Rote Zahlen
Porsche-Debakel auf Hauptversammlung: Aktionäre beklagen "Scherbenhaufen"
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
Porsche SE macht fast eine Milliarde Euro Verlust (13. Mai)
Videoclip • 01:19 Min • Ab 12
Vernichtende Kritik der Aktionär:innen: Die einst glänzende Börsengeschichte Porsches ist zum Desaster geworden. Die Anleger:innen machen ihrer Wut Luft.
Das Wichtigste in Kürze
Porsche erlebt nach dem Börsengang 2022 einen massiven Absturz: Die Aktie verliert dramatisch an Wert, der Gewinn bricht um 91 Prozent ein.
Investor:innen werfen dem Management strukturelles Versagen vor.
Der neue Chef Leiters will mit Restrukturierung und Stellenabbau gegensteuern.
Die virtuelle Hauptversammlung von Porsche ist zur Abrechnung geraten: Großinvestor:innen übten scharfe Kritik an der Unternehmensführung und warfen dem Management strukturelles Versagen vor.
Ingo Speich von der Fondsgesellschaft Deka fand drastische Worte für die Situation des Stuttgarter Unternehmens. "Wir Aktionäre blicken heute auf Porsche und sehen einen Scherbenhaufen", beklagte er.
Sein Kollege Hendrik Schmidt vom Vermögensverwalter DWS zog einen bildlichen Vergleich: Die Kapitalmarktstory habe zwar mit einem starken Überholmanöver begonnen, doch mittlerweile sei die Aktie auf dem Standstreifen liegengeblieben.
"Strukturelles Problem" bei Porsche?
Besonders hart ging Speich mit der Bilanz ins Gericht: Sämtliche drei Versprechen des Börsengangs seien nicht nur verfehlt worden, sondern hätten sich ins Gegenteil verkehrt. Der Kapitalmarkt habe das Vertrauen verloren. Seine Diagnose fiel eindeutig aus: "Das ist kein zyklischer Dämpfer – das ist ein strukturelles Problem."
Auch der Aufsichtsrat bekam sein Fett weg: Kritische Personalentscheidungen seien zu spät getroffen worden, der frühere Chef Oliver Blume sei zu lange in einer überlastenden Doppelrolle belassen worden und die verfehlte Elektro-Strategie des Vorstands sei nicht ausreichend kontrolliert worden.
Auch in den News:
Neuer Chef setzt auf Geduld
Die Restrukturierung unter dem seit Januar amtierenden Porsche-Chef Michael Leiters fand hingegen weitgehend Zustimmung bei den Investor:innen. Leiters stellte klar, dass 2026 im Zeichen der Neuausrichtung stehe. Die deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit werde vor allem mit künftigen Produkten kommen – das brauche jedoch Zeit.
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In seiner Strategie betonte Leiters, dass Porsche die Marke für Menschen bleibe, die bewusst selbst fahren wollen. Das Produkt-Portfolio soll gestrafft werden: Das Angebot sei zu komplex geworden, die Zahl der Derivate soll sinken.
Gleichzeitig denkt der Konzern über neue Modelle in besonders profitablen Segmenten nach. Bei der Organisation gelte ein klarer Anspruch: weniger Komplexität, klarere Zuständigkeiten und mehr Verantwortung in der Umsetzung.
Der Sportwagenhersteller soll auf allen Ebenen verschlankt werden. Aktuell verhandeln Management und Arbeitnehmervertreter:innen über ein weiteres Sparpaket – inklusive Stellenabbau. Die Gespräche liefen auf Hochtouren, beide Seiten seien sich einig, dass Handlungsbedarf bestehe, so Leiters.
Dramatischer Gewinneinbruch
Die Zahlen dokumentieren das Ausmaß der Krise: Aus der früheren Gewinnperle des Volkswagen-Konzerns ist 2025 ein Unternehmen im Krisenmodus geworden. Der Gewinn brach um rund 91 Prozent auf 310 Millionen Euro ein. Ursachen waren das schwächelnde China-Geschäft, die US-Zollpolitik und die geringere Nachfrage nach E-Modellen.
Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche stellte sich hinter Leiters und kündigte an, dass die notwendigen Maßnahmen deutlich spürbar und in Teilen auch schmerzhaft sein werden. Sie seien aber erforderlich, um das Unternehmen wieder auf die Erfolgsspur zurückzubringen.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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