Chef rechtfertigt Regel
Freibad in Halle zieht Reißleine: Kein Eintritt ohne Deutschkenntnisse
Veröffentlicht:
von Momir Takac:newstime
Kein Deutsch, kein Eintritt? Strandbad sorgt für Kritik
Videoclip • 01:29 Min • Ab 12
In einem Freibad in Halle erhalten nach einem Vorfall nur noch Menschen Einlass, die ausreichend gut Deutsch verstehen. Der Chef wird daraufhin angefeindet.
Das Wichtigste in Kürze
Im Freibad Heidebad in Halle an der Saale tummeln sich an heißen Tagen viele Menschen.
Doch jetzt hat das Strandbad nach einem Vorfall eine umstrittene Regel erlassen.
Wer nicht ausreichend gut Deutsch versteht, erhält keinen Einlass.
In einem Freibad in Halle an der Saale wäre es am Wochenende beinahe zu einem tödlichen Badeunfall gekommen. Nur dank des beherzten Eingreifens des Chefs des Heidebads konnte eine Tragödie verhindert werden. Er rettete ein Kind, das im Heidesee an einer gefährlichen Stelle spielte – und erließ daraufhin eine Eintrittsregel, die fragwürdig erscheint, aber durchaus nachvollziehbar ist.
Freibad in Halle verweigert Gästen mit schlechten Deutschkenntnissen Eintritt
Heidebad-Pächter Mathias Nobel hat verfügt, dass nur diejenigen Einlass erhalten, die ausreichend Deutsch sprechen und die Baderegeln verstehen. "Wir müssen uns sicher sein, dass die Besucherinnen und Besucher unsere Baderegeln verstehen und so konsequent sein, um die Sicherheit der Badegäste gewährleisten zu können", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Stellt das Personal am Eingang Verständigungsprobleme fest, werden Badegäste abgewiesen.
Auch in den News:
Anlass für die neue Regel ist ein Vorfall, den Nobel der "Bild" schilderte: "Es war 20 Uhr am Sonntag (21. Juni). Ein Kind spielte in tiefen Bereichen ohne Schwimmhilfe. Die Eltern haben gar nicht reagiert. Ich habe das Kind herausgeholt." Nobel berichtete auch von Unverständnis seitens der Eltern. Der See, ein geflutetes Braunkohle-Restloch, ist für Nichtschwimmer gefährlich. Er ist bis zu 13 Meter tief und hat eine sehr steile Uferkante. Am vergangenen Wochenende verloren einige andere Menschen bei Badeunfällen ihr Leben.
Freibad-Chef erhält Hass-Nachrichten und wird als Rassist beschimpft
Nobel gehe es vor allem darum, dass die Badegäste wüssten, wie sie sich am und im Wasser verhalten müssten, betonte er. Dabei spiele die Sprache eine wichtige Rolle, aber nicht nur. "Wenn die Sprachkenntnis eher schlecht ist, wir aber das Gefühl haben, dass die Menschen wissen, wie sich am Wasser verhalten wird, dürfen sie natürlich bei uns baden."
Rassismus-Vorwürfe gegen Bad-Chef
Für seine Entscheidung sei er dennoch auch kritisiert worden. "Ich bekomme nun zahlreiche Hass-Nachrichten per E-Mail und WhatsApp, ich wäre Rassist und man wolle mich verklagen. Dabei weiß jeder, dass ich das komplette Gegenteil bin, überaus ausländerfreundlich", betonte Nobel gegenüber der "Bild". Dennoch will er aus Gründen der Sicherheit an der drastischen Regelung festhalten: "Wir bleiben da aber konsequent." Zuletzt hatte es in Weinheim einen tödlichen Rutschen-Unfall gegeben. Vieles deutet darauf hin, dass Badegäste die Sicherheitsvorschriften nicht einhielten.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Bild.de: "Wer kein Deutsch versteht, darf in diesem Freibad nicht baden"
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