Kritik an schwarz-roter Förderung
"Katastrophe": Autohändler gegen E-Auto-Prämie
Veröffentlicht:
von Joachim VonderthannDer Verband der Automobilhändler Deutschlands kritisiert die Umsetzung der E-Auto-Kaufprämie scharf.
Bild: Jan Woitas/dpa
Die Einführung der neuen E-Auto-Prämie sorgt für erhebliche Kritik. Der Verband der Automobilhändler Deutschlands wirft der Regierung vor, die Förderung schlecht organisiert zu haben.
Das Wichtigste in Kürze
Der Verband der Automobilhändler kritisiert die schlechte Organisation der neuen E-Auto-Prämie.
Offene Fragen und Verzögerungen verunsicherten Kund:innen und belasteten den Handel.
Der Verband sieht ein anderes Problem als viel dringlicher an.
Die neue E-Auto-Prämie der schwarz-roten Bundesregierung steht massiv in der Kritik. Burkhard Weller, Präsident des Verbands der Automobilhändler Deutschlands (VAD), bezeichnete die Umsetzung als "eine Katastrophe". In einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) erklärte er, dass die unzureichende Planung und die zahlreichen offenen Fragen Kunden verunsicherten. Als Folge sei der Auftragseingang im Handel um 20 Prozent unter den Erwartungen geblieben.
"Es ist also eindeutig nicht der erhoffte Booster, im Gegenteil: Die Prämie schadet mehr, als sie nützt", kritisierte Weller scharf. Seiner Meinung nach wären die bereitgestellten drei Milliarden Euro besser in Bildungseinrichtungen wie Kitas und Schulen investiert worden.
Autohändler kritisieren E-Auto-Prämie
Das Bundesumweltministerium von Carsten Schneider (SPD), der kürzlich eine Berlinale-Veranstaltung verlassen hatte und dafür viel Lob bekam, hatte im Januar angekündigt, dass Privatkund:innen beim Kauf von Elektrofahrzeugen wieder staatliche Zuschüsse erhalten können. Je nach Fahrzeugart und persönlicher Situation können zwischen 1.500 und 6.000 Euro beantragt werden. Jedoch gibt es strikte Einkommensobergrenzen, bis zu denen ausgezahlt wird: Maximal 80.000 Euro Haushaltseinkommen im Jahr, für Familien mit zwei Kindern 90.000 Euro.
Die Förderung kann rückwirkend für Neuzulassungen ab dem 1. Januar 2026 beantragt werden. Doch ein Online-Portal zur Beantragung soll erst im Mai freigeschaltet werden. Wie man die Kaufprämie für E-Autos bekommt, list du hier.
Die Verzögerungen und komplizierten Bedingungen sorgen laut VAD für Unsicherheit bei Kund:innen und Händler:innen gleichermaßen. "Als Verband der Automobilhändler Deutschlands halten wir die Prämie grundsätzlich für falsch", sagte Weller und betonte, dass billiger Strom und Preistransparenz an Ladesäulen wesentlich wichtiger für die E-Mobilität seien.
VAD: Kund:innen werden verunsichert
Zuletzt hatte der Verband noch eine zügigere Umsetzung der Prämie sowie die Einbeziehung junger gebrauchter Elektroautos gefordert. Laut VAD bleibt der aktuelle Plan jedoch vage. Besonders die Berechnung des Haushaltseinkommens und die unklaren Zeitpläne erschweren es Kund:innen, eine Förderberechtigung einzuschätzen. Hinzu komme die notwendige Zwischenfinanzierung, die viele Kaufentscheidungen negativ beeinflusse. Auch "Auto-Papst" Ferdinand Dudenhöffer hatte die Kaufprämie kürzlich scharf kritisiert.
Der VAD wurde im vergangenen Jahr von großen Mehrmarken-Händlern gegründet, darunter auch Burkhard Weller, der an 44 Standorten Fahrzeuge von BMW und Toyota verkauft.
Verwendete Quellen:
RND: ""Es ist eine Katastrophe, wie das organisiert wird"
Nachrichtenagentur dpa
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