Insolvenz
Aus für "Rolly Toys": Beliebter Spielzeughersteller schließt Werk endgültig
Aktualisiert:
von Nadine von Parseval:newstime
Traditionsfirma macht endgültig dicht
Videoclip • 01:27 Min • Ab 12
Nach monatelangen Rettungsversuchen steht das Aus fest: Der Spielzeughersteller hinter den bekannten "Rolly Toys"-Trettraktoren schließt sein Werk in Oberfranken. Mehr als einhundert Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz.
Das Wichtigste in Kürze
Der Spielzeughersteller hinter der Marke "Rolly Toys" schließt sein Werk zum Jahresende.
Mehr als einhundert Beschäftigte verlieren durch die Schließung ihren Arbeitsplatz.
Die Marke soll bestehen bleiben, die Produktion könnte an einen anderen Standort wechseln.
Über Jahrzehnte standen die Trettraktoren von "Rolly Toys" für robustes Spielzeug "Made in Germany". Jetzt endet diese Ära am Standort Neustadt bei Coburg: Das Familienunternehmen Franz Schneider GmbH & Co. KG stellt die Produktion zum Jahresende endgültig ein. Mehr als einhundert Beschäftigte verlieren dadurch ihren Arbeitsplatz.
Rettungsversuche bleiben ohne Erfolg
Nach der Insolvenz in Eigenverwaltung hatte die Geschäftsführung gemeinsam mit Sanierungsexpert:innen und möglichen Investor:innen nach einer Lösung gesucht. Am Ende blieb jedoch keine Möglichkeit, den Standort zu erhalten.
Firmenchef Frank Schneider sagte gegenüber dem Fränkischen Tag: "Die Produktion in Neustadt ist nicht mehr zu retten. Damit geht ein Stück Spielzeuggeschichte verloren."
Ganz verschwinden wird "Rolly Toys" allerdings wohl nicht. Nach Angaben des Unternehmens gibt es weiterhin Interessenten, die die Marke übernehmen und die Produktion an einem anderen Standort fortführen möchten. Für Neustadt würde das dennoch das endgültige Aus der Fertigung bedeuten.
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Mehr als einhundert Beschäftigte verlieren ihren Job
Besonders hart trifft die Schließung die Belegschaft. Viele Mitarbeiter:innen sind zwischen 50 und 62 Jahre alt und müssen sich nun beruflich neu orientieren. Nach Unternehmensangaben wird zudem an einer zusätzlichen Prämie für Beschäftigte gearbeitet, die bis zum letzten Produktionstag im Betrieb bleiben.
Die wirtschaftlichen Probleme haben sich über einen längeren Zeitraum aufgebaut. Nach Angaben des Unternehmens sorgten steigende Energie- und Materialkosten ebenso für Belastungen wie die Konkurrenz aus China und die US-Zollpolitik. Hinzu kam der Verlust eines wichtigen Großkunden im Jahr zweitausendfünfundzwanzig.
Über acht Jahrzehnte Unternehmensgeschichte
Die Franz Schneider GmbH & Co. KG wurde bereits 1938 gegründet. Ihren ersten Trettraktor brachte sie 1966 auf den Markt. Zuletzt entstanden am Standort Neustadt jedes Jahr rund 250.000 Kinderfahrzeuge – darunter Gokarts, Schlitten, Baufahrzeuge und die bekannten Trettraktoren, für die "Rolly Toys" weit über Deutschland hinaus bekannt wurde.
Verwendete Quellen:
Bild: "Deutscher Spielzeug-Hersteller macht dicht"
mdr: "Bekannt für Tret-Traktoren: Spielzeughersteller "Rolly Toys" macht dicht"
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