschlag gebrochen": Trigema-Chef Wolfgang Grupp greift Uli Hoeneß scharf an

Veröffentlicht:

von Benedikt Rammer

Wolfgang Grupp nimmt Uli Hoeneß einen gescheiterten Deal zwischen dem FC Bayern und Trigema übel.

Bild: Dennis Duddek


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Uli Hoeneß gerät wegen eines alten Sponsoring-Streits wieder in die Kritik. Trigema-Chef Wolfgang Grupp wirft dem früheren Bayern-Manager in seiner Biografie vor, ein mündliches Versprechen gebrochen zu haben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Trigema-Chef Wolfgang Grupp wirft Uli Hoeneß in seiner Biografie vor, ein mündliches Sponsoring-Versprechen aus dem Jahr 1983 gebrochen zu haben.

  • Adidas soll den geplanten Einstieg von Trigema als Bayern-Trikot-Sponsor verhindert haben, stattdessen wurde 1984 Commodore neuer Sponsor.

  • Hoeneß betont, er habe sich korrekt verhalten, während Grupp ihm vorhält, "die Geschichte zu seinen Gunsten" zu drehen und den "königlichen kaufmännischen Handschlag" missachtet zu haben.

Im Umfeld des Champions-League-Duells des FC Bayern München mit Real Madrid steht erneut Uli Hoeneß im Mittelpunkt einer Kontroverse. Auslöser ist diesmal kein aktuelles Transfergeschäft, sondern eine Geschichte aus den 1980er-Jahren, die Trigema-Chef Wolfgang Grupp in seiner neuen Biografie ausführlich schildert. Der 84-Jährige erhebt darin schwere Vorwürfe gegen den langjährigen Bayern-Macher.

Grupp beschreibt, wie der Textilhersteller Trigema im November 1983 als neuer Trikot-Sponsor des FC Bayern einsteigen wollte. Demnach habe man sich mit Hoeneß, der damals Manager des Vereins war, bereits geeinigt. "Eineinhalb Millionen D-Mark sollten pro Saison fließen", heißt es in dem Buch – eine Summe, die damals einen Rekord bedeutet hätte. Grupp wird mit den Worten zitiert: "Darauf haben wir uns die Hand gegeben." Mit "wir" meint er sich selbst und Uli Hoeneß.

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Geplatzter Trikot-Deal mit Trigema

Zum Zeitpunkt der Gespräche war noch der Nutzfahrzeug-Hersteller Iveco Trikot-Sponsor des FC Bayern. Laut Grupp sollte Iveco von Trigema abgelöst werden. Er schildert, Hoeneß habe nach der gescheiterten Verlängerung mit Iveco zugesagt, sich umgehend zu melden. Die Zusammenarbeit sei "bereits mündlich vereinbart" gewesen. Doch der angekündigte Anruf blieb aus.

Als Grupp selbst den Kontakt zu Hoeneß suchte, sei die Überraschung groß gewesen. Plötzlich habe der Bayern-Manager erklärt, dass aus dem geplanten Deal doch nichts werde. Grupp berichtet, Hoeneß habe zurückgerudert, obwohl der Handschlag schon erfolgt war.

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Adidas legt Veto ein

Der Hintergrund: Sportartikelhersteller Adidas, Ausrüster des FC Bayern, soll gegen Trigema als Trikot-Sponsor protestiert haben. Ein Konkurrent aus der Textilbranche war offenbar nicht erwünscht. Statt Trigema stieg schließlich der Computerbauer Commodore im Sommer 1984 als neuer Trikot-Sponsor ein.

Bis heute hat Grupp Hoeneß diesen Vorgang nicht verziehen. In seiner Biografie wird er deutlich: "Herr Hoeneß hat den königlichen kaufmännischen Handschlag gebrochen." Für den Unternehmer ist klar: Ein mündliches Versprechen sei bindend. Dass Adidas Bedenken hatte, sieht er nicht als ausreichenden Grund für den geplatzten Vertrag.

Grupp: "Er hat die Geschichte umgedreht"

Besonders erbost zeigt sich der Trigema-Chef darüber, wie Hoeneß die Episode später öffentlich dargestellt haben soll. Der frühere Bayern-Präsident hatte die Angelegenheit demnach eher locker kommentiert. "Der wollte mal bei uns aufs Trikot", sagte Hoeneß einst über Trigema und bezeichnete den Vorgang in einem YouTube-Video als harmlose Anekdote.

Grupp widerspricht dieser Darstellung entschieden. "Er hat die Geschichte umgedreht – zu seinen Gunsten", schimpft der 84-Jährige in seiner Biografie. "Jetzt erzählt er die Geschichte so, dass sie positiv für ihn ist. Die Wahrheit aber ist: Er hat sich mir gegenüber nicht fair verhalten." Aus seiner Sicht war die Zusammenarbeit "quasi als beschlossen" zu betrachten, weil er die geforderte Summe von 1,5 Millionen D-Mark akzeptiert habe.

Hoeneß sieht sich weiter im Recht

Uli Hoeneß selbst zeigte sich in der Vergangenheit dagegen überzeugt, korrekt gehandelt zu haben. In dem erwähnten Video betonte er, eine Einigung mit Trigema sei zwar realistisch gewesen, aber von Anfang an an eine Bedingung geknüpft gewesen: Adidas müsse zustimmen. "Ich habe mich korrekt verhalten. Er sieht das anders", sagte Hoeneß über Wolfgang Grupp.


Verwendete Quellen:

Buch: "Wolfgang Grupp: Die autorisierte Biografie"

YouTube-Video: "Uli Hoeneß vs. Wolfgang Grupp"

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