"Widerlicher Billig-Bully"

Kurz vor NATO-Gipfel: Trump verhöhnt Meloni erneut

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

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Meloni will Streit mit Trump beenden

Videoclip • 01:01 Min • Ab 12


Donald Trump hat Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni erneut via Social Media attackiert. Diesmal stellt er sie als Stalkerin dar - und das kurz vor dem NATO-Gipfel.

Das Wichtigste in Kürze

  • US-Präsident Trump legt im Streit mit Italiens Regierungschefin Meloni erneut nach.

  • Auf Social Media stellt er Meloni als Stalkerin dar, vor der er geschützt werden müsse.

  • Besondere Brisanz bekommt der Post, weil sich bei dem Dienstag auf dem NATO-Gipfel in Ankara begegnen werden.

Trump stellt Meloni als Stalkerin dar

Drei Worte, ein fragwürdiges Foto – und ein neuer diplomatischer Eklat: US-Präsident Donald Trump hat auf seiner Plattform Truth Social ein Bild gepostet, das Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni scheinbar schmachtend auf ihn blickend zeigt. Ob das Foto von einem früheren Treffen stammt und aus dem Zusammenhang gerissen wurde oder mit Künstlicher Intelligenz generiert wurde, blieb zunächst unklar, wie der "Merkur" berichtet.

Doch Trumps Intention machte er mit seinem Kommentar unmissverständlich deutlich: "Einstweilige Verfügung nötig" – eine Anspielung darauf, dass Meloni ihn angeblich wie eine Stalkerin verfolge und er sich mit einem Kontaktverbot schützen müsse.

Der Zeitpunkt des Posts ist - wie so oft bei Trump - heikel: nur einen Tag vor Beginn des NATO-Gipfels in Ankara, bei dem der US-Präsident auch auf Meloni treffen wird.


Von der "Trump-Flüsterin" zum offenen Streit

Der Konflikt zwischen Trump und Meloni schwelt seit Wochen. Lange galten die beiden als enge Verbündete. In Zeiten der US-Zollpolitik wurde Meloni die Rolle als "Trump-Flüsterin" für Europa zugeschrieben – jemand, der ein offenes Ohr in Washington fand, wo anderen die Türe verschlossen blieb.

Der Wendepunkt kam jedoch mit dem Streit zwischen Trump und Papst Leo XIV.: Trump hatte den Papst offen attackiert, nachdem dieser sich für Frieden im Iran ausgesprochen hatte. Meloni sprang daraufhin unter öffentlichem Druck dem Papst in Rom zur Seite – und löste damit Trumps Zorn aus.

Beim G7-Gipfel eskalierte der Streit dann erstmals öffentlich: Trump behauptete, Meloni habe ihn um ein Foto angefleht und sie habe ihm leidgetan. Meloni bezeichnete das als "völlig erfunden" und wies ihn auch bei einem weiteren Schlagabtausch in den sozialen Medien scharf zurecht. Im Nachgang machte Trump klar, worum es ihm eigentlich geht: Er wirft Italien vor, ihn im Iran-Krieg nicht ausreichend unterstützt zu haben. Konkret: Italien verweigerte US-Flugzeugen die Landung auf dem Militärstützpunkt Sigonella auf Sizilien.

US-Präsident Trump hat in einem neuen Post Italiens Ministerpräsidentin Meloni als Stalkerin verhöhnt, vor der man ihn schützen müsse.

Bild: Screenshot: Truth Social


Sogar Opposition hilft Meloni: "Widerlicher Billig-Bully"

Anders als früher bemühte sich Meloni dieses Mal nicht, den Konflikt kleinzureden, sondern hielt scharf dagegen. Viele werteten dies als Emanzipation von Trump. Meloni sucht zwar weiter den Draht nach Washington. Zugleich zeigt sie aber, dass sie ihre Rolle als Vermittlerin zwischen den USA und Europa nicht  mit bedingungsloser Loyalität gegenüber Trump gleichsetzt. Womöglich hat sie aber auch der Blick auf Umfragewerte zum Umdenken gebracht - denn Trump ist in Italien extrem unbeliebt. So schrieb Trump nach dem Zwist auf dem G7-Gipfel, Meloni wolle sich wieder mit ihm versöhnen, um ihre "Umfragewerte zu verbessern". Meloni entgegnete: "Meine Beliebtheit geht dich nichts an."

Das jüngste Posting Trumps mit der Stalking-Anspielung löste in Italien parteiübergreifende Empörung aus. Selbst die politischen Gegner stellten sich hinter Meloni. Carlo Calenda, Vorsitzender der Oppositionspartei Azione, nannte Trump laut Rai News einen "widerlichen Billig-Bully".

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Verwendete Quellen:

Merkur: "Trump verspottet Meloni mit Schmacht-Foto – Italien fassungslos: 'Widerlicher Billig-Bully'"

Nachrichtenagentur dpa

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