So erkennst du die echte Beere

Superfood oder Betrug? Verbraucherzentrale warnt vor falschen Blaubeeren

Veröffentlicht:

von Marie-Finn Bruker

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Erdbeeren werden wohl teurer (26. April)

Videoclip • 01:37 Min • Ab 12


Sie sehen schön aus, sind gesund und haben wenig Kalorien: Blaubeeren boomen seit Jahren als angepriesenes Superfood. Doch die Verbraucherzentrale warnt: Bei der Trendfrucht handelt es sich oft um täuschend echte Fälschungen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Untersuchung des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ergab, dass es sich bei rund der Hälfte der untersuchten Proben nicht um eine echte Waldheidelbeere handelte.

  • Noch mehr vertreten seien künstliche Zusätze in Nahrungsergänzungsmitteln.

  • Die echte Frucht lässt sich für Verbraucher:innen vor allem an ihrem dunklen Fruchtfleisch erkennen.

Sie sehen toll aus, sind reich an Vitaminen, haben wertvolle Pflanzenstoffe und sind angeblich das absolute Superfood: Die Rede ist von Blaubeeren. Die Frucht, die regional auch als Heidelbeere bekannt ist, ist zum regelrechten Trendobst geworden – entpuppt sich der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW) zufolge allerdings häufig als billige Fälschung.

Auch in den News:

Ein Test des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) von 2024 rückt die angepriesene Superfrucht in ungutes Licht: 50 Prozent der untersuchten Proben aus dem Einzelhandel seien gar keine echten Waldheidelbeeren. Echte Waldheidelbeeren, die sogenannte Vaccinium myrtillus, seien der Verbraucherzentrale zufolge selten.

Bei Nahrungsergänzungsmitteln in Kapselform kommt es sogar noch häufiger zu einer Fälschung: Wo eigentlich Wildheidelbeerpulver oder Extrakte der Frucht enthalten sein sollen, werden ganz andere Zusätze verwendet. Für die Verbraucherzentrale ist das klarer Betrug.

Künstliche Farbstoffe statt Waldbeere

Wie das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe herausfand, stammen die in Nahrungsergänzungskapseln enthaltenen Anthocyane nicht etwa von Blaubeeren, sondern teilweise aus schwarzem Reis.

Getrickst wird auch bei Säften: Hier wurden anstelle von Blaubeeren künstliche Farbstoffe gefunden, die an Extrakte der indischen Jujube-Frucht und Bananenschalen-Pulver gebunden waren, zeigt eine weitere internationale Studie.

Besonders tückisch sei laut der Verbraucherschützerin Angela Clausen, dass viele Produkte nicht nur optisch dem Original ähneln, sondern auch im Geschmack. "Das sind klare Fälle von Lebensmittelbetrug, auch Food Fraud genannt", betont Clausen.


So unterscheidest du echte Blaubeeren von einer Fälschung

Dennoch gibt es Hinweise, wie man die gefälschten Blaubeerprodukte erkennen kann:

  • Farbveränderungen: Färbt sich der Blaubeersaft von blau zu trübem Rot, kann das aufgrund künstlicher Farbstoffe sein.

  • Günstige Preise: Hier sollte man vor allem bei Tiefkühlware, Säften oder Pulvern skeptisch bleiben.

  • Nahrungsergänzungsmittel: Hier empfiehlt es sich, explizit auf den Anthocyan-Gehalt aus Blau- oder Heidelbeere zu achten.

  • Eine frische Waldheidelbeere kann man am dunkel gefärbten Fruchtfleisch auf ihre Echtheit prüfen.

Blau- vs. Heidelbeere – gibt es einen Unterschied?

Tatsächlich sei mit Blau- oder Heidelbeere meist ein und dieselbe Frucht gemeint, so ein Bericht des Bayerischen Rundfunks (BR). Je nach Region unterscheide sich die Bezeichnung im allgemeinen Sprachgebrauch.

Doch egal, wie die Beere genannt wird, fest steht: Sie ist beliebt – und das schon seit Jahren. Laut des Netzwerks der Spargel- und Beerenverbände e. V. hat sich der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland von 2018 auf 2024 fast verdoppelt, auf etwa ein Kilogramm Heidelbeere pro Kopf.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

BR: "Heidelbeeren vs. Blaubeeren: Das steckt wirklich im Superfood"

Presseportal: "Beerenstark! Die Heidelbeere bekommt ihren eigenen Festtag"

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