Neues Zustellsystem der Post

Neues System: Warum der Briefkasten jetzt öfter leer bleibt

Veröffentlicht:

von Claudia Scheele

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DHL: Tägliche Briefzustellung nicht mehr wirtschaftlich

Videoclip • 01:05 Min • Ab 12


Die Post bündelt Briefe neuerdings stärker und liefert sie nicht mehr an jedem Tag aus. Das spart Kosten – sorgt bei vielen Haushalten aber für neue Leerzeiten im Briefkasten.

Wer in diesen Tagen in den Briefkasten schaut, erlebt öfter eine kleine Enttäuschung: kein Brief, keine Werbung, gar nichts. Das hat nicht nur mit der allgemein sinkenden Briefmenge im Digitalzeitalter zu tun, sondern auch mit einem neuen Zustellsystem der Deutschen Post.

Wie Konzernchef Tobias Meyer im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erklärte, hat sich die durchschnittliche Laufzeit von Briefen seit 2024 zwar um rund 0,6 Tage verlängert. Den neuen gesetzlichen Spielraum nutze die Post aber nach eigener Darstellung längst nicht voll aus. "Mehr als 90 Prozent der heute eingeworfenen Briefe sind innerhalb der ersten zwei Werktage nach Einwurf zugestellt", sagte Meyer.


Neue Regeln seit 2025

Hintergrund ist die Reform des Postgesetzes. Früher galt: 80 Prozent der eingeworfenen Briefe mussten schon am nächsten Werktag ankommen, 95 Prozent spätestens am übernächsten. Diese Vorgaben wurden Anfang 2025 ersetzt. Seitdem reicht es aus, wenn 95 Prozent der Briefe am dritten Werktag und 99 Prozent am vierten Werktag zugestellt werden.

Die Post erfüllt diese neuen Quoten nach eigenen Angaben. Im vergangenen Jahr seien 97,4 Prozent der Sendungen bis zum dritten Werktag und 99,0 Prozent bis zum vierten Werktag angekommen. Meyer betont allerdings, dass gerade die E+4-Vorgabe schwierig sei. "0,1 bis 0,2 Prozent der Briefe haben eine falsche Adresse", sagte er laut dpa. Dazu kämen unbeschriftete Briefkästen oder Probleme beim Zugang zu Gebäuden.

Starktage und Schwachtage

Als Folge der Reform hat die Deutsche Post ihre Zustellung verändert. Sie arbeitet nun mit einer sogenannten A-B-Steuerung. Das bedeutet: Briefe werden für bestimmte Zustelltage gebündelt. Im Wochenverlauf gibt es nun Starktage (A), an denen mehrere Sendungen auf einmal kommen, und Schwachtage (B), an denen im Briefkasten wenig oder gar nichts landet.

Post-Betriebschef Marc Hitschfeld räumt ein, dass das bei Kund:innen für Irritationen sorgen kann. "Es kann sein, dass ein Zusteller an einem Tag an meinem Haus vorbeifährt und nicht bei mir anhält. Das ist aber kein Versäumnis, sondern geplant", sagte er der dpa. Wer also einen Postwagen vorbeifahren sieht, muss nicht automatisch damit rechnen, dass auch etwas eingeworfen wird.

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Warum die Post das macht

Für die Post spart das neue System Zeit und Geld. Wenn Zusteller:innen nicht mehr an fünf Tagen wegen jeweils eines einzigen Briefs an dieselbe Adresse müssen, sinken die Stückkosten. Stattdessen werden Sendungen gesammelt und an zwei oder drei Tagen gebündelt ausgeliefert.

Ganz leer bleibt der Briefkasten trotzdem nicht immer. Montags werden weiterhin alle vorliegenden Briefe ausgetragen. Auch Einschreiben, Zeitungen, Pakete, dringliche Geschäftspost und Sendungen an Postfächer werden weiterhin täglich zugestellt. Hitschfeld sagt: "Die Briefmenge im Briefkasten schwankt stärker als früher – es gibt mehr Tage, an denen gar kein Brief im Briefkasten ist."


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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