Sonst droht Auszahlungsstopp
Lebensbescheinigung: Rentner müssen unbedingt reagieren
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Wichtige Post für Rentner: Zahlungsstopp droht
Videoclip • 01:10 Min • Ab 12
Rund 500.000 Rentner:innen erhalten gerade Post vom Rentenservice – und sollten diese auf keinen Fall ignorieren. Wer den beigelegten Lebensnachweis nicht bis Ende Juli zurückschickt, riskiert, dass seine Rente ab November eingestellt wird.
Das Wichtigste in Kürze
Rund 500.000 Rentner:innen, die ihre deutsche Rente ins Ausland überwiesen bekommen, müssen bis zum 31. Juli 2026 einen Lebensnachweis erbringen.
Sollte die Lebensbescheinigung nicht abgegeben werden, droht die Einstellung der Rentenzahlung.
Diese Rentner:innen sind betroffen und diese nicht.
Diese Rentner:innen müssen eine Lebensbescheinigung abgeben
Nur wer lebt, bekommt Rente – das klingt selbstverständlich. Doch die Deutsche Rentenversicherung (DRV) weiß nicht von allen Rentner:innen, ob sie noch am Leben sind. Das betrifft vor allem Menschen, die ihren Ruhestand im Ausland verbringen und ihre deutsche Rente auf ein ausländisches Konto überwiesen bekommen. Rund 500.000 von ihnen haben deshalb in diesen Wochen Post erhalten – mit der Aufforderung, einen sogenannten Lebensnachweis zu erbringen.
Die Unterlagen wurden als Beilage zur Rentenanpassungsmitteilung verschickt, die Rentner:innen darüber informiert, wie stark die Renten zum 1. Juli 2026 steigen. Wer die Post noch nicht erhalten hat, sollte in den nächsten Wochen damit rechnen – der Versand läuft noch bis Mitte Juli, wie T-Online berichtet. Gerüchte in sozialen Netzwerken, wonach künftig alle Rentner:innen in Deutschland eine Lebensbescheinigung ausfüllen müssten, hat die DRV inzwischen ausdrücklich als falsch bezeichnet.
Welche Rentner:innen sind betroffen – und welche nicht?
Grundsätzlich gilt: Rentner:innen in Deutschland müssen nicht aktiv werden. Die Rentenversicherung hat direkten Zugriff auf das Melderegister und kann Sterbedaten dort eigenständig abfragen. Eine Ausnahme gilt lediglich für Personen mit deutschem Wohnsitz, aber ausländischem Bankkonto.
Auch viele Auslandsrentner:innen sind von der Pflicht ausgenommen: Mit mehreren Ländern findet ein automatischer digitaler Datenaustausch statt. Wer seinen Ruhestand in Australien, Belgien, Österreich, Spanien, Italien, der Schweiz, den Niederlanden, Schweden, Polen oder weiteren EU-Staaten verbringt, muss in der Regel keinen manuellen Nachweis erbringen.
Betroffen sind hingegen Rentner:innen in Ländern, mit denen kein automatischer Datenabgleich möglich ist – also vor allem in Nicht-EU-Staaten wie etwa der Türkei, den USA oder verschiedenen asiatischen und südamerikanischen Ländern. Laut dpa erhalten sie einmal jährlich Post vom Rentenservice mit dem Formular „Lebensbescheinigung", das ausgefüllt zurückgeschickt werden muss.
Frist: 31. Juli 2026 – sonst droht Einstellung der Rente
Wer zu den betroffenen rund 500.000 Rentner:innen zählt, hat zwei Möglichkeiten: Entweder schickt er oder sie das Papierformular bis spätestens 31. Juli 2026 unterschrieben an den Rentenservice der Deutschen Post zurück – oder erbringt den Nachweis digital über die Postident-App. Die Briefsendung enthält dazu einen persönlichen QR-Code, mit dessen Hilfe das Postident-Verfahren jederzeit und kostenfrei von zu Hause aus durchgeführt werden kann. Voraussetzung ist ein gültiger Personalausweis oder Reisepass. Ein Erklärvideo auf der Website des Rentenservices zeigt den Vorgang Schritt für Schritt.
Wichtig: Lebensbescheinigungen per Fax oder E-Mail sind nicht zulässig. Wer das Formular verloren hat, kann es auf der Website des Rentenservices der Deutschen Post herunterladen.
Auch in den News:
Kein Lebensnachweis, keine Rente
Die Folgen bei Nichteinhaltung der Frist sind gravierend: Wer den Lebensnachweis nicht rechtzeitig einreicht, riskiert, dass die Rentenzahlung zum 30. November 2026 eingestellt wird. Die Zahlungen werden erst wieder aufgenommen, sobald der Nachweis nachträglich eingereicht wurde – rückwirkend für den ausgefallenen Zeitraum. Wer also im Ausland lebt und auf seine deutsche Rente angewiesen ist, sollte schnell handeln.
Verwendete Quellen:
T-Online: "Dieses Schreiben sollten Rentner nicht ignorieren"
Nachrichtenagentur dpa
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