Finanzwirtschaft

Digitaler Euro: So soll das neue Zahlungsmittel der EU funktionieren

Veröffentlicht:

von Michael Reimers

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Kommt nun die Pflicht zum digitalen Bezahlen?

Videoclip • 01:12 Min • Ab 12


Das von der Europäischen Zentralbank (EZB) vorangetriebene Projekt des digitalen Euro hat eine wichtige Hürde genommen. Bis Jahresende soll die Einführung beschlossen werden, 2027 könnte dann die Pilotphase starten. So soll der digitale Euro funktionieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ab 2029 will die EZB die ersten digitalen Euros ausgeben.

  • Das neue Zahlungsmittel der Europäischen Union soll das Bargeld nicht ersetzen, sondern ergänzen.

  • Der Zugang zur digitalen Währung D€ soll kostenlos sein.

"Wie Bargeld, aber nicht zum Anfassen": So beschreibt der Deutschlandfunk (DLF) den digitalen Euro. "Die Europäische Zentralbank will digitale Euros einführen, die Verbraucher zum Bezahlen auf ihrem Handy speichern können", heißt es weiter auf der DLF-Website. Beim digitalen Euro handele es sich um digitales Bargeld.

Das Geld liegt nicht auf einem Bankkonto oder in einem Aktiendepot, sondern im digitalen "Geldbeutel". Dieser "Geldbeutel" sei in der Praxis eine App auf dem Smartphone, in der die digitalen Euros gespeichert sind. Wie Scheine und Münzen seien diese sofort verfügbar, auch ohne Internetverbindung.

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Neuer Standard neben Kartenzahlung

Der digitale Euro sei keine Kryptowährung, so der DLF, sondern von der EZB abgesichert und damit immer genau einen Euro wert. Im Unterschied dazu schwankt der Kurs von Kryptowährungen, die nicht zentral verwaltet werden. Wer eine Banking-App nutzt, könne das Geld dort vom Konto in den digitalen Geldbeutel verschieben.

Für die Bank funktioniert das dem Bericht zufolge das genauso, als hätte der oder die Kontoinhaber:in das Geld an einem Automaten abgehoben. Verbraucher:innen könnten sich außerdem digitale Euros ohne Bankkonto hin- und herschicken. Das Bezahlen sei mit dem digitalen Euro in fast allen Geschäften und im Internet möglich. Alle Händler, die Kartenzahlungen anbieten, sollen künftig auch den digitalen Euro akzeptieren. Bei Online-Bestellungen soll er dann ein standardmäßiges Zahlungsmittel werden.


2029 soll der digitale Euro kommen

Seit Jahren feilen die nationalen Zentralbanken Europas daran, dass der digitale Euro gesetzliches Zahlungsmittel in der EU wird. Einem Vorschlag der Europäischen Zentralbank (EZB) aus dem Juni 2023 zufolge soll er Geldscheine und Münzen nicht ersetzen, meldet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Die EU-Kommission will demnach zugleich per Gesetz sicherstellen, dass Bargeld in der Europäischen Union weiterhin breit akzeptiert wird und gut verfügbar ist.

Am Dienstag (23. Juni) hatte das von der EZB vorangetriebene Projekt des digitalen Euro eine wichtige Hürde genommen. Der Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments verabschiedete seine Verhandlungsposition, berichtet die Nachrichetangentur Reuters. Sofern im Plenum des EU-Parlaments kein Einspruch erhoben werde, dürften die Abgeordneten im Juli Verhandlungen mit dem Europäischen Rat – der Vertretung der EU-Regierungen – und der Europäischen Kommission aufnehmen. Angestrebt werde, eine endgültige Billigung bis Jahresende zu erreichen. Die EZB bereitet sich eigenen Angaben zufolge darauf vor, ab 2029 die ersten digitalen Euros ausgeben zu können.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Nachrichtenagentur Reuters

deutschlandfunk.de: "Fragen und Antworten: So soll der digitale Euro funktionieren"

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