Autoindustrie unter Druck

4.000 Jobs weg? Porsche prüft weiteren Stellenabbau

Veröffentlicht:

von Claudia Scheele

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Porsche streicht offenbar weitere 4000 Stellen

Videoclip • 01:11 Min • Ab 12


Beim Sportwagenhersteller Porsche könnte der Sparkurs deutlich härter ausfallen als bisher bekannt. Laut einem Bericht stehen bis zu 4.000 weitere Stellen auf dem Prüfstand.

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut dpa und einem Bericht des "Handelsblatts" könnten bei Porsche bis zu 4.000 weitere Stellen wegfallen, vor allem in Verwaltung und Management.

  • Porsche bestätigt die Zahl nicht, arbeitet aber an einem "umfassenden Zukunftspaket", das bis Ende Juli vorgestellt werden soll.

  • Bereits beschlossen oder wirksam sind rund 1.900 sozialverträglich abzubauende Stellen, das Auslaufen von 2.000 Zeitverträgen und die Schließung von drei Tochterfirmen mit 500 Beschäftigten.

Beim Autobauer Porsche droht ein weiterer größerer Stellenabbau. Nach Informationen des "Handelsblatts", über die die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, könnten bis zu 4.000 zusätzliche Jobs wegfallen. Besonders betroffen wären demnach die Bereiche Management und Verwaltung. Auch am Entwicklungsstandort Weissach sollen rund 30 Prozent der Kapazitäten überprüft werden.

Ein Porsche-Sprecher wollte diese Zahl auf Anfrage der dpa nicht bestätigen. Er verwies stattdessen auf ein "umfassendes Zukunftspaket", das derzeit erarbeitet werde, um das Unternehmen zu verschlanken. Dieses Paket solle bis Ende Juli vorgestellt werden.


Verhandlungen über neues Sparpaket laufen noch

Derzeit verhandeln Management und Arbeitnehmervertreter:innen noch über die nächsten Schritte. Porsche-Chef Michael Leiters hatte bereits im März einen weiteren Stellenabbau angekündigt – zusätzlich zu einem ersten Sparpaket. Hintergrund ist die schwierige Lage des Unternehmens in einer angespannten Branche.

Schon jetzt ist klar, dass bei Porsche bereits viele Stellen wegfallen. Bis 2029 sollen in der Region Stuttgart rund 1.900 Arbeitsplätze sozialverträglich abgebaut werden. Hinzu kommt, dass die Verträge von etwa 2.000 befristet Beschäftigten ausgelaufen sind. Außerdem kündigte Porsche im Mai an, drei Tochterfirmen zu schließen. Das betrifft weitere 500 Beschäftigte.

Druck auf die ganze Branche wächst

Der Sparkurs bei Porsche ist kein Einzelfall, sondern Teil einer größeren Krise in der deutschen Autoindustrie. Auch andere Hersteller und Zulieferer stehen unter Druck. Die Konkurrenz aus China wächst, gleichzeitig kämpfen viele Unternehmen mit hohen Kosten, schwacher Nachfrage und dem teuren Umbau zur Elektromobilität.

Nach Angaben von "t-online" wird nicht nur bei Porsche, sondern auch im restlichen VW-Konzern und bei anderen Herstellern über massive Einschnitte gesprochen. Besonders deutlich wird die Nervosität inzwischen auch bei den Zulieferern. So fordert der Bosch-Betriebsrat einen runden Tisch von Arbeitgebern, Gewerkschaften und Politik, um Lösungen für die Zukunft der Branche in Deutschland zu finden.

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Zukunftspaket bis Ende Juli erwartet

Für Porsche dürfte nun entscheidend sein, wie radikal das angekündigte Zukunftspaket tatsächlich ausfällt. Dass der Konzern die Zahl von bis zu 4.000 weiteren Stellen nicht bestätigen wollte, heißt nicht, dass die Dimension vom Tisch ist. Die Belegschaft muss weiter mit Unsicherheit leben, bis Ende Juli konkrete Entscheidungen auf dem Tisch liegen.

Für das Unternehmen geht es dabei nicht nur um Einsparungen, sondern auch um die Frage, wie Porsche in einem schwächeren Markt wettbewerbsfähig bleiben will. Gerade wenn nun sogar Verwaltung und Entwicklungsbereiche stärker betroffen sein sollten, wäre das ein deutliches Signal, dass der Konzern tiefer umbauen will als bisher öffentlich sichtbar war.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Handelsblatt: "Porsche baut Vertrieb um – Drei Top-Managerinnen verlieren Posten"

t-online: "Porsche kündigt neue Entlassungswelle an"

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