Baumaschinen aus Ganderkesee
Insolvenz bei Bagger-Hersteller Atlas – 400 Mitarbeitende betroffen
Veröffentlicht:
von Jana WejkumDie Atlas GmbH stellt Bagger und andere Baumaschinen her. (Symbolbild)
Bild: Julian Stratenschulte/dpa
In Eigenverwaltung will der Baumaschinenhersteller aus dem Landkreis Oldenburg einen Weg aus der Krise finden. Was bedeutet das für die Mitarbeitenden?
Der Baumaschinenhersteller Atlas GmbH ist insolvent. Das Unternehmen mit Sitz in Ganderkesee im Landkreis Oldenburg bestätigte gegenüber dem NDR, dass das Amtsgericht Delmenhorst ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung bereits angeordnet habe. Grund für das gewählte Verfahren sei die Aussicht auf eine erfolgreiche Sanierung. Für die Dauer des Insolvenzverfahrens sei die Fortführung des Unternehmens gesichert.
Bei einem Verfahren in Eigenverwaltung bleibt das Management des Unternehmens im Amt und wird von externen Sanierungsberater:innen sowie gerichtlich eingesetzten Sachverwalter:innen unterstützt. Geschäftsbetrieb samt Produktion, Kundendienst und Ersatzteilservice laufen währenddessen weiter.
Atlas produziert seit mehr als 100 Jahren Bagger, Ladekrane und andere Baumaschinen. Der Umsatz des Unternehmens lag zuletzt bei etwa 150 Millionen Euro.
Gehalt bis April gesichert
Vom Insolvenzverfahren betroffen seien rund 400 Mitarbeiter:innen. Ihre Löhne und Gehälter würden vorerst über das Insolvenzgeld ausgezahlt, sie seien bis April 2026 abgesichert.
Der "Weser-Kurier" berichtet über Kritik der Gewerkschaft IG Metall und zitiert aus einer Mitteilung: "Uns überrascht die Insolvenzanmeldung des Unternehmens. Bis heute gibt es keinerlei belastbare Informationen, die erklären würden, warum die Firma ein Insolvenzverfahren anstrebt". Es habe noch Ende des Jahres Gespräche über eine mögliche Kurzarbeit gegeben. Man wünsche sich mehr Transparenz und Respekt vor Mitbestimmung.
Auch in den News:
Kriselnde Branche
Laut "Wirtschaftswoche" nennt Atlas eine seit "längerem andauernde, branchenweite Marktschwäche in der Baumaschinen- und Bauwirtschaft, die zu deutlich rückläufigen Auftragseingängen und einer niedrigeren Auslastung geführt hat" als Grund für die Insolvenz. "Umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen" hätten nicht ausgereicht, um das Unternehmen außerhalb eines Insolvenzverfahrens zu stabilisieren.
Die Baumaschinenbranche erwartet zwar ein moderates Umsatzplus für 2026, jedoch nicht genug, um die Flaute der vergangenen Jahre aufzuholen. Nach Ansicht des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) gerate die Branche durch Billigimporte aus China sowie die Zollpolitik der USA zunehmend unter Druck. Im vergangenen Jahr seien die europäischen Baumaschinenexporte in die USA um beinahe 30 Prozent zurückgegangen.
Verwendete Quellen:
NDR: "Ganderkesee: Atlas GmbH beantragt Insolvenzverfahren"
Wirtschaftswoche: "Baggerhersteller Atlas meldet Insolvenz an"
Weser-Kurier: "Baggerbauer aus Ganderkesee: IG Metall von Atlas-Insolvenz überrascht"
VDMA: "Baumaschinenkonjunktur – Der Schein trügt"
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Ermittlungen laufen
Vergiftung in Ferienhotel? Dutzende Kuşadası-Urlauber im Krankenhaus

Küsten unter Druck
Mallorcas Strände verlieren Sand – jetzt soll eine Studie helfen

Produktion ohne Erlaubnis
Russland verkauft weiter BMW – obwohl der Konzern längst ausgestiegen ist

Ab 9:30 Uhr
LIVE: Frankreich feiert Nationalfeiertag mit Militärparade

Verbraucherorganisation
Was macht die Stiftung Warentest nach den Tests mit Produkten?

Feuerwehreinsatz
Sachsen-Anhalt: Feldbrand an der A9 sorgt für Vollsperrung




